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Tagesbericht 4.8.2018 Teil2

Hallöchen, G`day, Ahoj,

die  Startbereitschaft wurde (wie üblich) einige  Male verschoben und auch die Team Captains durften noch einmal in Aktion treten, um die Verkürzung der Ausgabenzeit auf 3h zu quittieren. Derweil zeigte sich wieder ein imposanter CB, dessen Schirm durch den (nicht vorhergesagten) W-SW-Wind in unseren Bereich driftet. Die Windänderung bedeutet (nach unserer Interpretation) dass das „kleine“ Tief/Konvergenz weiter im Süden liegt, als angenommen. Oder ist es doch stärker? Die Front über Deutschland soll doch auch erst morgen kommen?  Führt diese ggf. zu weiterer Labilisierung?

Dennoch ging die „Rennmaschinerie“ nur langsam an und (anders als zu erwarten) hatten doch viele die „Ruhe weg“. Auch „WO“, Wolfgang Janowitsch, hielt sich nach Freigabe der Linie noch ca. 20km nordwestlich auf,- wenn auch in komfortablen ca.2800m. Die max. Flughöhe beträgt FL95, was bei dem heutigen QNH (auf Meereshöhe bezogener Luftdruck) von 1018 hPa 2936m entspricht.

Vorsicht ist da angebracht,- denn es scheint noch höher zu gehen!!!

Die aktuelle SkySight –Prognose (für 16CEST) von 12:04 zeigte eine ca. 40%Chance für Überentwicklung auf dem 2. und 3.Schenkel. Dies mahnt für einen zeitigen Abflug.

Der Blick auf das Radar-und Satellitenbild scheint dies zu bestätigen. Bin gespannt (jetzt 14:31), wie sich die Abflugzeit in der Wertung widerspiegelt.

Um 14:36 sind die meisten „gegangen“- „WO“ wählt auch hier einen eigenen Weg nördlich des AAT-Kreises.

Wolfgang  Janowitsch ist einer der Spitzensegelflieger, die auch Meditation in ihr Trainingsprogramm mit aufgenommen haben. Der Meteorologe und Mental-Coach Hermann Trimmel aus Österreich, den wir auch schon zu einem Treffen der Nationalmannschaft eingeladen haben, ist sein Freund und Berater und sieht/betont nicht nur den Wert alleiniger sportlicher Spitzenleistung, sondern verknüpft diese an eine, dem Zen-ähnliche persönliche Weiterentwicklung (was ich total gut finde).

Nun mal ein weiterer Blick aufs Tracking

„GX“ konnte um 12:37 sehr hoch über die Abfluglinie gehen und gut in den 1.Sektor einfliegen und auch „EB“ und „WB“ sind um 14:45 schon auf Strecke.

Wir in der Zentrale, versuchen (ein kühlendes nasses Handtuch im Nacken), die weitere Wetterentwicklung einzuschätzen und ggf. Infos zu geben. Bei nur 2 AAT-Sektoren ist die Wahl des Umkehrpunktes entscheidend und nicht einfach zu treffen.

Die Piloten bemühen sich, nicht vor der Minimalzeit (in diesem Fall drei Stunden) zurück am Flugplatz zu sein. Bei dem heutigen leichten Gegenwind bedeutet das eine Strecke für die letzte Stunde von ca.150-160 km, wenn man die große Höhe für den Endanflug voll nutzen kann.

Wo würdet ihr wenden? Die Entfernung zum TP Mittelpunkt des letzten Kreises bis zum Zielkreis ist 184km. Nach internationalem Regelwerk wird der Flug durch das Überfliegen einer gebogenen Ziellinie (hier in Form eines Kreises) beendet,

Dieser besitzt hier in Hosin einen Radius von 5km und eine Minimalhöhe von 200mGND. Also aufpassen! Wer tiefer ist als diese 200m erhält eine “penalty“ mit einem Punkt pro Meter. Ab 101m Unterschreitung gibt es dann leider keine „Speedpoints“. Dies ist immer bitter und hoffentlich kommen alle in ausreichender Höhe nach Hause!

Derweil jagen alle nach Westen und auch die Offene Klasse hat taktisch überlegt gewendet. Im Teambriefing kursierte noch der flapsige Spruch: „Wir fliegen nach NW bis wir wirklich Angst bekommen“. Auch Sebastian Kava hat sich gestern durch Abflug im (dunklen-)labilen Randbereich der Überentwicklung in Platznähe eine super Ausgangslage für den Abflug verschafft.

Die Frage, die sich heute stellt: Bildet sich wirklich eine blockierende Zone von Schauern quer zum Heimweg?

Das Radar-Bild (15:50)von sieht erst einmal so aus:

Der Weg nach Hause ist noch frei. Hoffentlich ziehen die Cirrenschirme der CB`s nicht weiter in Richtung des 2.Sektors

Sturmi („XM“-JS3) ist der erste im 2.Sektor.

"XM" ist um 16:20 bereits auf dem Heimweg und hat noch ca.100km vor sich.

In der Doppelsitzerklasse ist "GX" noch vor dem Sektor. Bei den Offenen gibt es drei Wege. "WB" und "EB" wählen den mittleren.

Ich “gönne“ mir auch grad mal einen gestern gekauften Apfel, der heute schon fast wie ein Bratapfel schmeckt. Aber lecker!

Der Flugplatz liegt schon unter der Abschattung, was uns allen etwas Abkühlung beschert. Im benachbarten Südafrikanischen Camp unterhält sich der Vater von Katrin, Klaus Keim angeregt mit einem Mitarbeiter von „JS-Jonker Sailplanes“ im Gespräch. Wer Klaus kennenlernen darf ist erstaunt über seine immensen Kenntnisse der Segelflugentwicklung  der letzten Jahrzehnte.

Klaus hat selbst einige Jahre in Südafrika verbracht und kennt nahezu alle der großen Segelflugfamilie.

Das aktuelle Sat-Bild sieht für den Heimweg "OK" aus .Der Rückweg scheint, trotz der Abschirmung am Platz problemlos. Hoffen wir mal, dass alle bald hier "hereinsegeln".

Wir hoffen, das "XM" in ca. 20 min überfliegt. Dann geht es immer sehr schnell und eh man sich versieht, ist der Flugplatz voll mit Flugzeugen und man hört "please no landings on concrete,- please land on the grass,- concrete is full"

Ihr werdet zu Hause ja alles am Rechner verfolgen. Es ist sehr schwierig, eine Aussage über die Rankings zu machen,  da bei dieser Form der Aufgabe jeder Pilot kreativ wendet.Hier noch einmal der Link zur Wertung:

https://www.soaringspot.com/en/35th-world-gliding-championships-hosin-2018/results

Der Funk ist immer noch still. Nur Sturmi meldet  sich gerade und ist bei km40.

Zeit für mich,- diesen Beitrag  abzuschicken. Weitere Infos folgen ggf.(sollte es Interessantes zu berichten geben)

Morgen ist Ruhetag,- den alle gut brauchen können.(also bis spätestens Montag)

Danke fürs Daumendrücken, Cu in the sky, w