Springe zum Inhalt

Tagesbericht 14.07.2019

Hallo in die Heimat,

nach zwei Ruhetagen geht`s endlich weiter!

Hier noch einige Eindrücke vom gestrigen "slovak evening", den wir alle sehr genossen haben. Den "Folklore-Tanzkurs" in der Gruppe - zu dem einige (auch ich natürlich) - "zwangsverpflichtet" wurden, fanden wir zuerst recht spaßig. Nachdem es aber über 5 Runden ging, mit immer neuen Schrittkombinationen, hatten letztlich mehr die Zuschauer ihren Spaß.

Heute war der Tag der spannenden Endanflüge:

“Km 20 mit 60 plus bei 1.5“ sagte eben Krümel (15:42, = 60m Sicherheit bei der Entfernung von 20 Kilometern auf den Zielkreis, der einen Radius von 3km hat, bei 50m Mindesthöhe über der Flugplatzhöhe und einer Geschwindigkeitseinstellung nach dem Amerikaner Paul McCready von 1.5).

Das ist ausreichend, bietet aber keine Reserve, wenn die Luftmasse plötzlich sinkt oder/und es plötzlich regnet. Zum Glück hörten sich die nachfolgenden Funksprüche (mit leichtem Variometerton im Hintergrund) positiver an...steigt, steigt 0.5, ...puuh)

Die 15m Klasse ist momentan (15:45) von dieser Traumvision noch einiges entfernt. Basti ist gerade bei km 40 außengelandet. Freddy und Jan kämpfen ums Weiterkommen, während schon einige zu Hause sind (wer weiß, ob mit oder ohne Turbine?).

Viele von uns kennen aus Wettbewerbssituationen die langsam in das Bewusstsein tröpfelnde Erkenntnis, ein paar Minuten zu spät abgeflogen zu sein. Hätten wir doch…

Aber da dies erst die Wertung zeigt, sind wir doch oft überrascht, wie anders das Ergebnis dann ist. Deshalb versuchen wir im deutschen Team, den Fokus auf die sportliche Leistung und nicht auf das Ergebnis zu legen. Die sportliche Leistung können wir durch einen guten Abflugzeitpunkt, konsequenten Flugstil, Konzentration und Offenheit und natürlich mit der gewissen Portion Glück beeinflussen. Die Leistung der Anderen nicht. Diese spiegelt sich dann im Resultat, der Wertung, wieder. Taktische Aspekte haben natürlich ihre Berechtigung. Aber wer am Ende ganz vorn liegt, wird irgendwann im rechten Augenblick etwas anders gemacht haben als die Kollegen.

Jan sagte gerade (15:53): „Sebastian und Lukasz sind vorne links,...0,5….0" (O,5m Steigen, dann 0 m).

5 min später kreisen sie mit 1m/sec. Das klingt schon einmal besser.

Warten wir ab, ob sie es schaffen. (Sie schwebten dann um 16:17 und 16:22 hier ein. Respekt !)

Unser Tag begann eigentlich ganz unscheinbar. Nur vereinzelte Sonnenstrahlen konnten sich durch die Wolken kämpfen. Im Briefing sagte dann Meteorologe Jan Horak auch sinngemäß: “Ich habe mein Handtuch dabei, die Vorhersage ist vielleicht doch zu optimistisch". Nun denn, was war denn überhaupt los?

Quellen: TopMeteo, http://www.shmu.sk/sk/?page=65&id

Bodenprognose und Regenradar um 13:45

Ein Trog/Konvergenz (Kleines Tiefdruckgebiet) sollte uns im Tagesverlauf überqueren. Jan sagte das Thermikende etwas später voraus, als wir in unserem internen Briefing. Dies sollte eigentlich den Spielraum etwas strecken, legte aber tendenziell auch einen frühen Startzeitpunkt nahe. Dennoch war es nicht einfach, die richtige Abflugposition zu erreichen und die Entwicklung auf dem ersten Schenkel der Gebietsaufgabe (AAT) einzuschätzen. Auch die Bodencrew tat sich mit verlässlichen Einschätzungen nicht leicht. Dies führte dann zu späteren Abflugzeiten, als möglich gewesen wären.

Die Aufgabenzeit betrug 2 h. Eigentlich doch "schnell abgespult“, sollte man meinen. Aber oft erweisen sich die kleinen Aufgaben als besonders tricky, wie auch heute.

Wie immer findet ihr die Wertungen  unter:

https://www.soaringspot.com/de/20th-fai-european-gliding-championship-2019-prievidza-2019/results/

Beim Auslesen der Logger durfte ich mir noch einen kleinen Tadel abholen. In der Endanflugsituation von Robby und Krümel habe ich, sagen wir mal „geflunkert“, um Anspannung in der schwierigen Endanflugsituation zu nehmen. Die genaue Aussage lässt sich naturgemäß nicht mehr recherchieren. Es ging um die Zahl der bisher angekommenen Flugzeuge, die wohl doch etwas mehr waren, als ich per Funk vermittelt hatte. Dass ich schwach im Rechnen bin, wussten sie ja vorher :). Beim Blick auf die Wertung erhellten sich die angespannten Mienen aber dann schnell. Ich bessere mich(vielleicht!)

Aber immer noch besser als der gestern noch auf dem 2. Platz in der 15m-Klasse liegende Joris Vainius, der 0.5 km vor dem Zielkreis landen musste. Sorry für dich Joris!

Ein anderer Pilot beschädigte sein Flugzeug stark bei einer Außenlandung im Zielkreis. Ihm ist allerdings nichts passiert, was ja das Wichtigste ist.

Für mich ist nun der Tag zu Ende, ein kleines Sportprogramm vielleicht noch!

Ich wünsche euch einen schönen Abend, bis morgen, euer Team Germany & Wolli