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2.Wertungstag

5.1.2020

Guten Morgen Abend,

13:03

Unsere Pilotinnen sind noch in der Startphase,- die Temperaturen bewegen sich im „normalen Bereich“ um die 40 Grad.  Heute wünschen wir sogar, dass sie über 40 Grad kommt. Erst dann gibt es Thermik über 3000m.

Heute erwarten wir die Abflüge nicht vor 14 Uhr local.

Zeit also, sich einmal um den Tagesablauf der Helfer zu kümmern. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen dafür entschieden, uns vor Ort Flugzeuge zu leihen, oder sie zu tauschen, wenn australische Segelflugfreunde den europäischen Sommer fliegerisch nutzen wollen.

5 andere Nationen haben mit (teils Verbands-eigenen) Containern ihre Flugzeuge verschifft. In den Trainingstagen hat sich herausgestellt, dass die geliehenen Flugzeuge der STD-und Clubklasse teils größere Zuwendung benötigen, um die Abdichtungen und Instrumente auf einen akzeptablen Stand zu bringen.

Die „Team-Mates“ Ingrid, Annette, Tanja, Heino, Till, Rolf, Uli, Brad, Alex, Mike, Mathias, Karin und Fin sind ab spätestens 6 Uhr morgens auf den Beinen, um die Flieger fit für den Tag zu machen. Dann herrschen noch einigermaßen erträgliche Temperaturen. Bis abends nach der Landung die Flugzeuge wieder gewaschen und einsatzbereit für den nächsten Tag sind, ist es für die Bodencrews ein langer, staubiger und heißer Tag.

Echt großartig, dass ihr dabei seid – ohne euch wäre das Alles hier gar nicht möglich! Thank U!!

Apropos staubig – über den Flugplatz fegen jeden Tag unzählige Aufwinde hinweg, die uns und die Flugzeuge regelmäßig einstauben. Zusätzlich wird man beim Start auch durch die Schleppmaschinen gesandstrahlt. Lässt man also in Deutschland die Bezüge bei schlechtem Wetter auf dem Flugzeug, damit es trocken bleibt – werde hier die Bezüge erst ganz spät abgemacht um ansatzweise ein staubfreies Flugzeug zu haben…so die Theorie 😉

Nun aber zum Fliegerischen:

Heute ist es dunstiger als gestern. Es scheint etwas mehr Rauch von den Waldbränden in der Atmosphäre zu sein.

Von der Wettbewerbsleitung wurde ein „Safety-Pilot“ eingeführt und auch in den Local Procedures veröffentlicht. Diese Funktion führt der Tasksetter und mehrmalige Weltmeisterschaftsteilnehmer Bruce Taylor aus. Bruce` Aufgabe ist es an schwierigen Tagen mit einem hohen Potential an Rauchgefahr im Wettbewerbsgebiet einzuschätzen, ob die Sichten im Fluggebiet ausreichen, um die Teilnehmer loszuschicken. Sollte eine solche Wetterlage eintreten, kann es auch sein, dass Bruce während dem Flug entscheidet, dass aus Sicherheitsgründen der Wettbewerbstag sofort neutralisiert und abgebrochen wird.

Diese Regelung ist für alle neu – doch auf Grund der aktuellen Brandlage unumgänglich. So wird ermöglicht, dass nicht zu früh neutralisiert wird, aber die Sicherheit der Piloten gewahrt bleibt. Natürlich hoffen wir alle, dass nie auf den Sicherheitspiloten zurückgegriffen werden muss!

Rauch ist ein gutes Stichwort, um auch die Komplexität und Schwierigkeit zu beschreiben, den Tag gut zu beurteilen und den Abflugzeitpunkt optimal zu bestimmen.

Unten seht ihr die Druckverteilung für heute und ein im Gegenuhrzeigersinn drehendes Hochdruckgebiet. Der im Süden entstehende Rauch wird teilweise weit in den Pazifik hineingetragen und dann auf Grund der Drehung des Hochs wieder zurück nach Australien transportiert – was bei uns wiederum zu einer Verschlechterung der Sicht führt. Aber ein bisschen Sichtverschlechterung nehmen wir gerne in Kauf.

Die Bodendruckkarte stellt sich heute folgendermaßen dar:

Quelle:  http://www.bom.gov.au/australia/charts/4day_col.shtml/

Quellen: http://satview.bom.gov.au/

15:3o

Der TEMP für heute wird etwas schwächer vorhergesagt - die Luft ist etwas "zäher" und über 40 Grad werden benötigt, um brauchbares Steigen zu produzieren.

Gleichzeitig ist eine Seebriesenkonvergenz möglich und im Südwesten besteht bei Temperaturen um 42 Grad die Chance von Überentwicklungen. Insgesamt ist die Thermikentwicklung deutlich träger vorhergesagt als gestern. Das Thermikende soll gleichzeitig wesentlich abrupter eintreten, wie das Meteogramm von Lake Keepit zeigt. Wie führen dies auf eine mögliche Seebriese und Rauch zurück.

Quelle: Skysight

Den zähen Beginn erlebten die Pilotinnen hautnah vor dem Abflug. Es war deutlich mühseliger, auf Höhen über 2500m zu kommen und die Steigwerte waren deutlich schwächer als am Vortag.

In der Standardklasse hat sich dann irgendwann kurz vor 14:00 ein Pulk auf den Weg gemacht, die Aufgabe um die 460km anzugehen.

Um euch einen Eindruck über die Streckenführung zu geben, hier ein Zwischenstand um ca.15:50

18m

STD

Club

Um 18:00 ist Thermikende vorhergesagt,- das wird heute spannend.

17:30

Lisa Trotter aus Australien ist soeben gelandet. Die gehörte zu dem ersten Pulk der Standartklasse. Das könne heute in dieser Klasse der Tagessieg sein. Wir werden sehen.

Während Serena mit über 4000m nahezu im Endanflug ist, braucht die Clubklasse noch etwas Höhe und sucht nach Thermik ca.60km vor dem Platz in ca.2500m.

17:41

Katrin und Steffi haben -50m …da müssen sie sich noch etwas strecken.

17:59 Unsere Std-Klsse im Final.

17:04 die Clubklasse "bastelt" noch etwas.

18:09 Steffi schaltet um, die Clubklasse ist ca. bei km 30

18:20 Die Clubklasse hat ca 250m plus, ds hört sich gut an.

Die Wertung wie gestern unter:

https://www.soaringspot.com/en/10th-fai-womens-world-gliding-championship-lake-keepit-2020/results

Wir werden mit "Pysoar" anschliessend die Flüge auswerten. Taktische Elemente und Wettersituation lassen sich hiermit naürlich nur ungenügend abbilden.

18:46

Puuh, Chrissi, Ines und Sabrina sind da!

Wir räumen mal geich die Zentrala auf. Viele Grüße in die Heimat, die "verschwitzen Hemden"....

18:50

Jetzt kommt gerade ganz krass die Seebriese in Verbindung mit Rauch herein. Wie aus dem Nichts, (man konnte se allerdings schon ansatzweise sehen) verstärkte sich der Wind auf ca 30-45km/h mit rapider Sichtverschlechterung. Hoffentlich kommen jetzt alle anderen sicher in den Platz!!