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„Come together“

12:00

G`DAY!

10.1.2020

Pünktlich um 12:00 geht der erste Start der 18m-Klasse heraus. Beim Briefing wurde heute das obige Bild gezeigt. Es ist nicht vom gestrigen Sandsturm, zeigt aber die Naturgewalten hier, bei denen der Mensch fasziniert, aber machtlos zuschauen muss.

Wie die Zeit vergeht. Heute Abend ist „International Evening“, der Abend, den traditionell die Teams bestreiten. Im „Recreation Center" werden alle Nationen fleißig ihre Stände aufbauen, um die Teilnehmerinnen und Crews mit den Spezialitäten ihres Landes zu verwöhnen. Ich könnte mir vorstellen, das bedingt durch den anstrengenden Tag und die hohen Temperaturen, die Portionen vielleicht etwas kleiner ausfallen als sonst. Das wird unserer dann (hoffentlich) guten Laune keinen Abbruch tun. Morgen ist „Rest Day“, den wir zu Teamgesprächen nutzen,- zumindest den Vormittag.

Als ich heute über den Flugplatz ging, stellte ich mir die Frage, woran merke ich eigentlich, das hier eine Weltmeistershaft stattfindet? Ach ja, dort hängen 11 Fahnen. Manchmal auch nur 10, wenn gerade wieder die „FAI“-Flagge abhandengekommen ist. Ab und zu sind es auch 12, wenn der mobile Coffee-Shop geöffnet hat.  Dies ist leider nur bis ca.14:00 der Fall, dann ist der leckere Eiskaffee wahrscheinlich ausverkauft.

„Come-together“ gibt es dann noch abends an dem Stand für Kaltgetränke vor dem Clubheim.

 Hier sind zwar alle super friendly und zuvorkommend, aber ein bisschen mehr WM-Flair würde bestimmt nicht schaden.

Den Kängurus machen abends socializing vor der Kantine. Während des Tages nutzen sie den Schatten, wo sie ihn finden könne, wie z.B. vor der Halle.

Ihr merkt, heute ist etwas mehr Zeit. Alle Pilotinnen sind schon in der Luft (13:04), aber die Auslösetemperatur für höher reichende Thermik ist noch nicht erreicht. Wir benötigen circa 39 Grad. Um 13:13 fehlen noch drei davon!

Dani nutze die Zeit zum Crew-Briefing, um noch einmal den Ablauf des Abends zu klären und die Einkäufe zu koordinieren.

Heute haben wir mit 4 Schwierigkeiten zu kämpfen:

1. relativ große Aufgaben (538 km/18m, 435km/ STD, 418km Club

2. Wetterprogosen, die zeigen, dass es schwierig ist die Aufgaben, gerade in der 18m-Klasse zu schaffen 

3. starker Wind (am Platz haben wir Böen um 30 Knoten)

4. ein neues Feuer im großen Wald von „Pillaga“

Quelle:

https://www.rfs.nsw.gov.au/fire-information/fires-near-me

Schon im morgendlichen Teambriefing hatten wir zusammen die Wetterlage analysiert und festgestellt, dass die Bedingungen sehr inhomogen sind und gerade der Norden spät entwickeln sollte, zumindest den Prognosen nach. Unten seht ihr eine kombinierte Karte mit Wettersymbolen, Basishöhen und der Aufgabe der 18m-Klasse. Um 13 Uhr lagen die nutzbaren Höhen im Bereich unter 2000m, was für hiesige Verhältnisse, gerade im bergigen Gelände sehr tief ist.

Während der ersten Flugphase wurde klar, dass wir (auch schon im Teambriefing) den Einfluss des Lees im Bereich von „Upper Manila“ nicht ausreichend berücksichtigt hatten. Im Platzbereich von Lake Keepit und im vorgelagerten Bereich von „Upper Manila“ entstanden Wolken, deren Basis bei über 3000m lagen. Also nach dem ersten WP zurück Richtung Lake Keepit,- das wär`s gewesen!  Diese Karte hätten wir ziehen können! (siehe Pfeile in der unteren Abbildung). Die Tschechischen, französischen und deutschen Pilotinnen nahmen allesamt die direkte Strecke des 2.Schenlels. Die Insiderinnen erteilten uns hier eine Lehrstunde und nahmen den Weg über das Luv des Mt. Kaputa (bei NW-Wind)

Quelle: Skysight

Das Meteogramm der 3 Wendepunktes der 18m-Klasse veranschaulicht die Beschaffenheit der Luftmasse. Die höchste Basis sollte es erst um 17:00 geben.

Quelle: Skysight

Letztendlich konnte niemand die Aufgabe erfüllen. Jetzt um 18:55 schweben alle in australische Paddocks, oder erreichen sogar einen Flugplatz, von dem noch ein Rückschlepp möglich ist.

Wer einen Motor oder Turbine sein eigen nennt, wird sich freuen und die Rückholtour sparen können. Allerdings gibt es dann nicht das Abenteuer einer Rückholtour im wilden Osten Australiens.

Der „international Evening“ ist auf Morgen verschoben, wir schauen einmal, dass alle unsere Pilotinnen gut heim kommen.

Hier fahren Fin und Uli gerade los, um Chrissi abzuholen. Heute Abend treffen wir uns dann wieder bei Bob, auch wenn es etwas später wird. Es gibt bestimmt viel zu erzählen.

 Guten AbendMorgen und herzlichen Gruß in die Heimat! Euer Team