Das „finale grandioso“ hat seinen Namen verdient – überragende Leistungen der deutschen Himmelsturner

Nochmals mit allerhöchster Konzentration und Wachsamkeit haben die deutschen Piloten ihre Aufgaben erfüllt und ihre persönlichen Zielsetzungen nahezu vollständig erreicht! Dem gesamten Team gebührt größter Respekt vor den einzelnen sportlichen Leistungen und den erzielten Ergebnissen: im Moment ist es schwierig, die Medaillenflug zusammmenzufassen – wir warten noch auf die bestätigten Endergebnisse. Nur soviel vorab: es werden wohl gut über 15 Medaillen und Podestplätze werden, die das deutsche Team errungen hat.

Dieser Tobi


Wie schwer muss es sein, seine Führung in drei Durchgängen verteidigen zu müssen im Bewusstsein, dass die Konkurrenten alles andere als Pappnasen sind und einem unerbittlich angriffslustig auf den Fersen liegen!

Weltmeister Tobi Ohlig nimmt die verdienten Glückwünsche nach der Landung entgegen

Tobi Ohlig war die Anspannung anzumerken, aber er hat performt – und wie er das hat! Weltmeister im Einzel und im Team und dann noch Gold in der Wertung der Unbekannten Programme – mehr geht nicht und der Sauerländer hat am Ende alle in allen Disziplinen überragt – wir sind stolz auf unseren ADV-Vorturner, und wie!

Dieser Spitzi

Gestern war der Tag der Entscheidungen für beide Klassen UNL und ADV. Am Morgen flogen die UNL ihre 4. Unbekannte als Abschlußprogramm: es war eine äußerst selektive Figurensequenz, vor allem die „Träne“ Nr. 5 und der P-Loop mit halber gerissener Rolle Nr. 7 trennten neben dem Männchen und dem abschließenden Rollenreis diesmal die Spreu vom Weizen.

Unserem Spitzi war schon in seinen Vorbereitungen und beim Start die absolute Entschlossenheit anzumerken, dabei nochmals „einen rauszuhauen“ – und wie er das tat: wir standen alle gespannt unten und verfolgten, teilweise mit spontanen Jubelrufen und Applaus, seine Darbietung. Neben den schönen Figuren gelang ihm auch ein ausgezeichnetes Positioning mit einem Wert von 8,57 auf dem Wertungsblatt.

Für Spitzi reichte es damit auf Platz 2 in dem Tagesdurchgang und er sicherte sich dadurch in der Gesamtwertung die Silbermedaille – Glückwunsch und Respekt für den auf dieser WM erfolgreichsten UNL-Piloten. Insgesamt (wir müssen noch zusammenzählen) hat er lt. Franzi ganze 7! Silbermedaillen erflogen, er braucht wohl starke Halsmuskeln bei der Siegerehrung 😉

Dieser Steffen

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, wie begeisiert ich von den drei letzten Flügen von Steffen Engel war! Zwar folgte er dem Spitzi im letzten Durchgang mit einigem Abstand, aber er löste die Aufgaben ohne Null und es wurde der 6. Platz in der Tageswertung. ABER: seine Leistungen waren dermaßen gut und konstant im Verlauf der Meisterschaft, daß es der Steffen zusammen mit dem Spitzi in der Teamwertung zur Silbermedaille reicht: er ist förmlich von Flug zu Flug über sich hinausgewachsen! Das tut dem stets analysierenden Luftahrtingenieur bestimmt gut bis runter in den großen Zeh und wir freuen uns sehr mit und für ihn!

Das 6. Programm UNL

Abschlussprogramm 6 ADV

Die ersten fünf Plätze tragen deutsche Namen


Diese Mannschaft


Wir wissen alle, welchen Stellenwert die Rahmenbedingungen für den Erfolg in so einer hochgradig kognitiven Sportart hat. Und alle sind sich einig, daß diese Rennen hauptsächlich im Kopf entschiedenu werden. Ein guter Mannschaftsgeist, wohlwollender und unterstützender Umgang untereinander und gegenseitige Wertschätzung sind unabdingbar für gelingende Flüge. Nicht falsch verstehen: ich meine damit nicht das bekannte Zitat von Seppl Herrberger, wonach seine Kicker 11 Freude sein sollen! Aber ich bin davon überzeugt, daß die gute Atmosphäre im deutschen Camp sehr zu den eingeheimsten Resultaten, Medaillen und Podestplätzen geführt hat.

Diese Mädels

Nicht genug gehört das Engagement von Franzi (Teamchefin) und Suna (Campmanagerin) gelobt. Ihr uneigennütziges Engagement für die gemeinsamen Ziele die ganze Zeit ist vorbildlich und besonders lobenswert: DANKE DAFÜR!

Diese ADV-Piloten rauben uns noch den letzten Nerv

Ganz ehrlich: so spannend habe ich noch keine Wertung miterleben dürfen! in der zweiten Hälfte der Meisterschaft hat sich so spannendes ein Kopf-an-Kopf-Rennen ja schon abgezeichnet, aber daß die Jungs das tatsächlich und mit wachsender Dynamik so hinzirkeln, daß am Ende selbst das Scoring-Office mehrmals rechnen muss, um die offiziellen Ergebnisse zu publizieren, das ist schon einzigartig.

Fest steht: es gibt kein Podium ohne deutsche Beteiligung! Fast alle Entscheidungen gehen an deutsche Piloten – angeführt vom Überflieger und Doppelweltmeister Tobi Ohlig als dreifacher WELTMEISTER in der Einzel- Team- und UNKNOWN-Wertung! Es fehlen einem beinahe die Worte für derartige Dominanz.

Das Abschlußprogramm war mit erneut vielen Rollbewegungen und Richtungswechseln anspruchsvoll, aber haltet euch fest: die deutschen Spitzenpiloten erflogen sich einen fünffach-Sieg, angeführt vom Manuel Höllmann und gefolgt von Tobi, Richard, Nick und Zischi. Was für eine exponentiale Dynamik in der zweiten Meisterschaftshälfte: Programm 4 mit 3 Deutschen vorne, Programm 5 mit 4 und Programm 6 mit 5 deutschen Nationalfarben ganz vorne auf der Liste.

An Spannung für alle Beteiligten und Verwandten und Bekannten ist so ein Verlauf echt kaum zu überbieten; da entscheidet ein falscher Huster oder ein zu langer Wimpernschlag gleich über Podestplatz oder bedeutungslosem Nichts im Mittelfeld. Die Nerven haben alle Acrobaten aber behalten, sie haben ihre Leistungen abgerufen und wurden am Ende mit zahlreichen Medaillen blohnt.

Auch hier möchte ich alle Piloten erwähnen, die nicht immer ganz vorne im Rampenlicht stehen und Erwähnung in den Kommentarspalten und Siegeslisten finden. Der olympische Sportsgeist ist gerade bei ihnen m.E. ganz ausgeprägt festzumachen und zu beobachten: obwohl es höchstwahrscheinlich nichts zu gewinnen gibt an Ruhm, Ehre und Lorbeerkränzen, investieren diese Sportler immense materielle und mentale Ressourcen für ihren Sport – ich bin davon sehr berührt und verdrücke manches Tränchen, wenn ich das immer wieder beobachten darf! Glaubt es mir: ohne diesen Idealismus und diese Begeisterung wären Wettbewerbe überhaupt undenkbar. Ich verneige mich vor dem Willen und der Begeisterung gerade auch der nicht ganz vorne platzierten Pilotinnen und Piloten.

Diese Weltmeisterschaft ist sportlich gesehen jetzt rum, die Ränge und Platzierungen sind ausgeflogen. Heute abend gibt es noch die offizielle Siegerehrung und eine Abschlußfeier. Dann tritt der große deutsche Troß seine lange Heimreise an und braucht erstemal einige Zeit, um die Erlebnisse und Ereignisse von hier aufzuarbeiten. Im Stakkato der Geschehnisse im laufenden Wettbewerb ist das schlicht unmöglich!

Ich möchte euch von daheim aus dann gerne noch ein Fazit aus meiner Sicht zusammenstellen und auf die Ergebnisse im Detaill eingehen. Nur soviel kann ich euch am Ende zusammenfassen: um den deutschen Segelkunstflug ist es gut bestellt! Sowohl in der Breite als auch in der Spitze im Leistungssport haben wir gute Strukturen etabliert, die ein Wachstum ermöglichen und ihren Niederschlag bei nationalen Meisterschaften finden – quantitativ und qualitativ.

Aber es gibt auch einige dunkle Wolken, die in unsere Box ziehen: die Strukturen der CIVA und der Judges bedürfen einer Strukturreform, vor allem aber auch einer Verjüngung und des Zuflusses neuer Idealisten und Visionäre. Es gibt dafür kompetete und willige Ehrenamtler und wir können diesen Bemühungen nur allerbesten Erfolg wünschen!

MikeZulu

Der versprochene spannende Endspurt in der ADV ist da – und es ist ein Herzschlagfinale

Lecko mio: wir haben schon viele Wettbewerbe erlebt, auf denen sich die Favoriten heiße Duelle lieferten und abwechselnd die Führungspositionen unter sich ständig wechselten! Aber was uns unsere führenden ADV-Piloten tagtäglich bieten, ist wirklich Spitzensport vom allerfeinsten! Mindestens 5 Piloten haben auf dem letzten Durchgang noch supergute Chancen auf den Gesamtsieg – darunter vier Deutsche!

Nur ein halbes Prozent (40 Punkte) bei gesamten 7.500 trennen die aktuell führenden Tobi Ohlig, Alexandre Lebland, Nick Weiss und Stefan Zistler voneinander. Und auch der Richard Münzenberger hält sich mit nur geringem Abstand noch alle Chancen offen; es kommt am Freitag also zu einem echten Herzschlagfinale der Protagonisten und mega erfreulich ist, dass das Rennen und die Podiumsplätze von gleich mehreren deutschen Piloten gewonnen werden kann.

Unglaubliche Dominanz der deutschen ADV

Im Programm 5 wurde die dritte Unbekannte ausgetragen, ein kompaktes anspruchsvolles Programm, wieder mit vielen Rollen in viertel und achtel Zeiten, aber ohne Risikofiguren wie Männchen oder Weibchen. Stefan „Zischi“ war schon vor dem Start überzeugt, daß ihm und dem Reißwolf-Fox diese Übung liegen würde. Am Ende behielt er erfreulicherweise Recht mit dieser Annahme: souverän gelang ihm mit 81,4621% der Tagessieg, gefolgt von seinen Mannschaftskameraden Richard Münzberger (78,906), Manuel Höllmann (78,799), Tobi Ohlig (78,292) – was für ein toller Blick auf die Tagesliste mit 4 deutschen schwarzrotgoldenen Zeichen auf den vorderen Plätzen.

Das 5. Programm war die 3. Unbekannte und für die deutschen Piloten ein großer Erfolg

Auch in der Teamwertung liegt nun die deutsche Mannschaft klar an der Spitze vor den Polen und Rumänen, hier sollte also auch nichts mehr anbrennen im letzten Durchgang. Die Frage ist, ob der Richard Münzenberger oder Stefan Zistler in die Reihe der drei besten Piloten einer Nation in die Wertung kommen. Und ich will das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist! Aber auch in der Wertung für die besten unbekannten Programme liegen die deutschen Spitzenpiloten aktuell ganz vorne.

Alle nutzen den heutigen Ruhetag, um ggfs. morgen oder am Freitag nochmals voll motiviert und hoch konzentriert zum finalen letzten Wertungsflug antreten zu können – drückt mit uns alle die Daumen, daß das Wetter dann mit allen sechs Durchgängen eine vollständige Weltmeiserschaft zu Ende fliegen lässt.

Weiter Licht und Schatten bei unseren UNL Piloten

Während sich die ADV Jungs fast exponential nach oben fliegen, gönnen sich unsere UNL-Teilnehmer quasi in ganz kunstfluggerechter Manier einige Aufs und Abs. Besonderen emotionalen Bandbreiten ist dabei leider unser Wolfgang Schieck ausgesetzt: in zwei Programmen musste er die bittere Pille einer HZ schlucken. Was für eine Bandbreite nach seinem fulminanten Auftaktsieg in dem Known-Durchgang. Übel mitgespielt hat der Programmvogel-Lump auch dem Franz Hager: Hinter gleich 4 teuren Figuren steht CHZ auf dem Wertungsbogen, was für ein mega Frust erstmal für den sympathischen Bayer nach bis dahin wirklich guten Leistungen. Aber auch das ist inzwischen verarbeitet und es zeigt sich gerade in solchen Momenten der Zusammenhalt und das Verständnis in diesem guten Team; das darf man in vielen kleinen Situationen beobachten und dafür dankbar sein: es ist keine Selbstverständlichkeit!

Abgefangen werden die etwas weniger gelungenen Flüge durch echte Ausreißer nach oben: Der Flug von Steffen Engel im 4. Programm hallt immer noch nach und ist dafür ein gutes Beispiel. Auch der Robin Kemter findet immer besser Tritt und findet in der Tabelle konstant den Weg ins bessere Mittelfeld – Respekt! Unser Martin Pohl nimmt in seiner unbekümmerten und stets fröhlich optimistischen Art immer mehr Fahrt auf und steigt Treppchen für Treppchen die Tabellenstufen hinauf! Leider sind bis dato noch keine Teamergebnisse veröffentlicht, aber auch dort wird es am Ende eine knappe Kiste werden mit der spannenden Frage, auf welchem Platz auf dem Podium die deutsche Mannschaft stehen darf.

Käsespätzle à la Suna und Augustiner Bier vom Faß waren heiß begehrt

Wie angenommen, waren die deutschen Beiträge zum Abend der Nationen die Renner und ich lege mich gerne fest: noch nie habe ich in meinem Leben solch leckere Käsespätzle genießen dürfen wie gestern Abend! Kaum zu glauben, was man auch so einer Rießenpfanne für geschmackliche Gaumenfreuden entlocken kann.

Das extra importierte kühle Faß Augustiner Bräu aus München hätte einen Zwillingsbruder gebrauchen können: der run auf das köstliche deutsche Naß war so groß, daß locker auch noch ein zweites leer geworden wäre – zumal ja heute der Ruhetag angesetzt ist. Als Bierzapfer habe ich die Begeisterung der Damen und Herren aus dem Ausland direkt erleben dürfen: Amazing, délicieux, wonderful waren mehrfach geäußerte Begeisterungsausrufe für die Qualität des deutschen Gerstensaftes.

Insgesamt war es für alle Besucher ein netter unterhaltsamer Abend mit vielen Begegnungen und Erzählungen. Das internationale Segelkunstfliegervolk ist ja eine überschaubare Gemeinde – leider sogar mit abnehmender Tendenz und deshalb auch mit einigen Sorgen….


Die weiteren Aussichten….

…hängen jetzt maßgeblich vom Wetter ab! Phillip „Pik“ Küchler versucht alles, um in beiden Klassen die maximalen 6 Durchgänge fliegen zu können. Möglicherweise fliegt die UNL morgen ihren finalen Durchgang und die ADV dann am Freitag. Gut, daß es auch solche erfahrenen pragmatischen Frauen und Männer in den verantwortlichen Gremien gibt, die das Mögliche suchen und umsetzen wollen – auch dafür dürfen wir dankbar sein!

MikeZulu

Deutscher Paukenschlag in der ADV nach Programm 4

Mit einem Dreifachsieg sorgten die Spitzenpiloten unseres ADV-Teams für einen richtigen Paukenschlag: Tobi Ohlig, Nick Weiss und Richard Münzenberger belegten bei dem schwierigen selektiven Programm die Plätze 1 bis 3, Stefan „Zischi“ Zistler folgte mit wenig Abstand nicht weit weg auf Platz 6.

Somit dürfen wir den angekündigten spannenden Punktekampf in den letzten Durchgängen hautnah miterleben und sind mega gespannt, wie diese enge Kiste am Ende nach 6 Programmen ausgehen wird. In der Teamwertung jedenfalls liegen die deutschen ADV-Jungs jetzt relativ deutlich mit 450 Punkten vor den Polen auf Platz eins. ABER: dies alles sind jedoch nur Momentaufnahmen und daher alles andere als in Stein gemeisselt! Für Spannung bis in die Haarspitzen ist für uns alle hier also gesorgt und vom angestrengten Daumendrücken für unsere Piloten haben deutsche Orthopäden nach unserer Rückkehr genug zu tun 😉

Screenshot

In der UNL hat in der 2. Unbekannten unser Steffen Engel echt den Vogel abgeschossen: mit einem äußerst präzise geflogenen und voller kniffliger Herausforderungen gespickten Programm erreichte er (Stand jetzt) 76,3 Prozent – kurz zur Verdeutlichung: der aktuelle Weltmeister Maciej Pospieszynski erreichte mit einem sensationellen Flug (der m.E. bisher sehenswerteste dieser WM) mit 79,6% nur wenig mehr Anerkennung von der Judgeline. Ganz ehrlich: es war eine Augenweide, den Ausführungen von Steffen zuzuschauen, entsprechend erntete er Applaus von seinen Teammitgliedern und Fans am Start – und am Abend habe ich ihm dann für diesen optischen Genuß herzlich gerne ein kühles Bier ausgegeben.

Drohender Höhenpieps gleichsam Anfang

Für die anderen deutschen UNL-Piloten lief es unterschiedlich: leider nullte der Wolfgang seinen Rückenturn und die eine und andere HZ hat es wohl auch gegeben. Leider kann ich euch keine exakten Wertungen anbieten, das Scoring office hat sich zwar gesteigert, aber offensichtlich manche Probleme noch nicht ganz im Griff: wir müssen uns also sowohl für die Einzel- als auch auf die Teamwertungen gedulden. Alle Ergebnisse könnt ihr auch direkt hier erfahren: https://civa-results.com/

Nationenabend

Heute abend sind wir zum Nationenabend eingeladen, bei Franzi und Suna laufen die Fäden zusammen und die Drähte heiß! Um beispielsweise die Qualität des deutschen Bieres einmal mehr unter Beweis zu stellen, wird ebensolches direkt aus Bayern eingeflogen. Danke unseren blauweißen Teilnehmern für diese Geste!

Aussichten

Wie angekündigt wird das Wetter morgen Bruch und wir haben einen Ruhetag verordnet bekommen. Ganz ehrlich: den brauchen auch alle Teilnehmer und Offiziellen und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer auch. Wir brüten nun schon über 1 Woche gefühlt im Fegefeuer und die Akteure müssen trotzdem voll konzentriert ihren Job machen – am Himmel und am Boden. Da ist es einfach nur klug, mal einen Pausentag einzulegen, sich abzukühlen und mal a bissle auf Distanz zu gehen zu dem Geschehen hier auf dem Flugplatz. Gut, daß das Mittelmeer ja nicht so weit weg liegt….

Das Wetter verspricht auch ein wenig Spannung in den nächsten Tagen. Klar ist es, daß morgen nix wird, aber auch sowohl der Donnerstag und der Freitag sind nicht ganz astrein. Es sind tiefe Wolken vorhergesagt, die sich in die Box drängen und wir kennen alle die Weisheit: Tiefe Wolken und schlechte Sicht, eignen sich für Kunstflug nicht! In diesem Sinne auch ein wenig Daumendrücker dafür, dass es doch noch an den Tagen gehen wird und die beiden Klassen jeweils einen Durchgang fliegen könnten. Damit wäre es eine vollständige Weltmeisterschaft und damit ist am besten dafür gesorgt, daß am Ende die konstantesten Himmelsturner den Weg aufs Treppchen finden werden. MikeZulu

Halbzeit

Nach jetzt in beiden Klassen jeweils 3 geflogenen Programmen haben wir sportlich gesehen Halbzeit. Alles ist relativ eng beieinander und die kommenden unbekannten Programme scheinen immer schwieriger und damit auch selektiver zu werden, sodaß wir uns auf einen spannendes Kräftemessen der Akteure freuen dürfen – so muss das sein!

Unsere Jungs in der UNL haben in ihrer 1. UBK ausgeprägte Höhen und Tiefen erlebt: Martin Pohl landete nach einer blitzsauberen Vorführung auf Platz 3, der abschließende Rollenkreis bereitete Steffen und Niels mehr Probleme als gewünscht. Wolfgang platzierte sich auf Rang 10 in der Mitte, unsere restlichen Piloten mussten sich mal dahinter einreihen für den Durchgang.

Soeben kriegen wir die Ergebnisse der Free UNL: Wolfgang hat nach einem bockstarken Flug den zweiten Platz und damit die Silbermedaille errungen; kaum zu glauben: aber für den frisch gebackenen Weltmeister war diesmal das Abwackeln das größte Problem 😉 Er gelobt Besserung und verspricht, das nochmals zu üben….

Spitzi ebenfalls wieder in gewohnter Stärke auf Platz 4 und damit overall wieder gut im Rennen, Martin 8, Franz 9, Steffen Nils und Robin 13-16. Alle Ergebnisse und Wertungen könnt ihr nachvollziehen unter https://civa-results.com/

Noch eine Medaille

In der ADV geht’s eng zu, wie es nicht enger sein kann: Tobi Ohlig fliegt mega konstant und hat in der Free die Bronzemedaille errungen – herzlichen Glückwunsch an den Sauerländer! Ganze 0,3 Punkte dahinter flog Stefan „Zischi“ auf den 4. Platz und arbeitet sich peu a peu weiter nach vorne in der Gesamtwertung – weiter so! Nick und Richard landeten im guten Mittelfeld, aber mit geringem Punkteabstand, da ist nix verloren. Oli, Lars und Kurbel verbuchten einzelne HZ und sortierten sich etwas weiter hinten ein in die Tabelle.

Insgesamt entscheiden hier 80 Punkte zwischen Platz 1 und 10 – das verspricht großes spannendes Kino für die restlichen unbekannten Programme! Die Programme werden anspruchsvoller, und zwar bezogen auf die Figuren, das Positioning und vor allem auch die Höhenkalkulation.


Am Abend haben wir der Suna mal eine Pause gegönnt und sind geschlossen in ein schönes Restaurant nach Fayance gegangen und hatten einen vergnüglichen Abend zusammen. Das Team harmoniert wirklich ohne Ausnahme prima, es ist ein gesundes Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden und damit auch ein wichtiger Parameter für gute Leistgungen: jeder gönnt jedem den Erfolg, bspw. applaudierten gestern alle im Shelter am Start für jeden gelungen 180 Grad Außenrollenkreis unserer Kandidaten.

Diese Hitze

Unbarmherzig sticht der Planet auf das trockene staubige Südfrankreich herunter. Auch im Schatten der Bäume und Zelte steht die Luft und ist auf Dauer unerträglich. Sehr gefragt ist das physikalische Prinzip der Verdunstungskälte: hoch im Kurs stehen Cooling towels (die Suna hat via Amazon bereits Nachschub geordert), aber auch mehrmaliges Duschen mit Klamotten wird gerne praktiziert und sichert für etwa eine halbe Stunde die Abkühlung.

Laut Vorhersage bleibt es die ganze Zeit so, nur der Mittwoch soll angeblich ein paar Wolken entwickeln. Sinnvollerweise hat die Wettbewerbsleitung dies genutzt und einen Ruhetag geplant – auch aus Gründen der Flugsicherheit eine kluge Entscheidung, die wir dankbar annehmen. MikeZulu

Living outside the box

Das ist ja schon vielseitig und reizvoll, hier in Fayence an neutralisierten Tagen ein wenig zu entspannen und Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Gestern hatte die ADV Pause und wir sind mit mehreren Piloten nach Nizza gefahren – das hat schon was! Und klar ist nun für uns auch, woher der Name Cote d’Azur kommt, nämlich von dem wirklich tiefblauen klaren Wasser hier. Eine ausgiebige Tourirunde im offenen Bus hat uns gezeigt, daß hier nicht die ärmsten Franzosen zuhause sind.

Aber auch nähere Ausflüge lohnen sich und bringen etwas Abwechslung in das hitzige staubige Flugplatz-Allerlei. Wenig entfernt liegt ein wunderschöner Badesee, in dem man sich abkühlen und erfrischen kann, notfalls auch die Akkus des selbstgebastelten Antriebs für das Standuppaddlingboard ausprobieren kann.

Unbedingt möchte ich auf zwei Damen eingehen, ohne die auch diese WM aus dem notwendigen Teamgedanken heraus nicht denkbar wäre:

Franzi hat ihre „Kinder“ – ja, so werden alle Piloten von ihr tatsächlich angesprochen – voll im Griff mit ihrer natürlichen Autorität und Kompetenz in allen Fragen des Regelwerks. Sie ist wirlich eine prima Anführerin unseres Teams und verteilt auch gerne mal Streicheleinheiten für Piloten, bei denen es mal nicht so gut gelaufen ist, auch mal als Parodie vom brüllenden Motzer des Heutejournals, gell Niels?

Die Suna ist das Pendent der Franzi, was die ganze Organisation unseres Lagerlebens im deutschen Camp angeht: da wird das Frühstück bereitet, Tassen und Teller werden gespült, mit Dreisterne-Qualitäten ein Abendessen für die ganze Bande gezaubert und die ganzen Einkäufe getätigt. Ihr uneigennütziger Einsatz verdient allergrößten Respekt – Prädikat: besonders wertvoll!

Living in the Box

Inzwischen ist sowohl die ADV ihre erste Unbekannte geflogen und die UNL ebenfalls. Ein riessengroßes und lästiges Organisationsdefizit ist es, daß die Ergebnisse auch nach zwei Tagen vom Scoringoffice weder im Netz noch auf Papier veröffentlicht werden können. Anscheinend gibt es zu wenig Rechner, zerschossene FTP-Zugänge oder personelle Engpässe. Aus meiner Sicht wird man damit aber weder den Sportlern gerecht und auch nicht den Zuschauern oder Fans zuhause – ein klarer Minuspunkt zu lasten der Attraktivität unseres Sports. Und genau das sollten wir uns nicht leisten!

Egal und sei’s drum – kurz ein paar aufgeschnappte Eindrücke von den Piloten zu ihren Flügen: In der UNL gab es eine wirklich mega knifflige Figurensequenz: das war als Fig 3 erst ein negativer schiefer Humpty „Pimmel“ mit 4/8 Rollen im Abgangsteil zu fliegen, gefolgt von einem nach rechts geneigten negativen Pimmel, der eine halbe gestoßene Rolle im Aufgangsteil hatte; der K-Wert von 40 kommt da nicht von ungefähr. Leider muss ich hier (noch) ohne Bilder arbeiten, sonst hätte ich euch gerne mal die Skizze dazu gezeigt. Jedenfalls ist es fahrttechnisch nicht ganz so einfach zu lösen, und auch ganz vorne platzierte Piloten mussten Kompromisse eingehen und ihre Rückenlinien bewusst etwas flacher fliegen, um nicht durch die VNE-Schallmauer zu donnern.

Einiges Hirnschmalz musste auch in die letzte Figur investiert werden: ein 90 Grad Außenrollenkreis von Rücken- in Normallage; leider haben auch zwei unserer Piloten dabei gedrückt anstatt gezogen, was zwar einen wunderschönen richtungstreuen Innenrollenkreis bedeutet, aber halt die falsche Figur ist. Shit happens, wir alle kennen das….

Die ADV hatte ein navigationstechnisch anspruchsvolles Programm geflogen: dauernd ging es rauf und runter, mit und ohne halbe Rollen, Positiv und negativ rein und raus. Da kann man, zumal in der Wettbewerbsanspannung, gerne mal die Übersicht verlieren. Soeben kommen jetzt auch die Ergebnisse dieses Durchgangs: Nick, Tobi, Zischi und Richard platzierten sich unter den top ten! Allerdings sind hier, wie erwartet, die Punktabstände minimal: ganze 80 Punkte trennen Platz 1 von Platz 10 – da ist spannendes sportliches Kräftemessen bis zum letzten Abwackeln garantiert. MikeZulu

Und schon sind zwei Medaillen im Sack

Wow, was für ein schöner Einstand für mich in diesen Blog: unser Team hat gleich im ersten Programm der UNL zwei Podestplätze ergattert: der Wolfgang ist Einzelweltmeister des Known-Programms, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Michael „Spitzi“ Spitzer als Vizeweltmeister und Gewinner der Silbermedaille.

Im Laufe der Meisterschaft möchte ich auf die Piloten, die Programme und die Ergebnisse detailliert eingehen, damit auch die zuhause gebliebenen Acrofans ein wenig von den Ereignissen hier im heißen Südfrankreich erfahren können.

Fayence ist das südlichste Segelflugzentrum in Frankreich und wegen der geographischen Lage zwischen Meer und den Seealpen bei den Segelfliegern seit langem beliebt und stark frequentiert. Aber auch die Segelkunstflieger haben den Platz schätzen gelernt und so ist der verbandseigene Swift hier stationiert. Das deutsche Team ist quantitativ mit Abstand das stärkste im Teilnehmerfeld: In der ADV starten 8 deutsche von insgesamt 26 Teilnehmern, in der UNL sind es 7 deutsche von 19 Teilnehmern – es gehen für Deutschland an den Start:

ADVANCED

  • Oliver Frank
  • Manuel Höllmann
  • Andre „Kurbel“ Kubasik
  • Richard Münzenberger
  • Tobias Ohlig
  • Lars Reinhold „Tastaturakrobat“
  • Nick Weiss
  • Stefan Zistler „Zischi“

UNLIMITED

  • Steffen Engel
  • Franz Hager
  • Robin Kemter
  • Martin Pohl
  • Wolfgang Schieck
  • Michael Spitzer „Spitzi“
  • Niels von Rabenau

Daß wir aber auch qualitativ mithalten können, zeigen die Ergebnislisten der ersten Durchgänge! In der ADV sind die Punkteabstände minimal, Richard flog auf den 6. Platz, Oli auf 8, Manuel 12, Nick 13, Zischi 15, Kurbel auf seinem Salto hervorragender 18., Lars auf 25. Leider haben zwei bekannte böse Buben zwei unserer Teilnehmer böse erwischt: Stefan „Zischi“ Zistler fehlten unten 20 Meter und er kassierte 70 Low-Penalties und ist die letzte Figur nicht mehr geflogen.

Noch mieser fühlte sich für Lars der Besuch des gefürchteten „Programmvogels“ gleich nach der ersten Figur an: dieser böse Lump hat im Hirn von Lars schlagartig und heimtückisch kurzzeitig für Konfusion gesorgt und ihm ohne Vorwarnung (wie es seine miese Art ist) die Unsicherheit eingeimpft, ob die nächste Figur jetzt 2 oder 3 ist. Angedeutet hat er korrekterweise die Nummer 2, hat sich dann aber von den eingeimpften Zweifeln verleiten lassen und ist Figur Nummer 3 geflogen. Freunde, ihr wisst es alle: es gibt Piloten, die haben das hinter sich und andere, die haben es noch vor sich!

Nach Maß verlief der 1. Durchgang bei den UNL: Gold für Wolfgang Schieck Silber für den Spitzi -Glckwunsch und Respekt den beiden sympathischen Jungs. Franz Hager landete super gut geflogen auf 7, Steffen Engel legte ebenfalls seinen besten WM-Start hin auf 8, Robin hatte leichte Probleme mit einem Männchen auf 14, Martin auf 15 und Niels lässt sich auf 17 noch alle Optonen nach oben offen.

Heute haben wir in der ADV einen freien Tag wegen der vorhergesagten Höhenwinde out of limits. Wir fahren nach Nizza ans Mittelmeer und suchen ein wenig Abkühlung am und im Wasser. Heute Abend kümmere ich mich mal um die Integration von Bildern und kann euch dann noch besser informieren und teilhaben lassen.

MikeZulu

Tag 1 ist geschafft.

Die WM der Advanced begann spannend: Kurbel (Andre Kubasik) demonstrierte den Schiedsrichtern seinen Salto.
Lediglich 2013 trat einmal ein Salto zur WM an.

Mit reichlich Verspätung begann der erste Wertungsdurchgang. Anstatt um 09:30, startete Kurbel um 11:22 zu seinem ersten WM Flug.
Danach ging es nicht wesentlich schneller weiter. Der letzte Pilot landete gegen 18:30. Es war bereits frühzeitig absehbar und gegen 16 Uhr wurde für die Unlimited Klasse der heutige Tag neutralisiert.
Morgen früh um 09:30 soll es für sie den ersten Start geben. Wir bleiben gespannt.

Alles in allem sind wir zufrieden mit der gezeigten Leistung, können aber noch keine Wertungen einsehen, da es auch Probleme mit dem Upload auf die civa-results.com Website gibt.


Erfreuliche Nachricht: es wurde ein weiterer Dusch-Container geliefert.

Noch nicht erfreulich: es ist kein Strom angeschlossen…

Morgen wird es sicher besser 😄

WM-Tagebuch Fayence 2026: Das deutsche Team ist angekommen

Nach einer langen Anreise über mehrere Tage, ist die deutsche Nationalmannschaft mittlerweile vollständig in Fayence eingetroffen. Seit Montagabend sind sowohl das Team UNLIMITED als auch das Team ADVANCED komplett vor Ort und konnten bereits erste Trainingsflüge im berühmten französischen Segelflugzentrum absolvieren.

Traditionell schlägt das deutsche Team sein Lager direkt auf dem Flugplatz auf. Zwischen Zelten und Wohnmobilen wird für die kommenden eineinhalb Wochen gelebt, gekocht, analysiert.

Die ersten Trainingstage boten Gelegenheit, sich mit Gelände, Wetter und den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Während die deutsche Mannschaft einsatzbereit erscheint, hinterlässt die Organisation vor Ort bislang noch einen gemischten Eindruck. An vielen Stellen gibt es noch Luft nach oben, und aktuell wirkt es noch nicht so, als würde hier in wenigen Tagen eine Weltmeisterschaft mit internationalem Teilnehmerfeld stattfinden.

Für heute, den 2. September, stehen ausschließlich Vorflüge für die Judges auf dem Programm. Um 15:00 Uhr findet das Eröffnungsbriefing statt, bevor um 18:30 Uhr die offizielle Eröffnungsfeier den Startschuss für die World Gliding Aerobatic Championships (WGAC) und die World Advanced Gliding Aerobatic Championships (WAGAC) 2026 gibt.

Ab morgen richtet sich der Blick dann endgültig auf den Wettbewerb. Das deutsche Team ist bereit.