Nochmals mit allerhöchster Konzentration und Wachsamkeit haben die deutschen Piloten ihre Aufgaben erfüllt und ihre persönlichen Zielsetzungen nahezu vollständig erreicht! Dem gesamten Team gebührt größter Respekt vor den einzelnen sportlichen Leistungen und den erzielten Ergebnissen: im Moment ist es schwierig, die Medaillenflug zusammmenzufassen – wir warten noch auf die bestätigten Endergebnisse. Nur soviel vorab: es werden wohl gut über 15 Medaillen und Podestplätze werden, die das deutsche Team errungen hat.
Dieser Tobi
Wie schwer muss es sein, seine Führung in drei Durchgängen verteidigen zu müssen im Bewusstsein, dass die Konkurrenten alles andere als Pappnasen sind und einem unerbittlich angriffslustig auf den Fersen liegen!

Weltmeister Tobi Ohlig nimmt die verdienten Glückwünsche nach der Landung entgegen
Tobi Ohlig war die Anspannung anzumerken, aber er hat performt – und wie er das hat! Weltmeister im Einzel und im Team und dann noch Gold in der Wertung der Unbekannten Programme – mehr geht nicht und der Sauerländer hat am Ende alle in allen Disziplinen überragt – wir sind stolz auf unseren ADV-Vorturner, und wie!
Dieser Spitzi
Gestern war der Tag der Entscheidungen für beide Klassen UNL und ADV. Am Morgen flogen die UNL ihre 4. Unbekannte als Abschlußprogramm: es war eine äußerst selektive Figurensequenz, vor allem die „Träne“ Nr. 5 und der P-Loop mit halber gerissener Rolle Nr. 7 trennten neben dem Männchen und dem abschließenden Rollenreis diesmal die Spreu vom Weizen.
Unserem Spitzi war schon in seinen Vorbereitungen und beim Start die absolute Entschlossenheit anzumerken, dabei nochmals „einen rauszuhauen“ – und wie er das tat: wir standen alle gespannt unten und verfolgten, teilweise mit spontanen Jubelrufen und Applaus, seine Darbietung. Neben den schönen Figuren gelang ihm auch ein ausgezeichnetes Positioning mit einem Wert von 8,57 auf dem Wertungsblatt.
Für Spitzi reichte es damit auf Platz 2 in dem Tagesdurchgang und er sicherte sich dadurch in der Gesamtwertung die Silbermedaille – Glückwunsch und Respekt für den auf dieser WM erfolgreichsten UNL-Piloten. Insgesamt (wir müssen noch zusammenzählen) hat er lt. Franzi ganze 7! Silbermedaillen erflogen, er braucht wohl starke Halsmuskeln bei der Siegerehrung 😉
Dieser Steffen
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, wie begeisiert ich von den drei letzten Flügen von Steffen Engel war! Zwar folgte er dem Spitzi im letzten Durchgang mit einigem Abstand, aber er löste die Aufgaben ohne Null und es wurde der 6. Platz in der Tageswertung. ABER: seine Leistungen waren dermaßen gut und konstant im Verlauf der Meisterschaft, daß es der Steffen zusammen mit dem Spitzi in der Teamwertung zur Silbermedaille reicht: er ist förmlich von Flug zu Flug über sich hinausgewachsen! Das tut dem stets analysierenden Luftahrtingenieur bestimmt gut bis runter in den großen Zeh und wir freuen uns sehr mit und für ihn!

Das 6. Programm UNL


Die ersten fünf Plätze tragen deutsche Namen
Diese Mannschaft
Wir wissen alle, welchen Stellenwert die Rahmenbedingungen für den Erfolg in so einer hochgradig kognitiven Sportart hat. Und alle sind sich einig, daß diese Rennen hauptsächlich im Kopf entschiedenu werden. Ein guter Mannschaftsgeist, wohlwollender und unterstützender Umgang untereinander und gegenseitige Wertschätzung sind unabdingbar für gelingende Flüge. Nicht falsch verstehen: ich meine damit nicht das bekannte Zitat von Seppl Herrberger, wonach seine Kicker 11 Freude sein sollen! Aber ich bin davon überzeugt, daß die gute Atmosphäre im deutschen Camp sehr zu den eingeheimsten Resultaten, Medaillen und Podestplätzen geführt hat.
Diese Mädels
Nicht genug gehört das Engagement von Franzi (Teamchefin) und Suna (Campmanagerin) gelobt. Ihr uneigennütziges Engagement für die gemeinsamen Ziele die ganze Zeit ist vorbildlich und besonders lobenswert: DANKE DAFÜR!
Diese ADV-Piloten rauben uns noch den letzten Nerv
Ganz ehrlich: so spannend habe ich noch keine Wertung miterleben dürfen! in der zweiten Hälfte der Meisterschaft hat sich so spannendes ein Kopf-an-Kopf-Rennen ja schon abgezeichnet, aber daß die Jungs das tatsächlich und mit wachsender Dynamik so hinzirkeln, daß am Ende selbst das Scoring-Office mehrmals rechnen muss, um die offiziellen Ergebnisse zu publizieren, das ist schon einzigartig.
Fest steht: es gibt kein Podium ohne deutsche Beteiligung! Fast alle Entscheidungen gehen an deutsche Piloten – angeführt vom Überflieger und Doppelweltmeister Tobi Ohlig als dreifacher WELTMEISTER in der Einzel- Team- und UNKNOWN-Wertung! Es fehlen einem beinahe die Worte für derartige Dominanz.
Das Abschlußprogramm war mit erneut vielen Rollbewegungen und Richtungswechseln anspruchsvoll, aber haltet euch fest: die deutschen Spitzenpiloten erflogen sich einen fünffach-Sieg, angeführt vom Manuel Höllmann und gefolgt von Tobi, Richard, Nick und Zischi. Was für eine exponentiale Dynamik in der zweiten Meisterschaftshälfte: Programm 4 mit 3 Deutschen vorne, Programm 5 mit 4 und Programm 6 mit 5 deutschen Nationalfarben ganz vorne auf der Liste.
An Spannung für alle Beteiligten und Verwandten und Bekannten ist so ein Verlauf echt kaum zu überbieten; da entscheidet ein falscher Huster oder ein zu langer Wimpernschlag gleich über Podestplatz oder bedeutungslosem Nichts im Mittelfeld. Die Nerven haben alle Acrobaten aber behalten, sie haben ihre Leistungen abgerufen und wurden am Ende mit zahlreichen Medaillen blohnt.
Auch hier möchte ich alle Piloten erwähnen, die nicht immer ganz vorne im Rampenlicht stehen und Erwähnung in den Kommentarspalten und Siegeslisten finden. Der olympische Sportsgeist ist gerade bei ihnen m.E. ganz ausgeprägt festzumachen und zu beobachten: obwohl es höchstwahrscheinlich nichts zu gewinnen gibt an Ruhm, Ehre und Lorbeerkränzen, investieren diese Sportler immense materielle und mentale Ressourcen für ihren Sport – ich bin davon sehr berührt und verdrücke manches Tränchen, wenn ich das immer wieder beobachten darf! Glaubt es mir: ohne diesen Idealismus und diese Begeisterung wären Wettbewerbe überhaupt undenkbar. Ich verneige mich vor dem Willen und der Begeisterung gerade auch der nicht ganz vorne platzierten Pilotinnen und Piloten.
Diese Weltmeisterschaft ist sportlich gesehen jetzt rum, die Ränge und Platzierungen sind ausgeflogen. Heute abend gibt es noch die offizielle Siegerehrung und eine Abschlußfeier. Dann tritt der große deutsche Troß seine lange Heimreise an und braucht erstemal einige Zeit, um die Erlebnisse und Ereignisse von hier aufzuarbeiten. Im Stakkato der Geschehnisse im laufenden Wettbewerb ist das schlicht unmöglich!
Ich möchte euch von daheim aus dann gerne noch ein Fazit aus meiner Sicht zusammenstellen und auf die Ergebnisse im Detaill eingehen. Nur soviel kann ich euch am Ende zusammenfassen: um den deutschen Segelkunstflug ist es gut bestellt! Sowohl in der Breite als auch in der Spitze im Leistungssport haben wir gute Strukturen etabliert, die ein Wachstum ermöglichen und ihren Niederschlag bei nationalen Meisterschaften finden – quantitativ und qualitativ.
Aber es gibt auch einige dunkle Wolken, die in unsere Box ziehen: die Strukturen der CIVA und der Judges bedürfen einer Strukturreform, vor allem aber auch einer Verjüngung und des Zuflusses neuer Idealisten und Visionäre. Es gibt dafür kompetete und willige Ehrenamtler und wir können diesen Bemühungen nur allerbesten Erfolg wünschen!
MikeZulu















