Nervenkitzel

Competition Day 1 !!!…Es geht los!

Gleich am ersten Wertungstag wollte uns die Sportleitung in allen Belangen fordern.

So war anfangs Geduld angesagt, wurde das Briefing doch um 15min verschoben, weil „the complicated weather“ neue Aufgaben notwendig machte. Diese wurde dann aber bei recht passabler Optik erst um 11:40 an die Teamcaptains verteilt,- sodass der Start um 12:00 beginnen konnte.

Morgens fand unser Teambriefing mit Wetteranalyse und einer Idee des Abflugzeitpunktes statt.

Einen quasi Tagessieg vom Vortag gab es auch zu küren,- hatte Christoph sich doch eindrucksvoll in der B-Wertung („kultureller Austausch“) profilieren können, was vom gesamten Team natürlich dementsprechend honoriert wurde.

Quelle: Illuminati Leszno

Aber eigentlich sind wir noch gar nicht soweit.

Heute Morgen empfing uns erst einmal eitler Sonnenschein, der zur Briefingzeit nur von einigen Cirrenfeldern getrübt wurde.

Grundsätzlich wird unser Sommerwetter momentan von einem langgestreckten Tiefdruckgebiet beeinflusst, welches nördlich von uns liegt.

Nach einer kurzen Stabilisierung war unsere Erwartungshaltung die, dass sich eine Labilisierungszone von Westen her nähert.

Quelle. TopMeteo

Dementsprechend bestand nach Verteilung der Aufgaben unsere Taktik in einer nördlichen Task-Ausrichtung, lag doch im Süden ohnehin noch ein feuchtes Luftpaket.

Aufgrund der Temperaturschichtung hatten wir mit Schauern gerechnet,- aber dazu später.

In allen Klassen standen sogenannte Assigned Area Tasks auf dem Aufgabenzettel. Dies sind Aufgaben, die eine gewisse Kreativität ermöglichen und fordern und ebenfalls natürlich die Bodencrew, gerade, wenn die meteorologische Konstellation kompliziert ist.

Vor und während des Fluges dachten wir verschiedene Varianten an. Die Situation in der Luft ist dann doch meistens anders, sodass es immer spannend ist, abends die geflogenen Strecken mit den morgendlichen Ideen zu vergleichen und dann möglicherweise staunend festzustellen, welche interessanten Varianten möglich waren.

Danke an „Naviter““ für das QudieN IGC-Sponsoring!

Insgesamt war die Idee, früh abzufliegen, was auch so umgesetzt werden konnte.

Nach anfänglich toller Optik kündigten sich aber schnell Richtung Westen Schauer an, die uns gegen 15 Uhr erreichten. Als wir dann auf den Platz gingen, waren wir doch von der Optik überrascht

Der erste Sektor war für die meisten eine lösbare Aufgabe. Spannend wurde es im zweiten und vor allem im dritten Sektor, bzw. auf dem Weg nach Hause, denn dort zog die Schauerlinie mit Regen und Abschirmungen hin. Plötzlich war eine komplett andere Taktik gefragt und es ging nicht mehr um einen hohen Schnitt, sondern überhaupt ums „oben bleiben“ um den Zielkreis über der Minimalhöhe zu überfliegen.

Der Endanflug-Krimi durch die Schauerlücken

Überlagerung: Task „GlideAndSeek“ mit „Skysight“-Sat-Bild

Die früh Abgeflogenen waren hier eindeutig im Vorteil. Die Schauer ließen nur marginale Lücken offen, durch die man sich mit ein bisschen Glück hindurchschlängeln konnte.

Uli sagte heute Morgen in Bezug auf das komplexe Wetter: „Irgendwie müssen wir den heutigen Tag überstehen.“

Ich glaube, das haben wir ganz gut geschafft.

Die Wertungen findet ihr unter:

https://www.soaringspot.com/de/egc2023/

Morgen ist ein neuer Tag und dann sehen wir uns  hoffentlich wieder.

Bis dahin, do widzenia i miłego wieczoru (tschüss und einen schönen Abend)
Euer Team aus Leszno

Opening

Heute um 10:00 startete mit der polnischen Nationalhymne die feierliche Eröffnungsfeier. Diese war erfreulicherweise recht kurz gehalten und endete mit den Worten des Jury Präsidenten Bruno Ramseyer:

„The 21st European Gliding-Championships in Open, 18m and Double-Seater – Class are open“.

Die FAI Flagge wurde gehisst, die Hymne gespielt und dann zu einem liebevoll angerichteten Brunch im 1639, des sog. „goldenen Zeitalters“ von Leszno, erbauten Rathauses, geladen.

Quelle und info:

https://regionwielkopolska.pl/de/katalog-obiektow/ratusz-w-lesznie/

Eine kleine Tanzeinlage von obiger Truppe durfte zur Abrundung nicht fehlen und wurde allen Teams lebhaft beklatscht.

Team EGC 2023

Quelle: Illuminati Leszno

Den restlichen Tag nutzen wir nun zur Vorbereitung für morgen.

Jeden Tag gibt es eine aktuelle Luftraumdatei, die (ggf. schon am Vortrag) in die Geräte geladen werden möchte, die Flieger und Equipment werden noch einmal gecheckt und aktualisiert, letzte Teamabsprachen gehalten und die Wettersituation für morgen und die nächsten Tage analysiert.

Der Zeitrahmen jeden Tages ist eng und fängt mit dem Startaufbau frühmorgens an. Vorher gibt es einen Gewichtscheck auf der Waage.

Um 10:00 ist das Briefing im relativ luftigen & großzügigen Briefingzelt.

Danach machen wir unser Team-Briefing in dessen Vorlauf es ein Meeting der Team-Captains gibt und die Wettervorbereitung und Streckenanalyse.

Ja…und dann wird geflogen!

Bis dahin also,- CU tomorrow, euer Team aus Leszno

#2 Erster Wertungstag

Freitag, 28.07.2023: Es regnet ununterbrochen. Wie aus Kübeln gießt das Wasser aus den Wolken. Auf unserem Facebook-KanalGerman Glider Aerobatic Team“ kann man das ganz gut erkennen. Fazit: Heute wird nicht geflogen, vorerst ist der 2. Wettkampftag offiziell verschoben.

So bleibt ein bisschen Zeit, um den gestrigen 1. Wettkampf- und Wertungstag (27.07.2023) Revue passieren zu lassen.

Vorab: #TeamGermany war insgesamt beeindruckend!

Bei einem Kunstflug-Wettkampf werden die Pilotinnen und Piloten anhand ihrer Programme oder Küren von einer Jury bewertet. In diesen Programmen sind Kunstflugfiguren in einer festen Reihenfolge angeordnet.

Beim ersten Wertungsflug starten die Teilnehmenden mit ihrem „Free Known“ Programm. Dieses Programm stellen sich die Pilotinnen und Piloten im Vorfeld zum Wettkampf aus vorgegebenen Figuren selbst zusammen.

Viele Punkte gibt es für eine Figur, wenn die Winkel exakt geflogen, die Kreisradien gleichmäßig und die Linien gehalten werden. Dafür wird u.a. ein gutes Höhen- und Geschwindigkeitsmanagement sowie eine gute Positionierung in der 1km x 1km x 1km Kunstflugbox benötigt. Denn: wer unterhalb von 200m fliegt, kassiert ein „low“ und viele Punktabzüge.

Bereits beim Eröffnungsbriefing am Mittwoch wurde die Startreihenfolge des 1. Wertungstages ausgelost: alle Pilotinnen und Piloten haben einen mit Nummern verzierten Lebkuchen (das Wahrzeichen der Stadt Torun!) ziehen dürfen. Unsere beiden deutschen Meister Richard Münzberger (Klasse Advanced) und Wolfgang Schieck (Klasse Unlimited) haben jeweils die Nummer #2 gezogen. (Auch an den nächsten Tagen sind wir immer früh mit dabei…)

Der Donnerstag begann also mit einem frühen Frühstück im Camp und dem obligatorischen Briefing um 0800 lct. Startbereitschaft für die Klasse Advanced mit ihren 34 Pilotinnen und Piloten war um 0900 lct. Die 16 Teilnehmenden der Klasse Unlimited starteten erst am späten Abend.

Ich möchte es gar nicht lange hinauszögern: #TeamGermany ist in der Klasse Advanced derzeit auf Platz 2. Das ist insbesondere bemerkenswert, da 5 unserer 6 Advanced Pilotinnen und Piloten dieses Jahr erstmalig an einer WM teilnehmen. Auch die meisten aus der deutschen Unlimited Klasse haben sich schon mit ihrem ersten Flug bzw. dem Known Programm sehr gut platzieren können.

In der Klasse Advanced mit insgesamt 34 Konkurrentinnen und Konkurrenten haben sich unser Lars Czernek und Richard Münzberger unter die Top10 geflogen. Auch in der Klasse Unlimited stehen unsere Piloten Michael Spitzer, Wolfgang Schieck und Robin Kemter mit den Plätzen 5-7 ganz oben dabei.

Die einzelnen Ergebnisse des ersten Wertungstages mit dem „Free Known“ Programm sowie alle folgenden Ergebnisse können aktuell unter folgenden Links abgerufen werden: 13. WAGAC (Advanced) und 25. WGAC (Unlimited).

Was nun folgt, sind weitere Wertungstage mit jeweils neuen, unbekannten Programmen („Unknown“). Dazu werden im ersten Schritt von jeder Nation eine einzelne Figur vorgeschlagen. Im zweiten Schritt erstellen die Nationalteams aus diesen einzelnen Figuren ein vollständiges Programm und reichen es bei der Jury ein.

Die Herausforderung nicht nur für WM-Rookies besteht darin, ein möglichst harmonisches Programm zu erstellen, bei dem alle Figuren mit ihren unterschiedlichen Ein- und Ausgangsgeschwindigkeiten, Normal- und Rückenfluglagen und Flug-Richtungen in der Box berücksichtigt werden. Wir sind stolz darauf, wie gut #TeamGermany dabei zusammenarbeitet und von den Erfahrungen aller Teammitglieder profitieren kann.

Sobald alle Nationen ein Programm bei der Jury eingereicht haben, wählt die Jury daraus eines aus.

Dieses „unknown“ Programm muss von allen Pilotinnen und Piloten beim zweiten Wertungsflug (nach aktueller Wetterlage: voraussichtlich am Samstag, den 29.07.2023) geflogen werden.

Damit genug von Wertungstag #1. Wir sind nun unterwegs und erkunden den restlichen Tag die Stadt Torun. Auf dem Programm stehen das Stadtbad und eine gesellige Runde Lasertag.

Weiterhin wünsche ich allen teilnehmenden Pilotinnen und Piloten aus allen Nationen viel Erfolg und allzeit weiche Landung!

Autorin: Stephanie Köchel

Es geht (so langsam) los!!

WELCOME!

Wir möchten euch, Flieger und solche, die es werden wollen, aber auch alle Interessierten, mit auf den Weg nehmen, uns auf dieser kleinen Wettbewerbsreise zu begleiten. Dabei lassen sich die Aufgaben „live“ mitverfolgen z.B. über https://glideandseek.com/

Dies geht mit Eingabe der „SoaringSpot“urls der jeweiligen Task.

Vielleicht gibt es auch noch ein live-tracking mit einer Verzögerung von 15min.

Da wir ja auch Nicht-Flieger ansprechen wollen, versuchen wir, ein für alle verständliche Spreche zu finden 😊 und ein paar Sachen, die Insidern natürlich klar sind, zu erklären. Überwiegend wird dieser Blog als Tagebericht geschrieben, wenn sich tagsüber die Zeit für ein paar Zeilen ergibt, dann versorgen wir euch natürlich gerne mit Infos zum Wetter, Aufgaben und kleine Stories im Hintergrund.

Seid einigen Tagen weilen wir jetzt schon in Polen.

Wo liegt Leszno, dem Austragungsort und wer sind “WIR“, das Team Germany?

Leszno liegt ungefähr 2,5 Autostunden südöstlich von Berlin, fast auf einer Linie zwischen Posen (Poznań) und Breslau (Wrocław)

Es gibt eine Unterteilung der Wettbewerbsklassen in „Große-Klassen“ und „Kleine Klassen“

Hier fliegen jetzt die „Großen“, sprich:

  • Offene Klasse (Markus Frank, Oliver Binder)
  • 18m-Klasse (Sebastian Huhmann, Christoph Nacke)
  • Doppelsitzer-Klasse (Freddy Müller/Basti Hörber, Uli Gmelin/Chrissi Grote)

Oliver, Sebastian, Markus und Christoph (von linke)

Chrissi und Uli, Freddy und Bast & Wolli für den Support im Hintergrund (von links)

Nicht zu vergessen Maria, Ella, Eva, Emil, Fritz, Robert, Sophia, Fin, Christiane, Stefan

Heue isz das Wetter, wahrscheinlich wie in vielen Gegenden Nordeuropas ziemlich Herbstlich und durchwachsen.

Qeulle : Wetterzentrale.de

„Die „typische“ Westwind-Sommerlage in Mitteleuropa (die wir lange nicht hatten…)

Nach den gesten ein schöner Trainingstag war, kümmern wir uns heute mehr um Regeln Lufträume, wie hoch man wann beim und nach dem  Start den Motor benutzen darf und so einige „lebenswichtige“ Details.

Morgen früh ist dann um 10:00  Uhr die Eröffnung auf dem Marktplatz, bevor es Sonntag den vielleicht ersten Wertungstag gibt.

Wir verabschieden uns bis morgen, eurer Team aus Leszno!

#1 Trainingsflüge und Opening

22.07.2023: „Gibt es schon eine ETA?
(Franziska Kaiser, Trainerin der Segelkunstflug-Nationalmannschaft und bereits seit frühem Nachmittag am Flugplatz in Toruń)

auch am 22.07.2023: „2315 lct“
(Richard Münzberger, Teilnehmer in der Klasse Advanced).

Ja… es ist nicht einfach, alle Teammitglieder bei der Anreise zur Weltmeisterschaft (WM) zu koordinieren. Insgesamt haben sich 12 Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft für die Teilnahme an der WM qualifiziert. Sechs der Pilotinnen und Piloten treten dabei in der Klasse „Advanced“ an: beim 13. World Advanced Glider Aerobatic Championship (WAGAC). Die anderen sechs Piloten treten in der Klasse „Unlimited“ beim 25. World Glider Aerobatic Championship (WGAC) an. Auf unsere 12 Teilnehmenden werden 8 Flugzeuge (mit)kommen. Mit dabei sind natürlich auch Familie, Bekannte und Freunde. Der Campingplatz ist voll. Das deutsche Team vereint.

Ausrichter ist dieses Jahr der Aeroklub Pomorski aus Toruń, Polen. Der Wettkampf wird offiziell mit einem Briefing am Mittwochabend und den ersten Wettkampfstarts am Donnerstag, den 27.07.2023 eröffnet. Trainingsflüge sind sogar schon am Wochenende vor der Eröffnung möglich.

So bietet es sich an, dass sich #TeamGermany bereits am Samstagmorgen zu einem Frühstück auf dem Flugplatz in Schönhagen trifft, um die Weiterreise nach Polen gemeinsam anzutreten.

International bekannt ist das deutsche Team auch für die Vielzahl an Wohnmobilen, Wohnwägen, Zelten, Kühlschränken und Eismaschinen, die ihren Weg mit auf die WM finden. Leider ist unsere Nationalmannschaft die einzige, die in diesem Jahr auf dem Flugplatz ihr Camp aufbaut – umso gemütlicher konnten wir es uns auf dem von Bäumen umsäumten Flugplatz einrichten.

Nach diesen inoffiziellen Einblicken folgt eine kleine Übersicht über die Flugzeuge, mit denen unsere Pilotinnen und Piloten bei der diesjährigen Weltmeisterschaft an den Start gehen:

D-3168 Swift S-1
Gisbert Leimkühler, SFC Melle-Grönegau – Klasse Unlimited

D-3735 Swift S-1
Michael Spitzer, LSV Sauerland – Klasse Unlimited
Tobias Ohlig, LSV Hünsborn – Klasse Advanced

D-4559 SZD-59 Acro (vom: Förderverein Segelkunstflug Bayern e.V.)
Richard Münzberger, Fliegerclub Oschatz e.V. – Deutscher Meister Segelkunstflug Klasse Advanced

D-5542 Swift S-1
Jens Hohmann, SFG Kaliwerk Hattorf – Klasse Unlimited

D-6660 MDM-1 Fox (vom: Förderverein Segelkunstflug im BWLV e.V.)
Ines Pfabe, LSV Degerfeld – Klasse Advanced

D-6668 SZD-59 Acro (vom: Förderverein Segelkunstflug Rheinland-Pfalz e.V.)
Nora Geusen, LSV Hegenscheid – Klasse Advanced

D-7125 Swift S-1 (vom: Kunstflug Förderverein Aufschwung Ost e.V.)
David Tempel, LSV Gifhorn – Klasse Advanced
Lars Czernek, LSG Schäferstuhl – Klasse Advanced
Robin Kemter, FSR Kraichgau – Klasse Unlimited
Sebastian Dirlam, FSG Datteln-Bork – Klasse Unlimited

D-9590 Swift S-1
Wolfgang Schieck, SFZ Königsdorf – Deutscher Meister Segelkunstflug Klasse Unlimited

Bei einer Weltmeisterschaft im Kunstflug zeichnet sich also ab, das präferiert mit einem der folgenden drei Flugzeugtypen angetreten wird: einem Swift S-1, einem Fox MDM-1 oder einer SZD-59 Acro. Wir sind dankbar für den hohen Bestand an (Förder-)Flugzeugen in unserem Team – denn beispielsweise der Swift wird nicht mehr produziert und ist auch mit seinen 30 Jahren schon fast ein Oldtimer.

Neben dem deutschen Team treten außerdem Teams aus den Niederlanden, den USA, Italien, Polen, Tschechien, Österreich, Frankreich, Japan und Rumänien an.

Übrigens bringen nicht alle der Teams eigene Flugzeuge mit – die US-Amerikaner und der Japaner Takashi Sakai fliegen beispielsweise kurzfristig auf dem polnischen Fox, während der Franzose Thibaut Fromantin auf dem ungarischen Swift starten wird. Das vereinfacht die Anreise.

Für viele aus unserem #TeamGermany ist es sogar ihre erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Von der Erfahrung, die die anderen Piloten aus unserem Team mitbringen, können sie dabei profitieren. So sind beispielsweise die meisten aus der Klasse Unlimited seit vielen Jahren bei internationalen Wettkämpfen dabei und können Ines, Lars, Nora, Richard und Tobias aus der Klasse Advanced sowie Jens aus der Klasse Unlimited zur Seite stehen, die sich dieses Jahr erstmalig für die Teilnahme an einer WM qualifiziert haben.

Fast alle nutzen seither die Trainingstage um sich bestmöglich auf die eigenen oder fremden Flugzeuge und die Kunstflug-Box einzustellen. Insgesamt kommt unser Team auf über 40 Trainingsstarts in Torun – das beinhaltet jeweils einen F-Schlepp auf 1250m mit den örtlichen Schleppmaschinen und ein „Abturnen“ in der 1km x 1km x 1km-großen Kunstflugbox. Die Kosten für diese F-Schlepps tragen die Pilotinnen und Piloten dafür selbstständig.

Bei der „opening ceremony“ am Mittwoch durften sich alle Teams unter der gehissten Fahne der FAI vorstellen – und natürlich nutzten wir die Gelegenheit für ein weiteres Gruppenfoto.

Die Namen der Pilotinnen und Piloten aller Nationen sind auf der Website des Ausrichters (https://wagac2023.eu/) zu finden. Die Startreihenfolgen und die Ergebnisse können aktuell unter folgenden Links abgerufen werden: 13. WAGAC (Advanced) und 25. WGAC (Unlimited).

Schließlich bleibt mir, allen teilnehmenden Pilotinnen und Piloten aus allen Nationen folgendes zu wünschen: Viel Erfolg beim Wettkampf und allzeit gute Landung!

Autorin: Stephanie Köchel

15.07.2023 – Abschlusszeremoniell

12:00 Uhr Leider reichlich spät für die weite Heimreise ;-( begann das Abschlusszeremoniell:

Die Team-Wertung ging an Tschechien (Team-Captain: Petr Krejcirik), Zweiter Frankreich (Eric Napoléon) und Deutschland auf dem 3.Platz (Reimar Möller)
Unser Dreamteam aus der Clubklasse 🙂

Die Ergebnisse:

Clubclass:

RangTeamWBKFlzPunkte
1.Louise RodriguezFRAHGLS 76.486
2.Michaela KrizovaCZ6LLS 46.444
3.Daniela Wilden (Dani)GERFOXiLS 76.375
5.Carolin Rothhardt (Caro)GERPGLS 76.138
11.Ulrike TeichmannGER99LS 45.344

Standardclass:

RangTeamWBKFlzPunkte
1.Barbora MoravcovaCZJBLS 88.704
2.Aude UnterseeFRAJPADiscus 2a8.656
3.Marilyne Abadie-BérardFRAAXDiscus 2a8.605
4.Sabrina VogtGERHZDiscus 2a8.413
8.Cornelia Schaich (Conny)GER3SLS 87.378
12.Karen WilkenGERVZLS 86.835
15.Ilka Elster-BackGER71LS 8e5.446
18m Class:

RangTeamWBKFlzPunkte
1.Alena NetusilovaCZZEJS38.885
2.Mélanie GadouletFRALBJS38.571
3.Anne DucarougeFRAKWJS38.459
6.Katrin SenneGERBKJS37.983
8.Sandra MalzacherGERLEOASG 296.591
10.Anja BarfussGERJ3ASG 29 Es5.982

Nach der Siegerung traten alle die Heimreise an , bei ca. 16-24h Fahrzeit wahrlich auch noch einmal eine anstrengende Disziplin.

Vielleicht gelingt mir noch in den nächsten Tagen ein Gesamt-Resümee – ansonsten verabschiede ich mich aus dem Blog

Euer „Blogger aus Garray“ Uwe ‚August‘ Augustin 🙂

14.07.2023 – das große Finale

Heute ist bereits der letzte Tag der Weltmeisterschaft, es scheint auch wieder einmal ein anderes, neues Wetter zu werden, jedenfalls fühlt es sich etwas anders an. als die letzten Tage. Während bei der Autofahrt zum Flugplatz noch 16°C auf dem Thermometer stehen, versucht man sich jetzt um 11:30 Uhr aufgrund der Hitze nur noch wenig zu bewegen – und das Tagesmaximum ist noch weit entfernt. Die ersten Cumuli zaubern sich heute jetzt schon an den Himmel, im Briefing wurden uns Wolken versprochen – sowohl im Flachland mit 2/8 als auch in den Bergen (3/8). Aber gestern kam ja auch alles anders als gedacht.

Im Grid steht heute mal wieder die Standardklasse vorn, gefolgt von der Clubklasse, am Ende die 18m mit ihren 12 Flugzeugen. Wer gedacht hat, dass sich nach 2 Wochen Wettbewerb + 1 Woche Training die Prozesse so langsam eingespielt haben, wurde heute wieder leider eines besseren belehrt. Bei den Aufgaben des Tages tauchten im Briefing zu Recht ganz viele Fragen auf – u.a. wurde aus Sicherheitsgründen ein Wendepunkt-Sektor (im Racing) von 500m auf 3km vergrößert, weil zwischen Luftraumdeckel und Berg-Wende nur ganz wenig Platz ist (ähnlich wie gestern bei den Clubbies)!

Wertungstechnisch ist die 18m-Klasse ziemlich stabil, da sollte es ‚mit dem Teufel zugehen‘, falls Alena Netusilova der Titel noch entrissen werden kann, dahinter auf den Medaillen-Plätzen sitzen 2 Französinnen ebenfalls fest im Sattel – auch wenn hier unter den Teamcaptains ein Protest über ‚unerlaubte Hilfe‘ andiskutiert wurde. Katrin dagegen hat es ganz schwer, von ihrem Platz 6 noch einmal nach vorn zu kommen, dafür sind die Abstände bereits zu groß.

Ganz anders in der Standard- und in der Clubklasse, da ist es noch einmal ganz spannend geworden. In der Standardklasse hat sich Barbora Moravcova (JB, CZ) mit 84 Punkten vor Aude Untersee (JPA, FRA) zwar ein wenig abgesetzt, aber das ist noch nicht genug, um sich sicher fühlen zu können. Sabrina als mometan 4. ist auch nur knapp 100 Punkte hinter Aude – und nur 42 Punkte hinter Marilyne Abadie-Berard auf alle Fälle in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen. Danach klafft schon eine größere Lücke von 230 Punkten…

Noch enger geht es in der Clubklasse zu: Da führt immer noch Louise Rodriguez (HG, FRA) – aber nur ganze 4 Pünktchen vor Michaela Krizova (6L, CZ), hier ist Dani als Dritte nur 72 Punkte dahinter. Als 4. hat Caro schon ~220 Punkte auf das Spitzenduo, da muss schon etwas außergewöhnliches passieren, damit sie in die Medaillenkämpfe noch eingreifen kann.

Drücken wir also vor allem Dani und Sabrina die Daumen, dass sie heute noch einmal ein gutes Ergebnis abliefern können – und hoffentlich mit ihren Entscheidungen ein glückliches Händchen haben!

„Go-Go“, wie Miguel am Start immer zu sagen pflegt!

Start war heute wieder pünktlich 13:30 Uhr, der Himmel war da schon gut entwickelt – vor allem Richtung Osten, wo der erste Schenkel aller Klassen auch hinführt. Danach geht es in den Racings wieder mehr in den Westen – leider nicht in Richtung Fuente, wo sich bereits um 12:00 Uhr eine Superlinie aufgebaut hat (die z.B. Thomas Schart für einen Herflug genutzt hat 🙂 Und leider sind die Strecken für das tolle Wetter etwas kurz geraten (321 km Standardklasse, 239 km Clubklasse, 381 km 18m-Klasse) aber hier gab es heute im Vorfeld so viel Trouble um die Strecke der Standardklasse, wo sich der Eindruck wieder verfestigt hat, dass es der lokalen Wettbewerbsleitung sehr schwer fällt, das Leistungsvermögen in so einem hochkarätigen Wettbewerb richtig einzuschätzen… Heute ist wieder mit PEV-Verfahren von 7 und 7 Minuten abzufliegen, was hier aber kaum Wirkung zeigt, da die Wartezeit in etwa der Zeit entspricht, die üblicherweise von den ‚Warteteams‘ (Frankreich ;-)) genau auch genutzt wurde, um den Pulk vorzulassen…

17:00 Uhr: Das Rennen ist voll im Gange, unsere Teams sind in der Standard- und in der Clubklasse nach den anderen Mannschaften (CZ, FRA) gegangen, haben bisher ihre Sache ganz gut gemacht, kommen jetzt in das wolkenärmere Gebiet bei einem sehr starken Querwind. Das Rennen geht hier ganz klar in die entscheidende Phase, wer jetzt die richtigen Treffer landet, ist am Ende ganz vorne dabei… 😉


20:00 Uhr – das Rennen ist zu Ende… Während sowohl in der Standardklasse als auch in der Clubklasse unsere aussichtsreichsten Wettbewerberinnen bis zur Mitte des Fluges richtig Boden gut gemacht haben gegenüber ihrer Konkurrenz aus Frankreich und Tschechien, konnte leider die Performance nicht bis zum Ende des Tages aufrechterhalten werden: Sabrina hatte versucht, sich zusammen mit den 3 anderen Teampartnerinnen in der Standardklasse auf einer nördlicheren Spur den nötigen Schwung zu holen, um die Abflugzeitdifferenz zum tschechischen Team (ca. 15 min), aber vor allem zum insgesamt vor ihr liegenden französischen Team mit Untersee und Abadie-Bérard (ca. 9 min) aufzuholen – mit ihr gestartet war auch Lizzy van Zomeren (NL), die immer für eine Überrschung gut war – aber leider ging das Konzept nicht auf: Das Team aus Frankreich flog auf das Team aus Tschechien (fast) auf, holte sich damit den Tagessieg – und konnte damit den Angriff von Sabrina erfolgreich abwehren, die am Ende auf Gesamtplatz 4 ihre fliegerische Klasse trotzdem bestätigt hat!

Ähnlich lief es in der Clubklasse, wo Dani und Caro auf Platz 3 und 4 liegend auch noch einmal probieren wollten, ob der überschaubare Abstand von nur 70 Punkten auf die ersten beiden Plätze von Dani nicht doch noch durch einen optimalen Flug aufgeholt werden können – aber möglichst ohne das Risiko, ihre schon fast sichere Medaille noch zu gefährden. Bei einem groben ‚Schnitzer‘ der vor ihnen liegenden Rodrigues (HG, FRA) und Krizova (6L, CZ) wäre auch für Caro immer noch eine Medaille drin gewesen… Hier lief es aber ganz ähnlich ab wie in der Standardklasse: Das tschechische Team ging zuerst, 6 min später die Französinnen – und dann noch einmal 16 min später Dani und Caro. In der ersten Hälfte der Strecke konnten die beiden den Abstand zu den anderen Teams tatsächlich deutlich verkürzen – sie waren bereits im gleichen Bart einer der Französinnen (AG) – allerdings noch deutlich tiefer – aber auch hier konnte das französische Team komplett auf das tschechische aufschließen, und zu sechst gaben sie im Blauen zusammen noch einmal richtig Gas, während Caro wie am Vortag den Anschluss auf Dani verlor – und beide darauf den schnellen Führungsteams Tribut zollen mussten, so dass am Ende Caro gegenüber Koubkova (IX, CZ) auch einen Tick zu langsam war, um deren Angriff auf Platz 4 abzuwehren. Trotzdem: Sie kam bei ihrer ersten WM gleich auf einen guten 5.Platz – und der große Erfolg des Zweierteams ist natürlich der Gewinn der Bronzemedaille – Gratulation an Dani!!!

In der 18m Klasse stand der Ausgang der Gesamtwertung ja bereits ziemlich fest, die Abstände zwischen den Teams waren schon so groß, dass nur noch grobe Fehler zu einer Wertungsveränderung hätte führen können – und danach sah es bei dem ziemlich homogenen Wetter des Tages nicht aus. Auch hier flog das tschechische Team voraus (mit dabei war auch im gesamten Flug Katrin mit der BK), auch hier folgte mit einem 3 min Abstand das französische Team, konnte den Abstand nach vorn etwas verkürzen – erflogen sich damit ebenfalls in der Tageswertung die ersten beiden Plätze – konnten aber Alena Netusilova (CZ) nicht annähernd gefährden. Für Katrin war der Tagesplatz 5 mit nur 30 Punkten Rückstand zur ersten sicher noch einmal ein versöhnlicher Abschluss einer leider eher durchwachsenen WM-Teilnahme, nach ihrem großartigen Ergebnis bei der Deutschen Meisterschaft der Männer in Bayreuth ein paar Wochen vorher hat es hier leider nicht ganz so gut geklappt!

21:00 Uhr begann dann die Abschlussfeier, wo der Veranstalter uns noch einmal mit leckeren Tappas verköstigte – und bei den ersten Musiktönen sich sofort die Tanzfläche füllte. Begeistert war ich von der guten und ausgelassen Stimmung des Abends, die sich natürlich am meisten bei den tschechischen und französischen Teilnehmerinnen wiederfand – aber auch alle anderen drückten viel Freude an dem fliegerisch sehr anspruchsvollen Wettbewerb aus. Es gab ja nur wenige Schäden, obwohl hier Spanien nicht gerade mit großen und guten Außenlandefeldern gesegnet ist (überhaupt nur ganz wenige Außenlandungen im deutschen Team) – und es klang schon die Vorfreude auf die nächste WM in 2 Jahren in Tschechien durch!

Nachgeholt wurde heute auch noch das Hexenzeremoniell bei Sandra und Barbara Kuttel (SWI), die leider am BabaYaga-Abend nicht dabei sein konnten.

Hey Macarena – und alle machen mit..

13.07.2023 – Der vorletzte Tag

Auch heute morgen weckt uns strahlender Sonnenschein in Garray. Die Grid-Order ist bereits veröffentlicht: Club steht wieder vorn, dann 18m und zum Schluss die Standardklasse. Ansonsten ist der Ablauf wie üblich: 9:30 Uhr Aufgaben, 10:15 Uhr wird praktisch Grid geschlossen, 10:30 Uhr Briefing, 11:30 Uhr Teambriefing. 13:00 Uhr Sniffer-Twin, 13:30 Uhr erwarteter erster Start…

Heute wird in allen Klassen ein Racing geflogen, auch wird es bei allen ein Pilot-Event-Abflug geben mit 7 Minuten Wartezeit und 7 Minuten Fenster. Die Clubklasse als erste wird die Sierra Guaderrama südwestwärts heruntergeschickt mit einem Schnick in den Norden auf 306 km – was dann wahrscheinlich leider kein 1000 Punkte-Tag wird, wenn das prognostizierte Wetter mit den Steigwerten, Bedeckung und Konvergenz halbwegs Eintritt 😉. Die Standardklasse hat eine etwas längere, aber ähnliche Aufgabe, die aber mit 375km viel mehr in den Norden geht, während die 18m Klasse mit 511km zuerst in den Südosten fliegt mit einer guten Konvergenzlinie auf dem Rückweg, um dann erst in die Berge der Sierra zu führen.

15:45 Uhr: Heute sieht es hier in Soria nach einem Bilderbuchhimmel aus, es werden 2800-2900m Basis gemeldet – der Start begann heute bei gut entwickelter Thermik pünktlich um 13:30 Uhr, unsere Clubklasse wurde so ca. 15-20 Minuten später dran. Bei einer ungefähren Durchflugszeit von 3:00 h in der Club- und Standardklasse ist ist wieder sehr viel Spielraum, wobei heute abend mit einfließender Kaltluft zu rechnen ist, wo eventuell die Thermik nicht ganz so lange anhält.

Heute mal paar Bilder aus dem Clubklasse-Grid, die bisher etwas unterrepräsentiert waren

Kleiner Snack für Katrin vor dem Start

Der Abflug frei war um 14:23 Uhr Clubklasse, 14:50 Uhr 18m und 15:23 Uhr die Standardklasse, der letzte tatsächliche Abflug war dann um 16:27 Uhr von Dani und Caro… , jetzt ist niemand mehr am Platz!


Ja, leider ist es heute etwas später geworden: Meine Pilotin ist erst 20:30 Uhr gelandet 🙂 – und dann war heute abend auch noch unser Team-Abend angesetzt worden, worauf wir uns alle sehr gefreut haben – aber es wurde dadurch natürlich reichlich spät…

Lange Tafel bei unserem Team-Event

Aber wie ist es gelaufen:

In der Standardklasse war es am Ende ein ziemlich totes Rennen, bei einem ca. 100er Schnitt hatte auch die 9. noch 970 Punkte. Sabrina war da gut mit dabei, wurde 4. mit nur 27 Sekunden Rückstand zur Tagessiegerin Lizzy van Zomeren – was aber in der Gesamtwertung alles nur marginale Effekte zeigt, da wird es wohl morgen noch einmal spannend … Conny und Karen hatten gegenüber der ersten nur ca. 50 Punkte eingebüßt, waren also nur unwesentlich schlechter, Ilka konnte am Ende nicht ganz mithalten und war heute etwas langsamer

Spannend wird es aber morgen auch in der Clubklasse: Dort haben Tereza Koubkova (IX) und Michaela Krizova (6L) – beide LS4, beide CZ – richtig abgeräumt und mit ihrem ‚Blitzabflug‘ mehr als 10 km/h auf den Rest des Feldes herausgeflogen, während sowohl die Französinnen mit der führenden Rodriges als auch unser Team mehr auf das gut entwickelte Wetter am Ende des Tages gesetzt haben. Knackpunkt des Fluges war hier die erste Wende, die auf einem Berg unter einem niedrigen Luftraumdeckel lag. Während Dani nach der Wende relativ gut wieder wegkam, hatte Caro auf ihrer Spur leider nicht mehr richtig Anschluss finden können und ist immer mehr von dem abbauenden Wetter ausgebremst worden. Am Ende schlug sich das in einer Geschwindigkeitsdifferenz von ca. 9 km/h nieder. Damit war Dani sogar noch schneller als die Französinnen, büßte aber auf Krizova ca. 300 Punkte ein. Ulrike hat sich solide mit eingeordnet, sie war ähnlich schnell wie Caro, aber durch den Index vor ihr. Mit diesem ‚Husarenritt‘ hat Krizova (6L, CZ) sogar die Führung in der Gesamtwertung übernommen, sie führt jetzt mit 15 Punkten vor Rodriguez (HG, FRA) und 85 Punkten vor Dani (FOX) als 3.! Caro ist jetzt auf Platz 4 mit 6 Punkten Vorsprung vor Koubkova (IX, CZ), aber schon 160 Punkte Rückstand auf Dani – auch in dieser Klasse wird es morgen jedenfalls noch einmal ganz spannend!

Wie sehr die Erwartungshaltung der Organisatoren mit dem tatsächlichen Wetter auseinanderliegen, zeigt das Ergebnis der 18m-Klasse. Eigentlich hatten alle erwartet, dass diese 511 km für die Teilnehmerinnen kein Problem darstellt, aber obwohl das ganze Feld relativ zeitig auf Kurs gegangen ist, gab es am Ende nur 3 Frauen, die die Aufgabe geschafft haben. Neben der Gesamtführenden Alena Netusilova (ZE, CZ) gelang es nur noch Katrin (BK) und der jungen Michaela Rendlova(EA, CZ). Da in dieser Klasse die Abstände allerdings schon relativ groß waren, hat es in der Gesamtwertung nicht so viel ausgemacht – außer dass Alena ihren Vorsprung so weit ausbauen konnte, dass es morgen für ihre Verfolgerinnen aus Frankreich ganz, ganz schwer wird, daran zu rütteln. Übrigens: auch Sandra (280 km) als auch Anja (102km) schafften die Strecke leider nicht.

Die Konvergenzen ( = ‚Spanische Energielinien‘ 🙂 ) konnten heute nicht bzw. nur ganz wenig für die ausgeschriebenen Strecken genutzt werden.

12.07.2023 – Wertungstag 8 bzw. 6?

Die Clubklasse hat nach der gestrigen Neutralisation nun schon 2 Wertungstage weniger als die anderen Klassen – insofern ist schon nachvollziehbar, das sie im Grid wieder ganz vorn Platz gefunden haben, die Reihenfolge ist also wie gestern Club – Std – 18m. Heute steht aber eine AAT auf dem Zettel, klassisch mit runden Sektoren erst im Südwesten, danach geht es in den Norden, um am Ende über einen Kontrollpunkt (?) wieder nach Garray zu führen. Nicht ganz verstehen wir, warum die Klasse mit dem ersten Start nur 2:30 h Aufgabenzeit bekommt, während die nachfolgenden Klassen 3:00 h zu fliegen haben. Dass die Clubklasse am Ende nicht ganz so schnell ist, kann es doch eigentlich nicht sein… Schade nur, dass damit auch die 1000 Punkte für den Wertungstag wahrscheinlich nicht erreicht werden!

Bei dem Briefing waren heute alle wie immer gespannt, aber gut gelaunt:

Gridding Position PG – kleiner Gruß und Dank an Pflugi 🙂

Auch heute mal wieder ein paar Bilder aus dem Grid:

Hier wurde der Blogger auch einmal bei Sabrina erwischt (Danke an Volker 🙂 )

16:45 Uhr: natürlich ist das Rennen längst schon losgegangen, nur unsere Clubklasse hat den richtigen Abflugzeitpunkt noch nicht erwischt 😉 Momentan haben wir aber hier in der Zentrale erst einmal die anderen Aufgaben abgearbeitet, die so anstanden, z.B. ist mal wieder der Strom ausgefallen weil wahrscheinlich der Diesel alle war, Ilka war noch einmal an den Start zu schieben, nachdem sie nach einem völlig unmöglichen Schlepp mitten im Blauen – wo auch keine andere Wettbewerberin war – herausgeschmissen wurde und unmittelbar wieder gelandet ist. Aufgrund der Fehlleistung des Schleppers wurde sie aber auch sofort mitten in der Schleppphase der 18m wieder hochgezogen – es war aber auch eindeutig nicht ihre Schuld…, dann mussten noch die Seile geholt werden, und und und!

17:30 Uhr: Mittlerweile sind nun wirklich alle auf Strecke, die Clubklasse ging kurz vor 17:00 Uhr, sie werden also auch erst um 19:30 Uhr wieder zurück sein. Der Südostwind ist doch relativ kräftig, aber es sind immer wieder Flusen auf Strecke, auch wenn sie nicht unbedingt direkt auf Kurs stehen…

Für die Clubklasse entstand in den letzten Tagen ein kleiner Running Gag, der aber auch wieder den heutigen Tag humorvoll charakterisiert:

Während es bei den letzten Tagen eigentlich den gesamten Pulk betraf, wo dann alle gemeinsam losgeflogen sind, haben das heute nur Dani und Caro so ausgereizt. Da es die letzten Tage aber eher etwas länger ging (bis > 21:00) kann das möglicherweise trotzdem nicht die schlechteste Idee gewesen sein …

In den anderen Klassen ist aber immer wieder zu beobachten, dass die verschieden Flugwege zu sehr große Geschwindigkeitsdifferenzen führen: In der Standardklasse sind die Französinnen z.B. 14 Minuten nach den Tschechinnen abgeflogen, sind aber auf die vordere Gruppe voll aufgeflogen und ’sitzen‘ jetzt ein ganzes Stück höher auf diesem Pulk!

18:30 Uhr: Noch herrscht hier Ruhe vor dem ‚Sturm‘, aber die ersten Teilnehmerinnen kündigen sich jetzt an! Im Tracking beobachten wir gerade die LX, eine ASW20 aus Frankreich, die aus 3000m Höhe MSL aus einer Superposition bis zur Pflichtwende 17 km vor dem Platz ihre ganze Höhe verbraucht hat – und wahrscheinlich dort gelandet ist. Das französche Team hat es dafür in der Standardklasse offensichtlich viel besser gemacht als das Team aus Tschechien: Da wird es wahrscheinlich wieder deutliche Änderungen in der Gesamtwertung geben. Bei den 18m ist der ganze Pulk im letzten großen Sektor, Anja und Sandra haben in Höhe des Zentralpunktes gewendet, während die gesamte Spitze,dort ist auch Katrin mit dabei, den Sektor nordöstlich ausfliegt. Da sieht es momentan eher nicht danach aus, dass es viele Änderungen geben wird!

21:00 Uhr: Unsere 10 Pilotinenn sind heute wieder nach Hause gekommen, die letzten gegen 19:30 Uhr dann gelandet. Die Ergebnisse lesen sich sehr gemischt. Das Spektrum reicht von ‚großer Zufriedenheit‘ bis zum ziemlichen Hadern mit sich selbst – aber wie man schon aus den Zeilen vorher entnehmen kann, betraf das nicht nur unsere Mannschaft… Das Wetter im heutigen Wettbewerbsraum war prinzipiell gut, aber während einige immer nur Treffer landeten, hatten andere auf ihren Linien zum Teil völlig danebengelangt (siehe LX). Das ging vor dem Abflug los, wo man mit der Welle auf große Höhen (>3500m MSL) kommen konnte – aber man musste halt den Einstieg auch finden… So wurde z.B. in der Clubklasse unser Team völlig gesprengt, was dann zu dem wiederum sehr späten Abflug führte – der aber wiederum für Dani und Caro durch eine geschickte Streckenwahl mehr als kompensiert werden konnte, so dass sie wieder einmal ein tolles Tagesergebnis abgeliefert haben!

Sowohl in der Standard- als auch 18m-Klasse war heute ein Tag für Frankreich: Das französische 3er-Team in der Standardklasse flog mit 112-116km/h klar den Tagessieg vor dem tschechischen Team mit 100-104 km/h heraus. Bei unseren Frauen lief es leider nicht ganz so gut, so dass Sabrina mit zusehen musste, wie Aude Untersee und Marilyne Abadie-Bérard in der Gesamtwertung an ihr vorbeigezogen sind. Sie war heute die beste Deutsche mit 96 km/h auf Platz 8, Karen, Conny und Ilka landeten mit etwas über 91 km/h auf den Plätzen 11-13. Hier geht es in der Gesamtwertung noch äußerst knapp zu, da ist noch gar nichts entschieden. Es führt immer noch Barbora Moravcova (CZ) mit jetzt 105 Punkten vor Aude. Sabrina ist jetzt Vierte mit jetzt 40 Punkten Rückstand zur 3. Marilyne.

Anders in der 18m Klasse: Auch wenn heute Mélanie Gadoulet und Anne Ducarouge (beide FRA) mit ca 116km/h etwa 2 km/h schneller waren als Alena Netusilova (CZ), hat Alena in der Gesamtwertung immer noch ~150 bzw. 250 Punkte Vorsprung vor den beiden. Katrin liegt hier immer noch auf Platz 6, konnte heute aber auch keinen Boden auf die Führungsgruppe gut machen.

So richtig gut lief es heute allerdings für Dani und Caro in der Clubklasse. Da hat zwar mit einem souveränen Flug Elena Fergnani (ITA) den Tagessieg mit über 95 km/h geholt – aber unsere beiden hatten wieder ebenfalls einen sehr gutes Rennen abgeliefert und kamen mit 91 km/h auf 2 und 3 ein, konnten damit etwa 80 Punkte auf Louise Rodriguez (FRA) aufholen – und liegen jetzt mit einem Abstand von ~100 Punkten hinter ihr!

Während in der 18m-Klasse die Wertung relativ stabil erscheint, ist in den anderen beiden Klassen noch sehr viel offen! Bis jetzt gab es jeden Tag noch sehr starke Wertungsbewegungen, da ist noch lange nicht entschieden, wer die WM gewinnt bzw. sich auf dem Treppchen platziert! Das macht es unheimlich spannend – und wir drücken vor allem unseren 3 aussichtsreichsten Kandidatinnen auf eine WM-Medaille Sabrina, Caro und Dani alle Daumen auf noch 2 erfolgreiche Flüge!!!

Jetzt liegen nur noch 2 Wettbewerbstage vor uns, es wird sozusagen der Endspurt eingeläutet – da können wir sehr gespannt sein, wie sich die einzelnen Mannschaften darauf einstellen. Vielleicht kommen hoffentlich jetzt auch noch ein paar homogenere Tage, momentan sehen die Prognosen dafür wohl ganz gut aus ;-)! Aber Ihr dürft Euch sicher sein: Das Wetter sorgt hier für große Überraschungen, da ist der Abend immer wieder klüger als der Morgen ;-(

Wir sehen uns morgen wieder am Start…