WM-Blog Zbraslavice

Nachwort

Benjamin:

Inzwischen sind alle wieder wohlbehalten heimgekommen, nach fast drei Wochen anstrengendem Wettbewerbsbetrieb beinahe ohne Pausen.

Zbraslavice wird uns immer als ein hervorragender Austragungsort für die WM in Erinnerung bleiben. Der Wettbewerb war super organisiert (viele haben gesagt, so gut hätten sie sowas noch nie erlebt) und sehr positiv gestaltet. Das Wetter trug natürlich auch seinen Teil dazu bei, dass eigentlich keine Wünsche offen blieben. Zu guter Letzt stimmt auch noch das Ergebnis, was zwar nicht das allerwichtigste ist, aber natürlich letztlich für viele der Pilotinnen schon das Ziel der ganzen Aktion war.

Wir vom Team Germany bedanken uns recht herzlich bei allen, die bei der Organisation und Ausrichtung der WM beteiligt waren, insbesondere bei Vladimir Machula und Jan Hyla und ihrem Team.

Außerdem danken wir allen Bodenhelfern und Rückholern, ohne deren tägliche Arbeit die erfolgreichen Flüge nicht möglich gewesen wären.

Dann gab es natürlich auch noch die Teamleitung: Wolli und mich, die sich die Rollen des Coach und des Teamcaptains geteilt haben. Wir glauben gegenseitig vom jeweils anderen, er habe einen ganz guten Job gemacht. Uns jedenfalls hat die Arbeit mit der Nationalmannschaft der Frauen großen Spaß gemacht und wir haben gut miteinander harmoniert.

Am Ende natürlich noch ein paar sehr wichtige Bilder:

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Podium der Clubklasse: 1) Sabrina Vogt (GER), 2) Sarah Arnold (USA), 3) Sarah Drefenstedt (GER)

 

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Podium der Standardklasse: 1) Aude Grangeray (FR) 2) Cornelia Schaich (GER) 3) Jana Veprekova (CZ)

 

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Podium der 18m-Klasse: 1) Katrin Senne (GER) 2) Alena Netusilova (CZ) 3) Anne Ducarouge (FR)

 

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Das deutsche Team nach der Siegerehrung

 

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Teamleitung: Wolfgang Beyer (re.) und Benjamin Bachmaier

Tag 12 - Letzter Wertungstag

Heute gibt es ein Experiment: Bloggen unter Sekt-Einfluss. Wenn das mal gut geht. Nicht wundern, normalerweise trinke ich ja nix, aber wir haben halt ZWEI WELTMEISTERINNEN, EINE VIZEWELTMEISTERIN UND EINE DRITTE. Ihr habt richtig gelesen. Vier Medaillen für Deutschland!

Jetzt geht es schon los, ich musste nachsehen, wie man "Medaille" schreibt. Normalerweise weiß ich das, aber wir haben halt... naja. Ihr wisst schon.

Tja... was schreibt man jetzt da?

Der Tag begann eigentlich "wie jeder andere"... Inzwischen kann man es fast als das klassische Zbraslavice-Wetter bezeichnen: Im Blauen wird geschleppt, dann kommen schnell einige Wolken, die sofort rasante Basishöhen (2000 m über Grund und mehr) erreichen. Dann wieder ein paar stellen blau, ein paar Stellen ausgebreitet, ein paar flüchtige Cirren oben drüber. Und gute Steigwerte dabei.

Alle Klassen bekamen eine AAT, die von der Wettbewerbsleitung im Vormittagsverlauf zur C-Aufgabe geändert wurde. Schließlich lief es auf eine Aufgabenzeit von drei Stunden und drei Sektoren heraus, die ähnlich wie das tagtägliche Aufgabenkonzept im Süden und Südosten angeordnet waren.

Nervlich gingen die Pilotinnen eher mit gemischten Gefühlen an den Start. Am letzten Wertungtag die Gejagte zu sein, ist nicht angenehm. In der 18m-Klasse beispielsweise fielen sogar einige nicht ganz so freundliche Kommentare, mit dem Ziel, dass Katrin mit nicht ganz so viel Selbstvertrauen in den Flug startete...

In der Clubklasse haben unsere Mädels heute einen perfekten Job gemacht. Die Punktabstände waren ausreichend groß, so dass die Aufgabe für sie heute war, "einfach einen ganz normalen Flug zu machen", ohne zu viele Gedanken im Hinblick auf die Konkurrenz auszurichten. Entsprechend dieser Devise flogen Sabrina, Ines und Sarah heute im Dreierteam relativ früh ab. Wir wunderten uns etwas, dass die Australierin Ailsa, die durch ihre gestrige Außenlandung auf den vierten Gesamtplatz zurückgefallen war und damit Sarah den dritten Platz streitig machen könnte, dies nicht tat, sondern direkt mit unserem Team abflog.

Die zweitplatzierte, Sarah Arnold, flog einige Zeit später ab, und wendete dann im ersten Sektor kürzer. Den Rest des Fluges blieb sie ungefähr gleichauf mit dem deutschen Team. Schließlich setzte sie ihre daher am Ende übrige Zeit nicht besonders effizient in Strecke um, so dass unsere Sarah Drefenstedt sogar ein paar Punkte aufholen konnte. An der Gesamtplatzierung änderte das allerdings nicht mehr, so dass es jetzt amtlich ist: Sabrina Vogt ist Weltmeisterin der Clubklasse, Sarah Drefenstedt holt den dritten Platz. Ines schlägt sich als WM-Debütantin auf einen respektablen siebten Platz.

Unser Standardklasse-Team wurde heute leider durch einen fatalen Kommunikationsfehler schon kurz nach dem Abflug unwiederbringlich gesprengt. So mussten Conny und Ulrike heute den Flug jeweils alleine bestreiten - durch ihren generell sehr frühen Abflug hatten sie auch wenig andere Flugzeuge auf ihrem Weg. Doch sie zeigten heute, dass sie nicht nur im Team extrem stark sind, sondern auch alleine hervorragend fliegen können. Ulrike holte den dritten Tagesplatz mit 990 Punkten, Conny holte mit 897 Punkten genug Reserve, um komfortabel ihren zweiten Gesamtplatz halten zu können. Weltmeisterin in der Standardklasse ist nun Aude Grangeray aus Frankreich. Und unsere Conny Schaich ist neue Vizeweltmeisterin!  Ulrike liegt am Ende auf dem vierten Platz - tolle Leistung!

Die 18m-Klasse war heute vielleicht die schwierigste Klasse aus deutscher Sicht. Katrin war sichtlich etwas nervös vor dem Start - absolut verständlich! Ihre direkte Konkurrentin Alena Netusilova aus Tschechien lag nur 74 Punkte hinter ihr. Gemäß einer der möglichen Taktiken, die wir vorher besprochen hatten, flog Katrin mit dem französischen Team ab und kämpfte sich so - teils allein, teils mit den Französinnen - um die Aufgabe. Im Tracking war schnell klar, dass die früher abgeflogene Alena heute schnell war, sehr schnell... zu schnell? Wir befüchteten es. Aus den Aufzeichnungen des Trackingsystems, das gerade an den Wenden immer wieder Aussetzer hatte, konnten wir nicht genau sehen, wer wie weit in welche Wende hinein geflogen war. Aber ein besonders gutes Gefühl hatten wir nicht, als nach drei Stunden Aufgabenzeit Katrin wieder zurück kehrte. Auch sie selbst hatte überhaupt kein gutes Gefühl im Hinblick auf ihren Flug.

Und dann dauerte es noch ewig, bis die Files endlich online in der Wertung standen. Minuten fühlten sich an wie Stunden. "Ich gehe jetzt zum Flieger, um mich zu beruhigen. Ich höre euch ja dann schreien - oder nicht", sagte Katrin leise und trottete davon.

Kurze Zeit später war das Geschrei groß. Es hatte gereicht. Mit nun immerhin noch 22 Punkten Vorsprung (von knapp 10.000!!!) ist Katrin Senne nun die neue Weltmeisterin der 18m-Klasse! Sandra erreichte heute den achten Platz und liegt insgesamt auf Platz 9.

Und dann haben wir Sekt aufgemacht. Aber das wisst ihr ja schon...

Ich muss jetzt dringend zur Farewell Party. Morgen gibt es noch einen kurzen abschließenden Beitrag zur Siegerehrung. Im Namen des Teams bedanke ich mich aber jetzt schonmal für die tolle Anteilnahme und das Daumen drücken!!!

Tag 11

Ich weiß: Man soll ja bekanntlich abwarten, wer als Letzter lacht. Aber ich finde, wenn man am vorletzten Tag lachen kann, dann ist das immerhin auch schonmal etwas. Und wenn ich mich hier im deutschen Camp so umsehe, dann lacht heute Abend quasi fast jede/r.

"The Germans have the best condition", habe ich die Briten vorhin sagen hören. Vielleicht liegt es unter anderem wirklich an unserer Ausdauer und der Tatsache, dass manche anderen Pilotinnen langsam müde werden. Jedenfalls hat sich unsere Position in allen Klassen heute so drastisch verbessert, dass unsere Pilotinnen nun mit einer ganz ordentlichen Ausgangslage in den morgigen, letzten Wertungstag starten können.

Aber alles der Reihe nach: Heute wieder eine relativ warme Luftmasse, die anfangs blau und später mit guten, relativ hohen Wolken gezeichnet war. Stellenweise Ausbreitungen, stellenweise Abtrocknungen - und ein nicht allzu spätes Thermikende.

Wahrscheinlich lag es an dem relativ extremen Abflugpoker gestern - jedenfalls waren die Racing-Aufgaben heute für alle Klassen ziemlich lang, so dass viele sie als "echt sportlich" bezeichneten. Die Clubklasse bekam 338 km, die Standardklasse 354 und die 18m-Klasse 421 km. Im Schnitt waren dies die bisher längsten Aufgaben des Wettbewerbs. Viel Zeitreserve zum Warten sollte nicht bleiben.

Die Clubklasse schlug sich tatsächlich mit einer gewissen taktischen Wartezeit, aber nicht zu spät los. Die Basishöhen waren schon anfangs über 2000 m MSL und vielerorts schon mit Wolken gezeichnet. Unsere drei (durch Angelika's Ausfall sind es ja nur noch drei) Damen berichten, dass sie den Pulk quasi "um die Aufgabe herum führen" mussten, da wenig Eigendynamik bestand. Scheinbar versuchen einige Pilotinnen nur noch, nichts zu verlieren, und haben sich mit dem aktuellen Stand abgefunden. Ähnlich wie gestern in der 18m-Klasse war es heute in der Clubklasse der sehr frühe Abflug (diesmal der Britinnen), der sich massiv lohnte und zum Tagessieg führte. Trotzdem holen Sarah und Sabrina heute ca. 970 Punkte, Ines immerhin 860. Und nun die Hammer-Nachricht, die uns wirklich ziemlich heftig getroffen hat: Die Gesamtführende Ailsa McMillan ist kurz vor dem Zielkreis außengelandet und verliert daher heute gut 500 Punkte. Einerseits ist dies das beste, was unserer Clubklasse passieren hätte können, andererseits finden wir alle: Ailsa, die die letzten zwei Wochen sehr konsequent, selbstständig und souverän geflogen ist, hätte ihren ersten Platz verdient gehabt. Wir finden es wirklich schade. Mit ihrem WM-Titel ist es nun leider definitiv vorbei - dafür übernimmt Sabrina nun einen Tag vor Schluss die Führung! Sarah rückt auf den dritten Platz vor, Ines liegt auf dem achten.

Die Standardklasse hatte einen genauso guten Tag. "Wir mussten uns eben erst warm fliegen, aber jetzt am Ende läuft es einfach immer besser!", sagen Conny und Ulrike zufrieden. Im engen Teamflug haben sie es heute - gemeinsam mit einer Gruppe anderer Standardklasseflugzeuge, aber taktisch geflogen und daher mit etwas besserer Zeit - auf den zweiten und dritten Tagesplatz geschafft. Ähnlich wie in der Clubklasse hat auch hier eine Favoritin heute ihre Titelchancen verspielt: Magali de Cachard aus Frankreich ist außengelandet und verabschiedet sich damit leider von der Spitze. Auch hier ist unsere Freude sehr verhalten, und der Respekt vor ihrer Leistung trotzdem groß. Es bewirkt allerdings, dass die beiden je einen Platz gewinnen. Conny liegt nun auf dem zweiten Gesamtrang, Ulrike auf dem vierten.

Die 18m-Klasse war heute deutlich weniger nervenaufreibend zu beobachten als gestern. Machen wir es kurz: Katrin startet, Katrin fliegt ausreichend früh ab, Katrin behält die "richtige Reisegruppe" im Blick, Katrin holt zehn Minuten auf die früh abgeflogenen Französinnen auf, Katrin landet, Katrin gewinnt den Tag. Niemand im Schwabenland schimpft heute, und auch die übrigen Beteiligten haben nichts auszusetzen. So kennen wir Katrin. Und auch Sandra hat den Flug heute genossen und kommt mit 91 km/h wieder nach Zbraslavice zurück.

Morgen geht es dann also "um die Wurst". Aber es macht hier allen Pilotinnen so viel Spaß, dass der Ausdruck "es wird ernst" dabei eigentlich gar nicht fällt. Im Gegenteil: Wir freuen uns drauf, eine tolle, lange WM zu Ende zu bringen.

 

Noch eine kurze Anmerkung aus der Kategorie "Land & Leute": Wir staunen regelmäßig über die freundliche, ehrliche und nette Gastgeberschaft der Tschechen. Conny war vorgestern Abend beim Radfahren ihr Geldbeutel mit Geld und allen Dokumenten aus der Tasche gefallen. Heute bekam sie ihn wieder - ein Mann aus dem Dorf hatte ihn gefunden, war zu Fuß mehr als 3 km gelaufen um ihn zur Polizei zu bringen, und so fand der Geldbeutel völlig unversehrt wieder zurück zu Conny....

 

 

 

 

 

10. Wertungstag

Gute Nachrichten... und ein blaues Auge. Das beschreibt ihn ganz gut, den zehnten und damit wohl drittletzten Wertungstag des Wettbewerbs.

Was gestern Abend von mancher Seite her noch als der "beste Tag des Jahres" angekündigt wurde, war insgesamt nicht ganz so einfach zu fliegen. Inhomogene, teils ausbreitende Wolkenthermik mit Tendenz zur Abtrocknung von Nordosten her, und eine undefiniert kalt-warm-gemischte Luftmasse bestimmte heute das Wetter.

Die Racing-Aufgaben führten - wie eigentlich fast jeden Tag - auf vier Schenkeln nach Südosten und Südwesten. Die Luftraumsituation lässt keinen viel größeren Raum zu, außer man würde wirklich groß fliegen. Für die Clubklasse gab es heute 257 km, für die Standardklasse 295 km, die 18m-Klasse hatte 320 km zu fliegen.

In der Clubklasse sind heute insbesondere Sarah und Sabrina die meiste Zeit zusammen geflogen. Auch Ines hatte den Anschluss an die Spitzengruppe. "Wir hatten das Feld eigentlich die ganze Zeit gut unter Kontrolle. Bis auf den zu schwachen Endanflugbart ist es heute in dieser Konstellation echt gut gelaufen!", sagt Sabrina nach dem Flug. Auf diese Weise konnten sie mit 81 km/h zu Sabrinas Gunsten die Argentinierin Paula vom dritten Platz verdrängen. Sarahs Abstand auf die begehrten Plätze schrumpft auch...

Auch in der Standardklasse gibt es Erfreuliches zu berichten: Der Teamflug zwischen Conny und Ulrike wird immer harmonischer, was sich in den immer konstanteren Ergebnissen niederschlägt. Mit 87 km/h holten sie heute punktgleich 932 Punkte von 1000, wodurch sie sich in der Wertung verbessern. Hinzu kommt die Außenlandung der Tschechin Dana Novakova, die sich somit aus den vorderen Rängen verabschieden muss. Conny liegt jetzt auf dem dritten Gesamtplatz, Ulrike auf dem fünften!

Und wie ging es "La Katrin" in der 18m-Klasse? Die kam heute mit dem oben erwähnten blauen Auge davon. Der Abflugpoker nahm heute in dieser Klasse extreme Ausmaße an. Kein Hammerwetter, lange Aufgabe, und gewartet wurde im Hauptfeld trotzdem bis kurz nach halb drei! Ich saß in der Zentrale etwa zehn Meter entfernt, konnte aber trotzdem hören, wie Katrins Mama, die das Tracking von zu Hause aus ebenfalls verfolgt, dem Klaus per Telefon lautstark ihr Leid klagte: "Sin' die verrückt geworde? Des isch scho fascht drei Uhr!"

Die, die diesem Pokerspiel zuerst entwischten, gewannen es auch. Und zwar leider deutlich: Anne Ducarouge und Alena Netusilova vollendeten die Aufgabe allen voraus mit 107 bzw. 104 km/h. Das später abgeflogene Feld musste sich mit schwächeren Bedingungen abfinden und rutschte in die "neunziger" ab - Punktverlust für Katrin (dritter Tagesplatz) ca. 150 schmerzhafte Punkte. Auf dem ersten Platz liegt sie immer noch knapp. Sonst wäre es ja auch zu langweilig, oder?

Morgen erwarten wir wieder einen Tag vom Typ "Dnes zase v čisté." (Heute wieder im Blauen). Bis dann!

Tag 10 - Ruhetag

Benjamin: Der Baba Jaga Abend gestern war wirklich voller Hexerei und Magie. Das hatte natürlich mit den "Hexen", aber nicht zuletzt auch mit dem gewittrigen Ambiente zu tun.

An einem großen Lagerfeuer wurden flammende Reden gehalten. "Oberhexe" Gisela Weinreich erklärte die Regeln der Zeremonie: Jede erstmalige WM-Teilnehmerin bekam eine Hexen-Patin aus einem anderen Land zugewiesen. Jedes dieser Paare wurde dann einzeln hervorgerufen, um im Angesicht des Feuers den Hexenschwur zu sprechen - die Novizin musste ihn in der Muttersprache der Patin nachsprechen. Dies führte zu einigen lustigen Aussprachen und sprachlichen Entgleisungen.

Blitze zuckten rund um den Flugplatz, die gewittrige Stimmung hätte magischer kaum sein können. Geschworen wurde unter anderem auf französisch, hebräisch, tschechisch, italienisch... Conny Schaich war die Patin der Australieren Claire Scutter, welche ihren Schwur natürlich auf schwäbisch nachsprechen musste!!

Kaum war der letzte Schwur gesprochen, schon öffnete der Himmel alle Schleusen über uns: Plötzlich fegte über den Flugplatz ein Gewittersturm mit Starkregen, wie man ihn selten erlebt. Das Fest ging anschließend im Briefingzelt weiter...

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Heute war dann der zweite Ruhetag des Wettbewerbs, bevor die nächsten (und damit letzten) drei Tage wahrscheinlich wieder durchgehend geflogen werden. Wir haben die Zeit für einen Besuch beim HPH-Werk in Kutna Hora genutzt und dort die Produktion des "Shark" sowie den Prototypen "Twin Shark" besichtigt. Sehr interessant - vielen Dank nochmal an die Firma!

Tag 9

Benjamin: Tag 9. Langsam bemerkt man die ungewöhnlich hohe Anzahl der Wertungstage auch daran, dass die Wettbewerbsleitung keine Geschenke für die Tagessieger mehr vorrätig hat. Heute früh wurde beispielsweise nebst einer Flasche Wein notgedrungen einfach der Meteorologe an die Siegerin der Clubklasse (Elena, Italien) verschenkt. Was sie mit ihm macht, bleibt wohl ihr überlassen. Wir berichten.

Das Wetter heute deutete auf einen noch heißeren Tag mit afrikanischen Thermikverhältnissen hin, allerdings mit einer deutlichen Schauer- und Gewitterneigung im Vergleich zu gestern. Da unsere Pilotinnen ja schon gestern großen Gefallen an dieser Art der Wetterlage gefunden haben, waren heute alle recht guter Dinge bezüglich der Aufgabe. Diese war wiederum als 2-Stunden-AAT für alle drei Klassen ausgeschrieben.

In der Clubklasse wieder die schlechte Nachricht zuerst: Angelika, die ja schon gestern Probleme hatte, ging es heute wirklich gar nicht gut, so dass sie heute nicht geflogen ist. Natürlich zunächst die einzig richtige Entscheidung, aber natürlich schade. Nun die gute Nachricht: In der Spitzengruppe gab es erneut einige Bewegung, diesmal zu unseren Gunsten. Obwohl Sabrina den ganzen Flug komplett getrennt vom Team Sarah/Ines geflogen ist, haben Sabrina und Sarah heute punktgleich den Tagessieg geholt! Ines kam ca. 5 km/h dahinter ebenfalls mit sehr gutem Resultat nach Hause. Allesamt lagen sie gut jenseits der 100 km/h Marke. Die Pilotinnen berichten von traumhaften Bedingungen - teils musste auf die Obergrenze des Wettbewerbsraumes (FL95, ca. 2900 m) aufgepasst werden. Schauer und Schauerlinien gab es hin und wieder, aufgrund der weiträumigen AAT-Sektoren allerdings ohne große Probleme. Auch am Flugplatz ist einmal ein Regentropfen gefallen. Aber nur einer.

Entsprechend schnell ging es bei diesen Bedingungen natürlich in der 18m-Klasse zu, wo die Spitzengruppe während der zweistündigen Aufgabenzeit nahezu 300 km Strecke zurück legten! Allen voran flog die Französin Anne Ducarouge (amtierende Weltmeisterin der 15m-Klasse) mit 143 km/h, nur ein km/h schneller als unsere Katrin Senne auf Platz 2. Doch dem ist noch nicht genug: da das übrige französische Team (Marilyne und Melanie) heute deutlich langsamer war, übernimmt Katrin mit dem heutigen Tag die Gesamtführung! Entsprechend nervös sind natürlich die Franzosen: Mir wurde zugetragen, dass man beim Vorbeilaufen an deren Zentrale heute während des Fluges am Tracking bereits aufgeregte Diskussionen darüber hören konnte, wo denn "La Katrine" gerade sei und was sie vorhabe. Katrin lässt sich davon natürlich nicht beirren - sie ist mit Abstand die konstanteste Pilotin dieser WM und kann diese Stärke hier natürlich souverän ausspielen.

Auch die Standardklasse hatte heute Spaß. Zwar war hier das französische Team etwas erfolgreicher (Magali hat 127 km/h), aber dennoch konnten Conny und Ulrike ihre Plätze und damit den Anschluss ans Treppchen verteidigen (119 bzw. 117 km/h und damit Platz 3 und 4). Conny hat nur noch knapp hundert Punkte (von 6000) Rückstand auf den dritten Platz.

Heute Abend ist das Baba Jaga-Fest, bei dem Pilotinnen, die zum ersten Mal an einer WM teilnehmen, feierlich und zeremoniell in den Kreis der "Hexen" aufgenommen werden. Das wird sicher abenteuerlich, zumal heute bereits den ganzen Abend Blitz und Donner am Horizont von Zbraslavice zucken.

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Zum Abschluss - zur Feier des Tages - noch ein Foto von Katrin, welches zeigt, wie diese hohen Schnitte heute im Bereich der hohen Labilität möglich waren!

 

Tag 8

Benjamin: "Das ist doch mal eine gute Entschädigung für den Tag gestern!", sagte Ines heute an einer Stelle im Funk, als sie mit über 3 m/s auf 2600m NN stieg. Wir am Boden staunten - und wünschten uns auch in eine so angenehme, kühle Höhe.

Die Luftmasse war im Vergleich zu gestern deutlich labilisiert. In Deutschland hören wir von teils heftigen Gewittern. Bei uns hat die Anfeuchtung gerade dazu gereicht, um uns - zumindest für ein kurzes Zeitfenster - afrikanische Thermikverhältnisse zu bescheren (siehe oben). Kurzum: Unsere Mädels hatten heute viel Spaß!

Die Aufgaben wurden aufgrund des schwer einzuschätzenden Wetters und vor allem des kurzen Fensters mit spätem Beginn und ungewissem Ende sehr kurz gestellt: 2 Stunden AAT für alle Klassen.

Die Clubklasse ist hier in Zbraslavice definitiv die spannendste Klasse. Im Spitzenfeld geht es sehr dynamisch zu und jeden Tag werden die Karten hier neu gemischt. Die schlechte Nachricht zuerst: Angelika fühlt sich etwas kränklich. Sie hat sich heute Vormittag lange geschont, fühlte sich dann etwas besser und ist erst spät nach dem Teilnehmerfeld gestartet, hat die Aufgabe auch vollendet, aber den Umständen entsprechend nicht besonders schnell. Nach dem Flug haben wir sie sofort wieder ins Bett geschickt. Wir wünschen ihr ganz gute (und schnelle!) Besserung.

Die gute Nachricht ist, dass es für Sabrina, Sarah und Ines wieder deutlich besser lief als gestern. Sie sind souverän zu dritt abgeflogen und konnten die gute Wolkenthermik mit geschickter Wahl der Wendepunkte und konsequentem Fliegen zu einem guten Ergebnis ummünzen. Mit den Tagesplätzen 4, 5 und 11 haben sie es geschafft, mit Geschwindigkeiten um 97 km/h einige Punkte gut zu machen. Sabrina ist immer noch auf dem fünften, Sarah auf dem sechsten Gesamtplatz - jetzt allerdings mit verkürzten Abständen nach ganz vorne.

In der Standardklasse können Conny und Ulrike ebenfalls zufrieden sein: Sie standen in ihrer Flugleistung den Tschechinnen, Polinnen und Französinnen, die ihre direkte Konkurrenz in der Wertung darstellen, um nichts nach. Lediglich ein Problem hatten sie: Dadurch dass sie zum optimalen Abflugzeitpunkt (und die Zeit wurde langsam spät...) nicht richtig hoch kamen, mussten sie in ca. 1900 statt 2500 m Höhe abfliegen. Diese Höhendifferenz schlägt sich prozentual in der Aufgabengeschwindigkeit genau nieder, so dass Conny zwar einige Punkte auf den dritten Platz gut machen konnte, aber die beiden Tschechinnen Dana und Jana an der Spitze ihre Position weiter festigen konnten.

Unsere 18m-Pilotinnen sind ebenfalls gut um die Aufgabe gekommen. Sandra mit 103 km/h, Katrin sogar mit 128 km/h! Dies bedeutet den zweiten Tagesplatz für Katrin, die dadurch ihren dritten Gesamtplatz weiter festigen kann. Für diese extremen Schnitte waren die AAT-Sektoren heute etwas knapp bemessen - Katrin hat den ersten Sektor sehr kurz genommen (da muss ich nochmal ein Wörtchen mit ihr reden), und musste die anderen beiden Kreise daher voll ausfliegen, um nicht zu früh nach Hause zu kommen. Nun fehlen ihr trotzdem zweieinhalb Minuten, die sie nun zwar den Tagessieg kosten, aber ansonsten nicht weiter schmerzhaft sind. Toll geflogen!

Heute wurde angekündigt, dass morgen nach dem Flug der legendäre Hexenabend stattfinden wird - wir sind gespannt!

Und auch im weiteren Verlauf sieht es stark nach zahlreichen weiteren Flugtagen aus, am Wetter jedenfalls wird es wohl nicht fehlen...

 

Tag 7

Benjamin: Ich musste gerade bei der Überschrift kurz überlegen, beim wievielten Tag wir heute eigentlich sind. Es war heute der siebte Wertungstag, und einige kommen noch. Wirklich toll, wie viel hier geflogen wird!

"Die gute Nachricht ist: Es wird Wolken geben!", sagte der Meteorologe heute. "Und die Wolkenbasis wird sehr, sehr hoch sein. Die schlechte Nachricht: es sind leider Cirruswolken."

Es ist ja nicht so, dass die massive Warmluftzufuhr in der Höhe, die reine Blauthermik und der kräftige Südwind heute schon problematisch genug gewesen wären. Klar, noch ein paar abschirmende Wolkenfelder dazu. Warum auch nicht.

Alle Klassen wurden heute auf Racing-Aufgaben zwischen 200 und 250 km geschickt. Von der Geometrie her lagen die Wendepunkte sehr ähnlich: Im Süden zuerst nach Osten, dann nach Westen. Der Tag zeigte, dass diese Strecken das absolute Maximum des Möglichen waren.

Um es kurz zu machen: es ist nicht besonders gut gelaufen. Damit verbunden auch seit fünf Tagen der erste Tag ohne deutschen Tagessieg...

Die Clubklasse erlebte heute ihr besonderes Waterloo. Zuerst musste Angelika wiederlanden, dann kam Sabrina an der Abfluglinie nicht richtig hoch und konnte daher ihren Auftrag "heute einfach safe mitzuschwimmen" nicht beginnen. Auch Sarah und Ines hatten Probleme bereits auf dem dem Weg zur ersten Wende. An der Spitze hatten sich jedoch zwei starke Pulks gebildet, die mehr oder weniger schnell um die Aufgabe fuhren. Den Deutschen Pilotinnen blieb nichts anderes übrig, als "hinterher zu hecheln". Besonders hart traf es Sabrina, die eigentlich den ganzen Flug über tief war und erst um ca. 18:30 in Zbraslavice aufsetzte. Wir hatten schon fast nicht mehr mit ihr gerechnet. Angelika musste leider auf dem letzten Schenkel außenlanden.

In der Wertung sieht das jetzt natürlich gar nicht gut aus. Schnitte um 50 km/h, dreihundert Punkte Verlust. Aber wir haben noch fast eine ganze Woche vor uns, und die begehrten Podiumsplätze sind nach wie vor in unmittelbarer Reichweite! Ich bin stolz darauf, wie sehr die Mädels heute - vom Pech verfolgt - gekämpft haben.

Gute Nachrichten gefällig? Den anderen Klassen ist eigentlich nichts passiert. Einzig Sandra konnte die Aufgabe der 18m Klasse nicht ganz umrunden, ist aber bereits wieder per Anhänger am Flugplatz. Katrin hatte ich vor dem Start gesagt: "Wenn du heute wieder Tagessieg fliegst, dann bin ich sauer!". Das Risiko, heute ausbrechen und etwas erzwingen zu wollen, ist bei 800m Blauthermik einfach zu groß. Katrin hat das gut gemacht und ihren dritten Gesamtplatz locker gehalten.

Conny und Ulrike haben in der Standardklasse nicht viel falsch gemacht und den Ansatz, heute in Ruhe ohne Risiko zu fliegen, gut umgesetzt. Mit mittleren Platzierungen haben sie ihre Schlagreichweite aufs Podium sauber gehalten. Angegriffen wird hier auch noch - aber nicht an Tagen wie heute...

Morgen erwarten wir mehr hohe Bewölkung, mehr Hitze und mehr Lablität. Was auch immer das bedeuten mag...

Tag 6

Benjamin: Und dabei sind wir extra früh aufgestanden! Grid-Zeit, Briefing und Startbereitschaft waren schon gestern abend um eine Stunde im Vergleich zum normalen Zeitplan vorgezogen. Umso mehr haben wir uns gewundert, denn die Aufgaben für heute waren kaum länger als gestern! Für die Clubklasse gab es 336 km Racing, die Standardklasse bekam 346 km und die 18m-Klasse 409 km.

Was war in den Meteorologen gefahren? Das Problem kam im Briefing zutage: Erwartet wurde eine anfangs sehr gute Luftmasse mit guter Wolkenthermik, die allerdings später zur Abtrocknung neigt. Schnell war klar: Der heutige Flug steht und fällt mit dem Abflugzeitpunkt. Wer zu früh abfliegt, wird zum Kanonenfutter für den Rest, und wer zu spät unterwegs ist, wird den größten Teil des Tages im Blauen verbringen. Ein komplexes Spiel, das einige Überraschungen bereit halten sollte...

Die Clubklasse bildete schon vor dem Abflug ein Gewusel: Jede beobachtete jede. Einzig Angelika flog sehr früh los. Eine weitere Entscheidung traf schließlich Sabrina gemeinsam mit den Niederländerinnen, die alle gegen 12:30 abflogen. Unter den bereits abtrocknenden Wolken ging es zunächst gut vorwärts. Hinter ihnen flog zunächst Sarah und dann Ines ab, die sich vor dem Abflug leider verloren hatten. Der Flug an sich gestaltete sich als sehr dynamisch: unter Anderem holte zuerst Ines im Alleingang Sarah ein, dann rückten Sarah und Ines gemeinsam immer weiter auf die Spitzengruppe auf. Angelika musste ihren Vorsprung im Laufe der Strecke einbüßen. So kamen unsere Pilotinnen am Ende knapp hintereinander recht früh im Ziel an.

Wie erging es den später abgeflogenen Pilotinnen? Sehr unterschiedlich! Alisa (Australien) und Sarah (USA) kamen mit einem konsequenten Stil sehr nah an die Spitzengruppe heran und holten sich den Tagessieg. Alle anderen hatten mit den abtrocknenden Bedingungen extrem zu kämpfen, so dass sich heute in der Gesamtwertung an der Spitze einige größeren Änderungen ergeben: Sarah und Ines konnten gut aufholen, Sabrina musste zwar einen Platz aufgeben und rutschte auf 4 ab, allerdings ist ihr Punktabstand auf die Tabellenführung deutlich geschrumpft.

Die 18m-Klasse war heute ein absolut "totes Rennen": Ein Großteil der Pilotinnen flog in einem einzigen Pulk um die Aufgabe herum. Zwischen Platz 1 und Platz 5 liegen gerade einmal fünf Punkte! Entsprechend ergab sich hier heute in der Gesamtwertung auch keine Änderung, so dass unsere Katrin (heute 2. Tagesplatz) ihren dritten Gesamtrang verteidigen konnte.

Die besten Nachrichten gibt es heute in der Standardklasse: Tagessieg für Conny und Ulrike! Die beiden haben mit 82 km/h heute deutliche Akzente gegenüber den Tschechinnen und Französinnen gesetzt, indem sie sich beim Abflug früh davon schlichen und die guten Bedingungen im engen Zweierteam konsequent ausnutzten. Wir freuen uns sehr für die beiden!

Insgesamt in allen Klassen ein sehr gut aussehenes Ergebnis für das deutsche Team. Wir haben jetzt zum vierten Mal in Folge einen deutschen Tagessieg zu verbuchen!!!!

Morgen wird es allem Anschein nach richtig warm und blau, bevor es dann übermorgen richtig warm und blau wird. Irgendwann wird die Lage dann aber wieder in eine Labilisierung übergehen. Wir rechnen insgesamt noch mit mindestens vier weiteren Flugtagen - was für eine tolle WM!

 

5. Wertungstag

Wenn ich vorgestern von "Spannend" geschrieben habe... was war das dann heute? Insgesamt auf jeden Fall wieder ein recht positiver Tag für das deutsche Team!

Das Wetter war heute schwer vorherzusagen, da wir uns in einer unübersichtlichen Mischungszone von Kalt- und Warmluft befanden. Noch gestern war nicht sicher, ob überhaupt Flugwetter wird, doch heute früh standen relativ gute Wolken bereit, die aber gegen Mittag während des Schleppbetriebs langsam abtrockneten. Vom meteorologischen Standpunkt her lässt sich heute der Tag durch ein ständiges lokales Auf- und Abbauen und Pulsieren beschreiben: Sehr gute Optik, dann plötzlich blau, dann wieder Aufbauend, aber sofortige Ausbreitungen, lange großflächige Totzonen, und dann wieder von vorne. Heute im richtigen Rhythmus, dem stets aufbauenden Wetter zu folgen, war der Schlüssel zum Tag - aber durchweg gelingen wollte das niemandem.

Alle Klassen bekamen Racing-Aufgaben zwischen 305 km (Club) und 400 km (18m) nach Süden und Westen. Dies fanden wir alle relativ ambitioniert, aber der Meteorologe Jan Horak (ein wirklich lustiger Kerl) war sich seiner Sache sicher.

Die Clubklasse haben wir aufgrund des unsicheren Wetters, des starken Windes und der langen Aufgabe auf einen frühen Abflug eingestellt. In der Vierer-Konstellation, die schon am dritten Wertungstag so erfolgreich war, flogen sie nach kurzer Wartezeit als erste ab. Der Hauptpulk der Klasse wartete allerdings noch deutlich länger - sie begannen erst 30 bis 60 Minuten später mit der Aufgabe. Dies hielten wir für zu riskant.

Tatsächlich konnten unsere Pilotinnen den Vorsprung über einen Großteil der Aufgabe aufrecht erhalten und stellenweise noch vergrößern. Leider gerieten sie dann zufällig zur falschen Zeit an den falschen Ort, wurden etwas aufgespalten und mussten hinnehmen, dass die Verfolger kurz vor dem letzten Wendepunkt in wieder aufbauenden Bedingungen etwas an sie heran kamen. Schließlich landeten Sarah, Sabrina und Ines immer noch deutlich vor dem Hauptfeld, konnten aber den riesigen Zeitunterschied nicht ganz halten. Das Wetter am Platz und auf Kurs spielte verrückt mit abwechselnd Schauer-Optik, Blau und Hammerwetter. Fazit: Früher Abflug mit wenig Risiko war grundsätzlich richtig.... - Glück für den Pulk!

In der 18m-Klasse flog Sandra als erste ab, blieb einen Großteil des Fluges alleine, und dies wurde ihr schließlich zum Verhängnis. Nun ist sie ca. 35 km vom Platz entfernt außengelandet. Katrin blieb beim Pulk, der angesichts der langen Aufgabe auch auffällig lang mit dem Abflug wartete. Mithilfe dieser "Reisegruppe" war die Aufgabe gut möglich, wie die Pilotinnen berichten. Am Ende behielt Katrin sogar knapp die Oberhand und erreichte den Tagessieg mit 91,5 km/h!

Der Standardklasse galt heute die besondere Sorge von Wolli und mir. Schließlich hatten Conny Schaich und ihr Team uns heute Abend zum Essen im Camp eingeladen! Umso mehr mussten wir zittern, als wir im Tracking mitbekamen, dass die Aufgabenlegung der Standardklasse (337 km) wiederum durch lokale negative Effekte am unglücklichsten war. Recht langsam kämpfte sich der Pulk - meist mit Ulrike und Conny an der Spitze - um die vier Wendepunkte. Ulrike bekam schließlich einen kleinen Rückstand, als es an der letzten Wende notwendig wurde, 20 km 90 Grad vom Kurs abzubiegen, um überhaupt in der Luft zu bleiben! Dennoch schafften es unsere Mädels gemeinsam mit einigen - aber lange nicht allen! - anderen Pilotinnen nach Hause. Die erste Landung der Standardklasse erfolgte trotz zeitigem Abfluges erst um 18:40 Lokalzeit.

Wolli und ich sind froh. Einerseits aufgrund der guten Leistungen unserer Pilotinnen heute, die allesamt zufrieden von einem schönen und vielfältigen, aber auch anstrengenden Flug berichten.

Andererseits vor allem aber auch, da nun mit Conny's Ankunft das Abendessen, das lange auf dem Spiel stand, für uns gesichert ist.

Morgen sieht es nach Hammerwetter aus... das Briefing wurde um eine Stunde vorverlegt, der erste Start wird auf 10:30 geschätzt! Ich bin gespannt, ob der Meteorologe weiß, was er tut.