WM-Blog Zbraslavice

Tag 5 - Ruhetag

Benjamin schreibt:

Der Internationale Abend gestern war köstlich und obendrein sehr lustig. Ich habe irgendwann die Flucht ergriffen, nachdem ich das niederländische Nationalspiel (wohl eine mit einer Art Lebkuchen praktizierte Variante des Spiels "Würschtel Schnappen") verloren hatte und daher Panda-Ohrenwärmer verliehen bekam. Die Tschechen haben heute morgen berichtet, eine so gute Party habe es hier am Flugplatz seit Jahren nicht gegeben. Dann sollen sie uns halt öfter einladen.

Schon gestern abend wurde der heutige Tag zum Ruhetag deklariert. Es ist kalt, windig und bedeckt. Auch für morgen sehen die Aussichten nicht gut aus, so dass eventuell erst wieder am Wochenende geflogen wird. Heute Vormittag haben wir mit Nachbesprechungen des gestrigen Tages verbracht, der für die Deutschen insgesamt recht erfolgreich ausgegangen ist. Jetzt befassen Wolli und ich uns mit einigen organisatorischen Punkten... u.a. haben wir den Verdacht, dass manche Länder sich um jeden Preis vor dem hier verpflichtenden OGN-Tracking zu drücken versuchen, teils mit raffinierten Techniken. Wir finden das unsportlich: Entweder alle oder keiner! Daher gehen wir der Sache nach.

Wir melden uns morgen, auch wenn die Aussichten wie gesagt auf einen weiteren Pausetag hindeuten!

Tag 4

Hallo zusammen,

Hier Benjamins Zusammenfassung des 4. Wertungstages:

SEGELFLIEGEN KANN SO SPANNEND SEIN!!! In der Teamzentrale mit Funk, Internet und Live Tracking ist heute so manche Schweißperle über die Stirn geflossen, als wir beobachteten, wie die Pilotinnen sich über die Aufgaben kämpften - oder es zumindest versuchten.

Das Rezept dazu: Man nehme 40-50 km/h Nordwestwind, recht wenig Sonneneinstrahlung, eine an sich ganz gute kühle Luftmasse, aber nachmittags immer mehr Feuchtigkeit. Dann schicke man die Pilotinnen in die Luft und sehe sich das Spektakel an: am Besten allerdings ganz entspannt vom Boden aus...

Die 18m-Klasse stand heute vorne. Sehr souverän geschlagen haben sich über die 316km-Racing-Aufgabe die Tschechin Alena Netusilova (Tagessiegerin mit 131 km/h) und direkt dahinter unsere Katrin Senne (113 km/h). Das französische Team kommt knapp dahinter, sie kamen aber nicht an Katrin heran. "Ich habe es heute genau so gemacht wie geplant!", strahlt Katrin nach dem Flug. "Taktisch etwas später abgeflogen, über den ganzen Flug vorsichtig gewesen und am Ende nach vorne ausgebrochen." Katrins ASG-29 war heute maximal aufballastiert - dies war der Schlüssel zu dem überragend guten Flug und dem schnellen Vorankommen gegen den extremen Wind. Doch nicht jede Klasse konnte dem Wind so viel Masse entgegenwerfen, um die Aufgabe gut zu vollenden...

Besonders schwer hat es bei solchen Bedingungen natürlich die Clubklasse. Auf der 2-Stunden-AAT (drei Sektoren) gibt es nur eine reine Streckenwertung - alle Pilotinnen sind außengelandet. Alle Pilotinnen? Nein! Eine riesige Überraschung: Angelika Mayr in der "LX" (ASW-24) hat es als einzige ins Ziel nach Zbraslavice geschafft! "Ich bin noch nie bei so starkem Wind geflogen, noch dazu alleine!", sagt sie begeistert. Die ASW-24 ist das mit Abstand am besten geeignete Flugzeug der Klasse für dieses Wetter, so dass heute der hohe Index, der Angelika sonst plagt, keine Rolle spielt: Tagessieg!

Doch auch der übrigen deutschen Clubklasse ging es ganz gut: Sarah und Ines sind zusammen alle drei Sektoren sehr weit ausgeflogen und sitzen auf dem letzten Schenkel (gegen den Wind) kurz vor dem Flugplatz. Sie haben wahrscheinlich die weiteste Strecke des Tages geflogen und sind daher in der Wertung nur knapp hinter Angelika (die aber als Heimkommerin automatisch die maximalen Streckenpunkte erhält). Sabrina hat zwei der drei Sektoren weniger weit ausgeflogen, ist aber auf dem letzten Schenkel auch sehr nahe an Zbraslavice heran gekommen, so dass sie sicher nicht viel verloren hat. Genaueres lässt sich erst heute Abend sagen, wenn alle Flüge eingereicht sind.

Unser Standardklasse-Zweierteam hatte es heute wahrscheinlich am schwersten. Die Aufgabe der Standardklasse (296 km Racing) war in den ungünstigsten Wetterraum gelegt und noch dazu schien vom Satellitenbild her die gesamte Klasse stets zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, wo die Schatten gerade am größten waren. Keine der Pilotinnen konnte die Aufgabe auch nur annähernd beenden, es sind auch nur eine Handvoll Flieger überhaupt auf den letzten Schenkel gekommen, um dort außenzulanden. Conny und Ulrike sind unter den übrigen, die noch auf dem vorletzten Schenkel ca. 30-50 km südwestlich des Platzes außenlanden mussten. Eine gute Gelegenheit sicherlich für die wenigen Ausreißer nach vorne, um sich in der Wertung abzusetzen. Im Mittelfeld, so auch bei unseren Pilotinnen, wird sich nicht viel getan haben, doch auch das wissen wir erst, wenn die Flüge online sind.

Ein durch und durch spannender, teils unangenehmer und nicht einfacher Tag! So ist diese WM eben, aber wir machen weiter. Es liegen noch viele Flüge vor uns.

Heute ist der internationale Abend angesetzt, bei dem kulinarische Beiträge aus jedem Land aufgeboten werden. Wir Deutschen steuern verschiedene Kartoffelsalate und Wurst bei. Gerade erreicht mich per SMS auf dem Teamcaptain-Handy die Nachricht, dass das Buffet aufgrund des fast geschlossen außengelandeten Teilnehmerfeldes auf 20:30 verschoben wurde. Schade eigentlich: Wolli und ich hatten schon gehofft, dass wir uns nun wohl ganz alleine durch all die Köstlichkeiten futtern können...

Bis morgen! Euer Benjamin

Tag 3

Hallo nach Deutschland,

leider muss ich mitteilen, dass ich auf Grund des Ausfalles von Chrissi gestern für den Rest der WM als Blogger ebenfalls das Feld räumen muss.

Die Berichterstattung wird Benni nun übernehmen, mit Unterstützung von Wolli. Da die beiden wirklich andere Aufgaben haben, wird sich das allerdings auf sporadische Meldungen beschränken, ggf. sogar nur einmal am Tag abends.

Schade, ich hätte es gerne weiter gemacht...


Hallo zusammen,

kurze Zusammenfassung des Tages von Benni:

Morgens beim Teambriefing haben wir Trainer noch deutlich gemerkt, wie sehr dem Team (und uns natürlich auch) die beiden unglücklichen Zwischenfälle gestern und vorgestern zugesetzt haben. Eher gedämpfte Stimmung bei allen Beteiligten. Das relativ gute Wettbewerbswetter erlaubte es uns bisher auch nicht, mal gemeinsam durchzuatmen und die Vorfälle in Ruhe aufzuarbeiten.

Die beiden Pilotinnen, die leider für den Rest des Wettbewerbs ausfallen, sind allerdings seit heute früh wieder in unseren Reihen und vollkommen unversehrt. Das ist das allerwichtigste - alle Sachschäden sind schnell repariert.

Heute Nachmittag hingegen laufen zum ersten Mal alle deutschen Pilotinnen und Helfer im Camp wieder mit recht zufriedenem Gesichtsausdruck herum. Es war ein schöner Flugtag, alle Pilotinnen haben die Aufgabe umrundet.

Die Aufgabe war diesmal sehr kurz (2h AAT für alle Klassen nach Südosten und Südwesten), da die Wettermodelle und auch der Meteorologe mit raschen Ausbreitungen und auch Schauern rechneten. Schon um 11:30 wurde gestartet, um den Pilotinnen genügend Spielraum zu geben. Letztendlich stellte sich das Wetter als deutlich stabiler und besser als erwartet voraus: Die gegen Mittag entstandenen Schauer fielen rasch zusammen, und den ganzen Nachmittag über herrscht nun schon Hammer-Optik hier am Flugplatz. Unsere Pilotinnen waren aufgrund der kurzen Aufgabe aber schon gegen 15 Uhr wieder zurück und berichteten von Basishöhen jenseits der 2000 m und guten Steigwerten!

Unsere Clubklassepilotinnen Sarah, Ines und Sabrina sind heute erstmals zu dritt geflogen (Sabrina fliegt sonst grundsätzlich eher alleine). Die drei sagen, für das heutige Wetter war diese Konstellation genau die richtige. Das spiegelt sich auch in der Wertung wieder: Platz 1,2 und 3 für Sabrina, Sarah und Ines mit über 102 km/h! Sabrina übernimmt damit vorerst die Führung in der Gesamtwertung. "Das bedeutet jetzt natürlich noch nichts, aber es gibt ein gutes Gefühl für die nächsten Tage!", sagt sie.

Angelika hat es heute nicht ganz so gut erwischt, ist aber ebenfalls sicher wieder zu Hause mit Platz 20.

Unser Standardklasseteam Conny und Ulrike haben heute solide Plätze in der vorderen Hälfte erflogen. Sie konnten erfolgreich im recht engen Teamflug knappe 100er Schnitte erreichen.

In der 18m-Klasse sind unsere beiden Einzelkämpferinnen Sandra und Katrin ebenfalls sehr gut um die Aufgabe gekommen, konnten sich mit 110 bzw. 116 km/h allerdings gegen die starken Tschechinnen und Französinnen nicht richtig durchsetzen, die es im Team auf bis zu 129 km/h brachten. Die Punktabstände sind dabei aber recht klein geblieben.

 

Morgen erwarten wir eine Lage mit auffrischendem NW-Wind und einigen Tücken. Der Meteorologe sieht die Chance zu fliegen bei etwa 50%.

Wir melden uns morgen! Wie Uli schon schrieb, kann ich nicht garantieren, viele aktuelle Updates zu posten, da Wolli und ich hier am Boden eigentlich ständig etwas zu tun hätten. Daher gibt es spätestens morgen abend wieder eine neue Zusammenfassung.

 

Tag 2

weiter gute Neuigkeiten:

Chrissi ist vollkommen ok, wird sogar jetzt schon nicht mehr zur Beobachtung im Krankenhaus behalten, sonden wird gleich hier wieder am Flugplatz sein.


Eine nachträgliche Meldung bezüglich der 18m-Klasse.

Nach der 10km-Meldung von Chrissi und Katrin, über die wir uns so sehr freuten, fuhren wir zur Landebahn (wie immer) und erwarteten sie. Katrin rollte aus, Chrissi kam aber nicht. Selbst Katrin wusste nicht warum, denn ganz kurz vorher war sie noch dabei.

Was war geschehen? Chrissi, die den Zeilkreis hatte und bis dahin noch leicht plus auf den Platz hatte, reichte es in der letzten Phase dann doch nicht mehr. Eine Außenlandung in tiefster Höhe war plötzlich angesagt. Dies endete letztendlich nicht gut, der Flieger bekam Bodenkontakt mit dem hängenden Flügel, sodass der Rumpf fast quer aufsetzte. Dabei wurde der Flieger erheblich beschädigt.

Chrissi ist Gott sei Dank unverletzt, da sie aber etwas Schmerzen "am ganzen Körper" hatte, wurde sie vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Dort wird sie gegenwärtig komplett durchgecheckt.


Katrin und Chrissi: 10 km!!  Das Wunder von Bern, äähh, von Zbraslavice! Aber es sind wenige andere 18m-Frauen doch auch noch dabei, die wir nicht "auf dem Schirm hatten"

Ich muss raus, sie aus der Landebahn holen. Aber es ist auch alles berichtet!

Was für ein spannender Tag, wir sind total erledigt!


Ines hat den Zielkreis gepackt!!!!!!

Mit 10 m unterhalb! Sie wird im Zielkreis landen,...macht aber nix, die Wertung steht


Ines hatte noch zaubern müssen, hat nun 100m über Zielkreis und noch 3 Km zum Zielkreis. Das könnte ganz knapp reichen.


Sarah ist Ines voraus, hat lt. OGN auch den Zielkreis gepackt, kommt aber so knapp, dass es vielleicht nicht in den Flugplatz reicht. Macht aber nix, die Zeitwertung würde sie trotzdem bekommen, vielleicht ein paar Strafpunkte wegen der Höhe.


Eine Sensation: Chrissi und Katrin melden 45 km und 400m plus!!! Fassungslosigkeit in der Zentrale. "wie haben die denn das gemacht? Die können zaubern!"


Ines und Sarah sind kurz vor dem Zielkreis. Es reicht aber noch nicht...


Sabrina ist da!!! Hat zuletzt doch gut gereicht. Mit ihr ein ganzer Pulk. Der Flugplatz ist plötzlich voll mit "Oldtimern".


Sabrina: Ich wechsle die Frequenz, 5 km, müsste eigentlich ankommen! Jeeeeaaah!!


Sabrina: "Bei km 6,5 ist nochmal was zum einkreisen, ich fliege aber weiter". Demnach hat sie jetzt genug Reserve...


Jetzt sind Sarah und Ines auch losgeflogen. Sarah: "+55m, läuft aber zurück, Sabrina wie liefs bei Dir?" Sabrina: "Erst gings auch zurück, jetzt trägts wieder, Du musst die Linie treffen"


Sabrina: "Ich geh mal und probier´s ob ich nach Hause komm".

Ines: "Ich hab aber noch 0,3" (sie scheint tiefer zu sein)

Sarah: "Ich komm noch mal ein Stück rüber"


Die ersten der Clubklasse kommen jetzt rein, es wird sau-eng.


Chrissi und Katrin scheinen in der Tat allen voraus zu sein. Sie sind mit wenigen Metern Unterschied auch nochmal bis auf 1.900m gekommen. Die Zentrale hat gerade durchgegeben, dass sie sich alle Zeit der Welt nehmen sollen, weil sie unverfolgt vorne oben sind. "Gas rausnehmen, oben bleiben, alles mitnehmen" war der Rat.Das blöde ist, dass sie durch das Gebiet noch müssen, in dem die Standardklasse mehr oder weniger geschlossen außengelandet ist. Wir nehmen daher an, dass auch sie nicht heimkommen, aber jetzt geht es um die weiteste Streckenwertung.


Ines meldet noch 20 km, in 700 über Grund, um die 0,1m/sec, inmitten von 16 Flugzeugen in diesem Bart, die jetzt alle um die letzten Meter zum Heimkommen fighten.


Sandra ist außengelandet,

Sabrina hat +99m !!!!!!!!!! auf zu Hause...................


Sandra scheint kurz vor der Außenlandung zu sein, lt. OGN....

So wie es aussieht landen gerade sehr viele Standardklasse-Kisten, vielleicht alle anderen. Insofern wird das mit unserer gelandeten Standardklasse nicht teuer.


Kartin und Chrissi scheinen echt gut unterwegs zu sein. Sie sind hoch und allen anderen voraus,...so wies aussieht!

Die Clubklasse hat wohl gleich Endanflug


Es sind 2 18m-Flieger am Platz gelandet, wir vermuten allerdings, dass sie per Motor/Düse, also ohne Zeitwertung heimgeflogen sind.

Ulrike und Conny sind außengelandet.


Einhellige Meinung in der Zentrale "Wahnsinn, dass das da drunter doch immer noch geht!!" Die Clubklasse fliegt nicht nur noch, sie kommen immer noch recht hoch. Sabrina ist auf 1.700m und fliegt nun dem Pulk voraus!!! Sie hat noch 55 km. Hoffentlich zieht sie das durch!


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"Ein Wetter, zwei Meinungen", oder "unterschiedliches Wärmeempfinden". Benni im Anorak, Schal und Mütze, Uli in kurzer Hose, barfuß und T-shirt


Die zum ersten Mal bei einer WM versuchen sich Chrissi und Katrin im Team. Sie sind auf gleicher Position und mit 10 Höhenmeter Differenz unterwegs. Offensichtlich klappt das, zumindest im Moment, recht gut. 


Offensichtlich gibt es doch tatsächlich unter dem dicken Zeug noch ausfliegbare schwache Thermik. Gott sei Dank. Die Clubklasse ist nun geschlossen an der zweiten Wende. Auf dem Tracking ein dicker gelber Fleck mit allen Flugzeugen. Bisher ein recht "totes Rennen", das, wenn es so weitergeht per Index entschieden wird. Schlecht für Angelika mit ihrem 107er Index. Bei so einem Wetter vorausfliegen um dem Pulk zu entfliehen: unmöglich! Man braucht einfach zu oft die "schlechtesten Kisten" mit den kleinen Indexen.


Die Clubklasse zieht nun die Bremse. Ines klingt sehr vorsichtig. Offensichtlich sind sie jetzt im Bereich der dicken Abschirmung. Sabrina meldet bereits zu Ines, Sarah und Angelika "0,3"!  Oh,oh!!


Die 18m-Klasse sind Mitte des zweiten Schenkels. Katrin fand wohl hinter Chrissi 1,3 m/sec, zu dem Chrissi nicht mehr zurück kam und weiterfliegen musste. Sie fand dann in 300m über Grund einen richtig guten, der sie von unten raus bis auf 1.600 m "katapultierte". Momentan ist sie knapp 1.800 m und steigt immer noch. Hoffentlich ist sie mit Katrin zusammen, was man auf dem OGN nicht sieht.


Die Clubklasse ist nur höhenmäßig separiert, horizontal kaum. Sie sind nun hinter der ersten Wende, wo der Himmel noch reeeelativ hellgrau ist. Sie sind sogar richtig hoch, Sabrina gerde 1.800m!!Je mehr sie jetzt aber nach Westen kommen, je schwieriger wird es werden.

Die Standardklasse ist ebenfalls an der ersten Wende. Hier gibt es zwei Ausreißer, die vor allen anderen los sind und die den Vorsprung sogar ausgebaut haben. Die XK (Holland) und die Lot (Polen). Es gibt also schon die Chance dem Pulk zu entfliehen.


Alle Pilotinnen sind endlich unterwegs. Die Clubklasse ist bereits an der ersten Wende. Die Steigwerte bleiben wie erwartet mäßig. Die Cirren werden immer dicker. Die Info der Zentrale, dass noch weit dickere Schirme im Anmarsch sind, hat dazu geführt, dass abgeflogen wurde. Ob die Deutschen die Vorreiter der Pulks waren konnten wir auch im OGN nicht erkennen. Es sah nach einem "kollektiven Abflug aus.

Mittleweile treffen die dicken Ci-Wolkenpakete den Platz. Wolli wird poetisch: "Der letzte blaue Fleck, der zieht jetzt weg". Wir sind gespannt.


Nachdem die Startbereitschaft verschoben worden war gab es für alle Klassen eine B-Aufgabe. Es blieb bei Racing: Club 180 km, Standard 210 km und 18m-Klasse 253 km. Nach dem Schlepp der Clubklasse wurde der Schleppbetrieb erst einmal unterbrochen weil sich Pulks in geringen Höhe bildeten und eine ganze Menge Maschinen ums Obenbleiben kämpfte.

Nun sind alle oben, die Thermik ist extrem mau. Die Abfluglinien sind mittlerweile alle frei, allerdings will, wie immer, keine(r) bei Blauthermik als erte(r) los..., das alte Drama eben! Das Wetter wird nicht mehr besser werden, dennoch kleben alle zuammen am Platz.


Guten Morgen nach Deutschland.

Der gestrige Tag ist "verdaut", "de-gebrieft" und somit abgehakt. Mit neuem Elan geht es in die nächste Runde.

Die Maschinen stehen bereits im Grid, auch das Briefing ist vorbei. Das Wetter ist wieder die große Unbekannte. Cirruslayer in diversen Stärken werden die Blauthermik beeinflussen. Gegen später sollen sich die Cus von Osten her zum Platz hin entwickeln, aber auch gestört von den Cirrenfeldern.

Die Streckenführung führt deshalb nach Osten, den Cumulis entgegen. Für alle Klassen gibt es Racing-Aufgaben: Clubklasse 252 km, die Standardklasse 253 km und die 18m-Klasse 311 km.

Momentan ist das Team-Briefing ist vollem Gange.

Tag 1

Sorry, es ging nicht schneller!

Es war nun letztendlich doch ein schlechter Tag fürs deutsche Team. Dies war am Boden vorher allerdings kaum merkber, eigentlich machte es ja einen guten Eindruck. Ok, bei AAT hat man ja nie den Überblick, aber selbst bei den Racing-Aufgaben hat man neuerdings kein Gefühl mehr, nachdem die Abflugzeiten nicht mehr abgegeben werden müssen. Jedenfalls sind außer Sabrina alle mehr oder weniger unzufrieden. Die Ergebnisse könnt ihr ja aus soaring-spot entnehmen.

Ich selbst musste, nachdem Chrissis Flieger versorgt war, noch mit meinem Gelände-Pick-up los, weil Sue 7 km vom Platz außengelandet war, der Flieger beschädigt war und ohne Geländewagen-Unterstützung schlecht aus dem Acker rauskommen würde.

Vor Ort war klar, dass der Flieger in diesem Wettbewerb nicht mehr fliegen wird. Sue ging die harte Landung ins Kreuz und sie wird vorsichtshalber z.Zt. noch untersucht. Wir haben den Flieger rausgezogen und sind erst grade zurück.


Die Pilotinnen kommen nach und nach wieder in den Empfangsbereich unserer Bodenstationen. Sie wirken allesamt recht positiv. Selbst Sabrina, die vor dem Start meinte, dass sie recht nervös sei, hat ganz offensichtlich ihr "innere Ruhe" wiedergefunden. Sehr professionell meldet sie die Steigwerte nach hinten: "2,2", was z.Zt. ein guter Wert sein dürfte.

Katrin und Chrissi diskutieren über die Endanflugshöhe. Chrissi: "Bei MC 1,0 haben wir 100m plus".

Jetzt ist Sabrina im Anflug "müsste eigentlich reichen",...jetzt hat sie noch 18 km.

Die ersten Maschinen sind gelandet. Unsere schießen auch Richtung Platz.

Katrin und Chrissi melden 10 km,  ...ich muss raus, bis später!


Über das OGN haben wir ein paar Informationen, aber alles sehr wage:

Was allerdings gut beobachtbar war, war, dass Sarah und Ines sehr früh abgeflogen sind, Sabrina deutlich später mit den Engländern. Inzwischen scheinen alle gleichauf zu sein.

Conny und Ulrike scheinen auch recht früh abgeflogen zu sein, sind auch immer noch vorne dran. Auch Sue ist bei ihnen, allerdings wissen wir nicht wann sie abgeflogen ist.

Die 18m-Mädels haben sich deutlich mehr Zeit gelassen um zu ihrer 2 Std-AAT zu starten. Aber 2 Stunden sind halt auch schnell rum... :-).


Seit einiger Zeit sind unsere Pilotinnen unterwegs. Teilweise haben sie gutes Steigen, teilweise müssen sie schwer kämpfen. Dass das Wetter schwierig werden würde, hat sich bewahrheitet. Es ist eine Lftmasse wie ein "Marmorkuchen" (gutes und schlechtes unkontrolliert gemischt) 


Unsere Mädels heute unmittelbar beim Start:

Ich stelle sie hier mal mit vollem Namen und Wettbewerbskennzeichen vor, weil im weiteren Verlauf der WM wir meist die Vornamen oder die Wettberbskennzeichen verwenden:

Clubklasse:

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              Sarah Drefenstedt "R"

 

                       P1020222                          

                             Sabrina Vogt (titelverteidigende Weltmeisterin) "M1"

 

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                                                Ines Engelhardt "EF"

 

                                                             P1020224

                                                                 Angelika Mayr "LX"

 

Standardklasse:

        P1020226

           Conny Schaich "3S"

 

                                   P1020227

                                          Ulrike Teichmann "C"

 

                                                      P1020228

                                                              Sue Kusbach "KS"

18m-Klasse:

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       Katrin Senne "BK"

 

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                                   Chrissi Grote "YE"

 

                                                      P1020232

                                                        Sandra Malzacher "DR"

 


Mttlerweile ist die Startbereitschaft mehrfach verschoben worden. Zuletzt 13:30. In der Clubklasse, die vorne stand ist es bei der AAT geblieben, ebenfall bei der dahinter stehenden Standardklasse. Die 18m-Klasse hat geswichet auf B (AAT mit den ehemaligen Wendepunkten als Mittelpunkte 20-20-15 km)


Das Teambriefing hatte einen Schwerpunkt bezüglich der Wetterentwicklung, die heute sehr trickreich zu werden scheint. Schadensminimierung ist angesagt nach dem Motto "am ersten Tag kann man viel verlieren aber meist wenig gewinnen". Vorsicht ist also angesagt.

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Vor dem Briefingzelt stehen die Schleppmaschinen:

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       Die langsamen                                      Die schnelleren                                 Die ganz schnelle

 

Der Himmel beginnt Konturen zu bekommen, während das Briefing läuft

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Jetzt sind auch die Tagesaufgaben raus: Alle Klassen Racing-Aufgaben. Clubklasse 178 km, Standard 200 km und 18m-Klasse 238 km .

Benni Bachmaier und Michael Seischab haben auch schon die (tägliche) Luftraumdatei gebastelt. Wenn man nämlich auf die Karte schaut, dann ist diese rammelvoll mit irgendwelchen Lufträumen und man meint, dass man in Tschechien eigentlich gar nicht fliegen kann. Gott sei Dank sind aber nur Bruchteile davon aktiv, d.h. der Großteil eben nicht. Aber das wechselt täglich. Nun müsste jede Pilotin täglich eine ganze Latte mit Lufträumen von Hand in ihren Systemen deaktivieren, was natürlich eine ungeheure Fehlerquelle wäre. Deshalb hat Benni ein Programm geschrieben, dass aus den täglichen Internet-Luftraum-Angaben (deaktive Lufträume) eine fertige Luftraumdatei kreiert. Zudem wurde ein Programm geschrieben, dass das erste Programm auf Fehler überprüft. Genial!Tja heutzutage werden WMs nicht nur durch gutes Fliegen gewonnen, sondern auch durch gutes IT-Management...!

Jetzt ist erst mal Briefing vertagt auf 11:15

Und tatsächlich. So ganz langsam drückt die Sonne durch und man kann es sich vorstellen.

Als wir heute morgen nach oben schauten stand jedem der Zweifel im Gesicht, "ob das was wird?"Bei völlig zugezogenem Himmel wurde montiert, getankt und auch schon gegriddet. Schließlich waren die Wettervorhersagen einigermaßen.

Ruhe vor dem Sturm

Die Eröffnungsfeier liegt hinter uns.

Mit Bussen wurden alle in die Ortschaft gefahren, wo sich alle 13 Nationen hinter ihre Fahnen aufstellten und wo nach der tschechischen Nationalhymne die offiziellen Reden abgehalten wurden.

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Nachdem die diversen Officials fertig waren eröffnete Gisela Weinreich, die als Deutsche die Vorsitzende der Jury ist, die Weltmeisterschaft mit den Worten "on behalf of the FAI and the IGC I hereby declare the 9th Women´s World Championships open".

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Es folgte noch die FAI-Hymne und dann ein Fußmarsch durch die Stadt zur St. Barbara´s cathedral....

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...wo uns ein Orgelkonzert geboten wurde mit anschließender Aufstellung aller Teilnehmer vor der Kathedrale.

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                                                                                                  Die Tschechinnen sind mit Haut und                                                                                                   vor allem Haar dabei

Nach der Rückfahrt zum Flugplatz wurde ein Buffet eröffnet. Highlight währenddessen waren diverse Überflüge von zwei Kamfjets vom Typ Saab JAS-39 Gripen der Tschechischen Luftwaffe.

20170520_1915241   Saab

Inzwischen sind alle Pilotinnen im Bett. Die Stimmung ist gut, der Tatendrang hoch. Wir freuen uns auf den Beginn des Kräftemessens. So wie´s momentan aussieht wird morgen auch gleich geflogen. Man munkelt von Ausbreitungen etc,...aber das sehnen wir dann morgen.  Bis dann!


Mittlerweile ist das Rückholerbriefing vorbei. Die Mannschaften sind "eingenordet" und für ihre Aufgaben, die sich durchaus vom "normalen Rückholer" unterscheiden, gewappnet. Bei einer WM sind sie in einem weit größeren Maße in die Team-Prozesse eingebunden und stellen eine wichtige und unverzichtbare Komponente dar.

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Guten Morgen aus Zbraslavice!

Nach dem wolkenlosen Himmel mit fulminantem Sonnenuntergang ist heute morgen der Himmel wolkenverhangen.

Zeit, nochmal richtig auszuschlafen und "die Batterien aufzuladen".

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Daher ist es noch recht ruhig im deutschen Camp, die ersten krabbeln jedoch nun aus den Kojen zu den gemeinsamen Frühstücken. Schließlich wird die Team-Leitung in einer Stunde das Rückholerbriefing abhalten.

Technische Kontrollen

Der heutige Tag sollte eigentlich noch einmal zum fliegen genutzt werden. Doch bald war klar, dass das wohl nix wird. Kaum ausfliegbare Blauthermik und sehr starker Wind ließen die Geschleppten schnell wieder landen. Das Feld zog zurück und diejenigen, die die technische Kontrolle noch nicht hinter sich gebracht hatten, konnten sich in Ruhe darum kümmern.

Die Maschinen wurden gewogen, voll Wasser, mit und ohne Bezüge, mit und ohne "tow out configuration", die Instrumentierung wurde fotografiert und zuletzt wurde der simulierte Notausstieg von jeder Pilotin aus dem jeweiligen Flugzeug abverlangt und die Zeit gemessen. "Tagessiegerinnen" im deutschen Team waren Conny Schaich und Chrissi Grote mit 3,5 und 2,7 Sekunden.

Das mittlerweile komplette Team (der Blogger ist nun auch angekommen) sitzt gerade zusammen und genießt den Sonnenuntergang.

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Morgen wird um 10 Uhr das Rückholerbriefing stattfinden und die letzten Vorgereitungen getroffen. Gegen 16 Uhr machen wir uns chick mit unserem Teamdress und gehen zur offiziellen Eröffnung "Einmarsch der Nationen" in die Ortschaft Kutna Hora.

Training, Training

Nachdem die Aufregung wegen der nächtlichen Gangster langsam verraucht war, gingen die Ladies wieder zum zielorientierten Training über. Mittlerweile ist nicht nur die letzte Pilotin eingetroffen (Katrin Senne), sondern auch Team-Captain Wolli Beyer und Coach Benni Bachmaier.

Gestern war das Wetter erneut gut, heute jedoch musste man mit Warmluft und viel Wind kämpfen.

Die Registrierungen sind weitestgehend abgeschlossen, bis morgen Abend müssen dann noch alle "scruteneerings" (technische Kontrollen) abgeschlossen sein. Morgen ist gleichzeitig der letzte Trainingstag, Samstag dann die offizielle Eröffnung (ohne Fliegen).

Ich selbst, der Blogger, werde morgen die gut 600 km hinter mich bringen, vermutlich gibt es deshalb keine Infos bis dahin. Leider habe ich mitgeteilt bekommen, dass das Internet am Platz sehr dürftig ist, ...und es wird bisher noch relativ wenig abgezapft. Hoffentlich bestätigen sich meine Befürchtungen nicht, dass es dann sehr sehr schwierig werden wird zu berichten.

Hier noch einige Impressionen des heutigen Tages:

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Warmluft über Zbraslavice                                            Katrin Senne und Chrissi Grote beim ersten                                                                                         gemeinsamen Flug über Tschechien 

 

Am Abend wurde das erste Teambriefing abgehalten:                                                                                       und der frisch aus Deutschland kommende Spargel                                                                                       vertilgt

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Einbrecher trieben ihr Unwesen

Letzte Nacht um Mitternacht kam nicht erwünschter Besuch. Sechs vermummte Gestalten zogen durch den Campingplatz und suchten nach Beute. Bei Chrissi waren sie sogar im Wohnwagen während sie schlief. Sie machte sich bemerkbar, die Täter verließen dann zwar das Wohnmobil, flüchteten jedoch nicht, sondern setzten andernorts ihre Tätigkeit fort.

Bei Ulrike nahmen sie einen Apple und ein PDA mit, ...woanders?

Chrissi schrie über den Campingplatz doch keiner wachte auf. Sie rief die Polizei an, die sprachen jedoch nur tschechisch! Sie erreichte jemanden von der Wettbewerbsleitung, die dann sofort kamen und die dann Flüchtenden verfolgten. Ein Fahrer konnte wohl gestellt werden, der mit seinem Fahrzeug in die falsche Richtung losgefahren war und sich im Wald festfuhr...

Große Aufregung, großes Polizeiaufgebot mit Spürhunden und allem drum und dran. Vor 3 Uhr sollte dann auch keiner in seine Behausung zurück, damit die Spürhunde "arbeiten" konnten.

Heute werden daher einige nicht fliegen. Nicht nur, weil sie zu wenig Schlaf hatten, sondern weil sie zur Polizei müssen (Berichte, Anzeigen,...)

 

Erkundung des Wettbewerbgebiets

Gestern konnten ausgedehnte Flüge im Wettbewerbsgebiet gemacht werden. Es wurden auch bereits von der Wettbewerbsleitung Aufgaben gestellt, die teilweise auch von unseren Mädels geflogen wurden. Es gab gute Steigwerte und Basishöhen über 2000 m.

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Fotos von Sabrina                                                                                    Conny und Ulrike

Diese Bedingungen nutzte vor allem Christine, weil sie mit ihrer geliehenen JS-1 C noch warm werden muss. Vor allem mit der maximalen Flächenbelastung von 52 kg/m2 (600 kg) gut zurecht zu kommen und damit auch wirklich noch gut zu steigen, war ihr wichtig.

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Diesen See überquert man (Frau) bei km 15 wenn man auf die rwy 33 direkt anfliegt.