Hallo zusammen,

Hier Benjamins Zusammenfassung des 4. Wertungstages:

SEGELFLIEGEN KANN SO SPANNEND SEIN!!! In der Teamzentrale mit Funk, Internet und Live Tracking ist heute so manche Schweißperle über die Stirn geflossen, als wir beobachteten, wie die Pilotinnen sich über die Aufgaben kämpften - oder es zumindest versuchten.

Das Rezept dazu: Man nehme 40-50 km/h Nordwestwind, recht wenig Sonneneinstrahlung, eine an sich ganz gute kühle Luftmasse, aber nachmittags immer mehr Feuchtigkeit. Dann schicke man die Pilotinnen in die Luft und sehe sich das Spektakel an: am Besten allerdings ganz entspannt vom Boden aus...

Die 18m-Klasse stand heute vorne. Sehr souverän geschlagen haben sich über die 316km-Racing-Aufgabe die Tschechin Alena Netusilova (Tagessiegerin mit 131 km/h) und direkt dahinter unsere Katrin Senne (113 km/h). Das französische Team kommt knapp dahinter, sie kamen aber nicht an Katrin heran. "Ich habe es heute genau so gemacht wie geplant!", strahlt Katrin nach dem Flug. "Taktisch etwas später abgeflogen, über den ganzen Flug vorsichtig gewesen und am Ende nach vorne ausgebrochen." Katrins ASG-29 war heute maximal aufballastiert - dies war der Schlüssel zu dem überragend guten Flug und dem schnellen Vorankommen gegen den extremen Wind. Doch nicht jede Klasse konnte dem Wind so viel Masse entgegenwerfen, um die Aufgabe gut zu vollenden...

Besonders schwer hat es bei solchen Bedingungen natürlich die Clubklasse. Auf der 2-Stunden-AAT (drei Sektoren) gibt es nur eine reine Streckenwertung - alle Pilotinnen sind außengelandet. Alle Pilotinnen? Nein! Eine riesige Überraschung: Angelika Mayr in der "LX" (ASW-24) hat es als einzige ins Ziel nach Zbraslavice geschafft! "Ich bin noch nie bei so starkem Wind geflogen, noch dazu alleine!", sagt sie begeistert. Die ASW-24 ist das mit Abstand am besten geeignete Flugzeug der Klasse für dieses Wetter, so dass heute der hohe Index, der Angelika sonst plagt, keine Rolle spielt: Tagessieg!

Doch auch der übrigen deutschen Clubklasse ging es ganz gut: Sarah und Ines sind zusammen alle drei Sektoren sehr weit ausgeflogen und sitzen auf dem letzten Schenkel (gegen den Wind) kurz vor dem Flugplatz. Sie haben wahrscheinlich die weiteste Strecke des Tages geflogen und sind daher in der Wertung nur knapp hinter Angelika (die aber als Heimkommerin automatisch die maximalen Streckenpunkte erhält). Sabrina hat zwei der drei Sektoren weniger weit ausgeflogen, ist aber auf dem letzten Schenkel auch sehr nahe an Zbraslavice heran gekommen, so dass sie sicher nicht viel verloren hat. Genaueres lässt sich erst heute Abend sagen, wenn alle Flüge eingereicht sind.

Unser Standardklasse-Zweierteam hatte es heute wahrscheinlich am schwersten. Die Aufgabe der Standardklasse (296 km Racing) war in den ungünstigsten Wetterraum gelegt und noch dazu schien vom Satellitenbild her die gesamte Klasse stets zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, wo die Schatten gerade am größten waren. Keine der Pilotinnen konnte die Aufgabe auch nur annähernd beenden, es sind auch nur eine Handvoll Flieger überhaupt auf den letzten Schenkel gekommen, um dort außenzulanden. Conny und Ulrike sind unter den übrigen, die noch auf dem vorletzten Schenkel ca. 30-50 km südwestlich des Platzes außenlanden mussten. Eine gute Gelegenheit sicherlich für die wenigen Ausreißer nach vorne, um sich in der Wertung abzusetzen. Im Mittelfeld, so auch bei unseren Pilotinnen, wird sich nicht viel getan haben, doch auch das wissen wir erst, wenn die Flüge online sind.

Ein durch und durch spannender, teils unangenehmer und nicht einfacher Tag! So ist diese WM eben, aber wir machen weiter. Es liegen noch viele Flüge vor uns.

Heute ist der internationale Abend angesetzt, bei dem kulinarische Beiträge aus jedem Land aufgeboten werden. Wir Deutschen steuern verschiedene Kartoffelsalate und Wurst bei. Gerade erreicht mich per SMS auf dem Teamcaptain-Handy die Nachricht, dass das Buffet aufgrund des fast geschlossen außengelandeten Teilnehmerfeldes auf 20:30 verschoben wurde. Schade eigentlich: Wolli und ich hatten schon gehofft, dass wir uns nun wohl ganz alleine durch all die Köstlichkeiten futtern können...

Bis morgen! Euer Benjamin

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