Heute gibt es ein Experiment: Bloggen unter Sekt-Einfluss. Wenn das mal gut geht. Nicht wundern, normalerweise trinke ich ja nix, aber wir haben halt ZWEI WELTMEISTERINNEN, EINE VIZEWELTMEISTERIN UND EINE DRITTE. Ihr habt richtig gelesen. Vier Medaillen für Deutschland!

Jetzt geht es schon los, ich musste nachsehen, wie man "Medaille" schreibt. Normalerweise weiß ich das, aber wir haben halt... naja. Ihr wisst schon.

Tja... was schreibt man jetzt da?

Der Tag begann eigentlich "wie jeder andere"... Inzwischen kann man es fast als das klassische Zbraslavice-Wetter bezeichnen: Im Blauen wird geschleppt, dann kommen schnell einige Wolken, die sofort rasante Basishöhen (2000 m über Grund und mehr) erreichen. Dann wieder ein paar stellen blau, ein paar Stellen ausgebreitet, ein paar flüchtige Cirren oben drüber. Und gute Steigwerte dabei.

Alle Klassen bekamen eine AAT, die von der Wettbewerbsleitung im Vormittagsverlauf zur C-Aufgabe geändert wurde. Schließlich lief es auf eine Aufgabenzeit von drei Stunden und drei Sektoren heraus, die ähnlich wie das tagtägliche Aufgabenkonzept im Süden und Südosten angeordnet waren.

Nervlich gingen die Pilotinnen eher mit gemischten Gefühlen an den Start. Am letzten Wertungtag die Gejagte zu sein, ist nicht angenehm. In der 18m-Klasse beispielsweise fielen sogar einige nicht ganz so freundliche Kommentare, mit dem Ziel, dass Katrin mit nicht ganz so viel Selbstvertrauen in den Flug startete...

In der Clubklasse haben unsere Mädels heute einen perfekten Job gemacht. Die Punktabstände waren ausreichend groß, so dass die Aufgabe für sie heute war, "einfach einen ganz normalen Flug zu machen", ohne zu viele Gedanken im Hinblick auf die Konkurrenz auszurichten. Entsprechend dieser Devise flogen Sabrina, Ines und Sarah heute im Dreierteam relativ früh ab. Wir wunderten uns etwas, dass die Australierin Ailsa, die durch ihre gestrige Außenlandung auf den vierten Gesamtplatz zurückgefallen war und damit Sarah den dritten Platz streitig machen könnte, dies nicht tat, sondern direkt mit unserem Team abflog.

Die zweitplatzierte, Sarah Arnold, flog einige Zeit später ab, und wendete dann im ersten Sektor kürzer. Den Rest des Fluges blieb sie ungefähr gleichauf mit dem deutschen Team. Schließlich setzte sie ihre daher am Ende übrige Zeit nicht besonders effizient in Strecke um, so dass unsere Sarah Drefenstedt sogar ein paar Punkte aufholen konnte. An der Gesamtplatzierung änderte das allerdings nicht mehr, so dass es jetzt amtlich ist: Sabrina Vogt ist Weltmeisterin der Clubklasse, Sarah Drefenstedt holt den dritten Platz. Ines schlägt sich als WM-Debütantin auf einen respektablen siebten Platz.

Unser Standardklasse-Team wurde heute leider durch einen fatalen Kommunikationsfehler schon kurz nach dem Abflug unwiederbringlich gesprengt. So mussten Conny und Ulrike heute den Flug jeweils alleine bestreiten - durch ihren generell sehr frühen Abflug hatten sie auch wenig andere Flugzeuge auf ihrem Weg. Doch sie zeigten heute, dass sie nicht nur im Team extrem stark sind, sondern auch alleine hervorragend fliegen können. Ulrike holte den dritten Tagesplatz mit 990 Punkten, Conny holte mit 897 Punkten genug Reserve, um komfortabel ihren zweiten Gesamtplatz halten zu können. Weltmeisterin in der Standardklasse ist nun Aude Grangeray aus Frankreich. Und unsere Conny Schaich ist neue Vizeweltmeisterin!  Ulrike liegt am Ende auf dem vierten Platz - tolle Leistung!

Die 18m-Klasse war heute vielleicht die schwierigste Klasse aus deutscher Sicht. Katrin war sichtlich etwas nervös vor dem Start - absolut verständlich! Ihre direkte Konkurrentin Alena Netusilova aus Tschechien lag nur 74 Punkte hinter ihr. Gemäß einer der möglichen Taktiken, die wir vorher besprochen hatten, flog Katrin mit dem französischen Team ab und kämpfte sich so - teils allein, teils mit den Französinnen - um die Aufgabe. Im Tracking war schnell klar, dass die früher abgeflogene Alena heute schnell war, sehr schnell... zu schnell? Wir befüchteten es. Aus den Aufzeichnungen des Trackingsystems, das gerade an den Wenden immer wieder Aussetzer hatte, konnten wir nicht genau sehen, wer wie weit in welche Wende hinein geflogen war. Aber ein besonders gutes Gefühl hatten wir nicht, als nach drei Stunden Aufgabenzeit Katrin wieder zurück kehrte. Auch sie selbst hatte überhaupt kein gutes Gefühl im Hinblick auf ihren Flug.

Und dann dauerte es noch ewig, bis die Files endlich online in der Wertung standen. Minuten fühlten sich an wie Stunden. "Ich gehe jetzt zum Flieger, um mich zu beruhigen. Ich höre euch ja dann schreien - oder nicht", sagte Katrin leise und trottete davon.

Kurze Zeit später war das Geschrei groß. Es hatte gereicht. Mit nun immerhin noch 22 Punkten Vorsprung (von knapp 10.000!!!) ist Katrin Senne nun die neue Weltmeisterin der 18m-Klasse! Sandra erreichte heute den achten Platz und liegt insgesamt auf Platz 9.

Und dann haben wir Sekt aufgemacht. Aber das wisst ihr ja schon...

Ich muss jetzt dringend zur Farewell Party. Morgen gibt es noch einen kurzen abschließenden Beitrag zur Siegerehrung. Im Namen des Teams bedanke ich mich aber jetzt schonmal für die tolle Anteilnahme und das Daumen drücken!!!

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