Neunter Wertungstag

Der neunte Wertungstag fand bei durchgehend blauem Himmel statt. Für beide Klassen wurden 2,5-stündige AATs ausgeschrieben. Die Clubklasse flog zunächst nach Osten bis in den Bereich von Eichstätt und anschließend nördlich über Ellwangen zurück nach Aalen. Für die Standardklasse ging es auf die Schwäbische Alb nach Südwesten bis zum Klippeneck und anschließend südlich des EDR Heuberg zurück zum Flugplatz.

In der Clubklasse sorgte bereits die Abfluglinie für eine etwas ungewöhnliche Situation. Die 20 Kilometer lange Linie lag so, dass unmittelbar danach das Nördlinger Ries im Weg lag. Von den 46 Piloten nutzten deshalb fast alle nur die südlichsten vier Kilometer der Abfluglinie. Für die zusätzliche Sicherheit durch eine lange Linie blieb damit praktisch wenig übrig.

Wie bei Blauthermik zu erwarten, konzentrierte sich der Abflug auf ein knappes Zeitfenster von rund 20 Minuten. Entsprechend bildete sich schnell eine lange Perlenkette über der Aufgabe. Florian versuchte mit einem frühen Abflug eine etwas andere Taktik, während Nils und Felix eher weiter hinten im Feld starteten. Für Florian ging dieser Plan leider nicht auf. Auch Nils hatte Schwierigkeiten, die Aufwinde optimal zu treffen. Felix konnte dagegen die gesamte Aufgabe über gut in der Gruppe bleiben und brachte mit etwas mehr als 88 km/h das beste Ergebnis unseres Teams nach Hause.

In der Gesamtwertung bleibt Florian mit Platz 11 weiter unmittelbar an den Top 10. Nils musste zwar seine Führung abgeben, liegt mit Platz 3 aber weiterhin in Schlagdistanz zur Spitze.

Auch in der Standardklasse zeigte sich im Tracking zunächst ein ähnliches Bild. Unsere Piloten starteten insgesamt eher im letzten Drittel des Feldes und konnten den Abstand nach vorne auf dem ersten Schenkel zunächst gut halten. Anschließend wurden die Bedingungen etwas anspruchsvoller, doch genau dort konnten unsere Jungs nach vorne aufschließen und ein hervorragendes Mannschaftsergebnis einfliegen.

Mit den Plätzen 3 bis 6 gelang der Standardklasse ein richtig starker Wertungstag. Besonders erfreulich: Max übernimmt damit die Führung in der Gesamtwertung. Patrick liegt auf Platz 4, Jens auf Platz 7 und auch Nuno konnte sich um zwei Plätze verbessern und steht nun auf Rang 13.

Abends konnten wir dann noch die partielle Sonnenfinsternis und anschließend die Sternschnuppen der Perseiden bewundern.

Damit bleiben noch zwei Wertungstage. Das Wetter soll voraussichtlich ähnlich bleiben – erneut mit viel blauem Himmel und entsprechend engen taktischen Entscheidungen. Die Spannung in beiden Klassen könnte kaum größer sein.

Achter Wertungstag

Heute erwartete die Piloten deutlich ruhigeres Wetter aus gestern. Auf der Schwäbischen Alb entwickelte sich gutes Segelflugwetter, während es nach Norden hin deutlich schwächer wurde und dort überwiegend Blauthermik zu erwarten war. Für beide Klassen standen Racing Tasks auf dem Programm – 338 Kilometer in der Clubklasse und 376 Kilometer in der Standardklasse.
Die Clubklasse konnte heute die guten Bedingungen auf der Alb nutzen. Die Aufgabe führte von Aalen aus nach Osten bis Denkendorf, anschließend wieder weit nach Westen bis auf Höhe Münsingen und von dort zurück nach Aalen. Vor dem Abflug konnten die Piloten sogar wieder etwas Welle nutzen, während der Aufgabe war dann ein großer Teil der Strecke unter Wolken möglich.
Trotz der insgesamt hervorragenden Bedingungen gab es immer wieder einzelne schwierige Stellen, an denen man schnell viel Zeit verlieren konnte. Unsere drei Piloten kamen jedoch ohne größere Probleme durch die Aufgabe und wurden dafür mit den Tagesplätzen 3, 4 und 27 belohnt. Damit konnten alle drei auch in der Gesamtwertung wieder Plätze gutmachen – ein sehr erfolgreicher Tag für die Clubklasse.
Für die Standardklasse ging es dagegen nach Norden in das deutlich schwächere Wetter. Unsere Piloten entschieden sich für einen Abflug mitten im Feld. Im Nachhinein stellte sich diese Position als nicht optimal heraus. Die früh gestarteten Tschechen schafften es zunächst gerade noch, nicht eingeholt zu werden und konnten dadurch am Ende vermeiden, in das ganz schwache Wetter zu geraten.
Der große Pulk dahinter bremste unsere Piloten dagegen deutlich aus. Gleichzeitig konnten die später gestarteten Piloten wieder aufschließen, sodass sich die ganz spät abgeflogenen Piloten im Pulk ausruhen konnten. Trotz der schwierigen Bedingungen mit größeren Abständen heute bleibt es in der Gesamtwertung weiterhin ausgesprochen eng.
Damit stehen noch drei Wertungstage bevor – und es kann noch viel passieren. Ab morgen soll es zunehmend blau werden. Die nächsten Tage werden damit vor allem taktisch interessant: Ohne Wolken wird es noch stärker darauf ankommen, die richtige Abflugzeit zu wählen.

Siebter Wertungstag

Nach dem Ruhetag ging es heute bei einer sehr labilen Wetterlage mit den Wertungsflügen weiter. Bereits am Vormittag war klar, dass gute Thermik und frühe Überentwicklungen den Piloten einiges abverlangen würden. Für beide Klassen wurden AATs in Richtung Norden und Osten ausgeschrieben – mit einer Mindestzeit von 1:45 Stunden in der Clubklasse und 1:30 Stunden in der Standardklasse.

In der Clubklasse entschied sich unser Team für einen eher frühen Abflug. Unter dem sich rasch entwickelnden Wetter lief zunächst alles hervorragend. Die Jungs konnten die guten Bedingungen gut nutzen und schnell Strecke machen. Im weiteren Verlauf standen die Schauer jedoch zunehmend im Weg und bremsten Nils und Florian auf dem südlichen Teil der Aufgabe deutlich aus. Felix war im Norden zunächst ebenfalls sehr gut unterwegs, wurde dann aber im Endanflug von den schwierigen Bedingungen etwas „runtergewaschen“ und musste schließlich im Zielkreis außenlanden.

In der Standardklasse spielte sich das Feld beim Abflug innerhalb von gerade einmal 15 Minuten ab. Unsere Piloten gingen dabei eher spät auf die Strecke. Das erwies sich zunächst als gute Entscheidung: Unter teilweise hervorragenden Linien konnten sie sehr schnell vorfliegen und viel Strecke machen. Lediglich an der ersten Wende war es blau, sodass der erste Sektor nur angekratzt wurde.

Auf dem Rückweg warteten dann auch auf die Standardklasse die Schauer. Die Piloten mussten sich regelrecht zwischen den einzelnen Zellen hindurcharbeiten, um hoch genug zurück nach Aalen zu kommen. Dabei gab es nicht nur rund um die Schauer schwierige Bedingungen – teilweise ging es auch abseits der Niederschläge mit mehr als 5 m/s nach unten. Umso wichtiger war es, die wenigen guten Linien zu erwischen und die richtigen Lücken im Wetter zu finden.

Insgesamt klappte das in der Standardklasse auch sehr gut und die meisten unserer Piloten konnten in der Gesamtwertung wieder Boden gutmachen. In der Clubklasse war es dagegen ein gemischter Tag: Nils konnte in der Wertung einen Platz gut machen, während Florian und Felix leider wieder etwas an Boden verloren.

Noch bleiben vier Wertungstage, und damit ist weiterhin alles offen. Für morgen hoffen wir auf einen weiteren Tag mit Wolkenthermik – aber etwas weniger labil und mit etwas planbareren Bedingungen.

Sechster Wertungstag

Am vergangenen Wettbewerbstag stand nicht nur ein weiterer Wertungstag auf dem Programm, sondern gleichzeitig der „Tag des Luftsports“ anlässlich des 75-jährigen Bestehens des LSR Aalen. Das Wetter zeigte sich dabei ausgesprochen blau. Nur vereinzelt waren kurze Dunstkappen oder kleine Flusen zu sehen. Lediglich im Südwesten der Schwäbischen Alb entwickelten sich einige größere Wolken und boten dort deutlich bessere Anhaltspunkte für die Thermik.

In der Clubklasse war eine 268 Kilometer lange Racing Task ausgeschrieben. Die Strecke führte zunächst nach Osten in Richtung Denkendorf und anschließend über Schillingsfürst auf der Frankenhöhe zurück nach Aalen.

Unser Team entschied sich für einen späten Abflug – eine Taktik, die zunächst sehr gut aufging. Nach etwa der Hälfte der Aufgabe waren unsere Piloten schnell unterwegs und konnten gegenüber den vor ihnen gestarteten Konkurrenten sogar etwas Zeit gutmachen. Danach wurden die Aufwinde jedoch zunehmend unzuverlässig. Während Nils weiterhin gut durchkam, mussten sich Florian und Felix mit den letzten brauchbaren Aufwinden nach Hause arbeiten.

Für Felix bedeutete der schwierige Schlussteil leider einen weiteren kleinen Rückschlag in der Gesamtwertung. Florian konnte seinen Platz in den Top 10 behaupten und Nils nutzte den starken Tag, um auf Platz 4 den Abstand zur Spitze sogar etwas zu verkürzen.

Die Standardklasse konnte dagegen die guten Bedingungen im Südwesten nutzen. Die 290 Kilometer lange Aufgabe führte über Tuttlingen und den Plettenberg nach Ulm und anschließend zurück nach Aalen. Unser Team setzte auf einen eher frühen Abflug, um die vorhandenen Wolken möglichst lange nutzen zu können.

Das funktionierte zunächst hervorragend – insbesondere Jens war sehr schnell unterwegs. Nach dem starken Wetter im Südwesten verschlechterten sich die Bedingungen allerdings schneller als erwartet und wurden zunehmend unzuverlässig. Dadurch konnte das Feld wieder zusammenlaufen und unsere Piloten wurden von später gestarteten Konkurrenten eingeholt.

Trotzdem war der Tag auch für die Standardklasse erfolgreich. Nuno konnte sich in der Gesamtwertung in die erste Hälfte vorarbeiten und auch die übrigen Piloten konnten den Abstand zur Spitze weiter verkürzen.

Gestern stand dann ein wohlverdienter Ruhetag auf dem Programm. Heute soll es zumindest noch einmal Wolken geben, bevor sich für die kommenden Tage zunehmend blaue Bedingungen ankündigen. Der Wettbewerb geht damit langsam in seine entscheidende Phase – und die nächsten Wertungstage dürften noch einmal besonders spannend werden.

Fünfter Wertungstag

Auch am fünften Wertungstag begann der Tag mit Wellen. Anders als am Vortag konnten diese auf der Aufgabe allerdings nicht über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Danach erwartete die Piloten insgesamt aber sehr gutes Segelflugwetter.

Die Standardklasse konnte die guten Bedingungen auf der Schwäbischen Alb bis an den Rand des Schwarzwalds nutzen. Eine leichte Konvergenz auf der Alb, etwas Ausbreitung im Südwesten und quer zur Aufgabe verlaufende, überlagerte Wellenlinien sorgten für interessante und schnelle Bedingungen. Insgesamt waren Schnittgeschwindigkeiten von rund 132 km/h möglich.

Unsere vier Piloten in der Standardklasse zeigten dabei eine sehr starke Leistung. Sie konnten die nach ihnen gestarteten Tschechen und Südafrikaner deutlich distanzieren und gleichzeitig die zuvor abgeflogenen Polen einholen. Lediglich die früher abgeflogenen Dänen hatten beim letzten Aufwind etwas mehr Glück und konnten dadurch noch einmal einige Minuten gut machen. Insgesamt war es für unsere Standardklasse ein sehr gelungener Tag.

In der Clubklasse war die Aufgabe eine dreieinhalbstündige AAT Richtung Nordwesten und Norden. Die Piloten mussten dabei den blauen Bereich zwischen der Schwäbischen Alb und Odenwald beziehungsweise Rhön gleich zweimal durchfliegen.

Felix entschied sich mit der etwas schwächeren LS4 für einen etwas früheren Abflug, während Florian und Nils eher am Ende des Feldes starteten. Felix flog die Aufgabe zunächst bewusst defensiv. Das funktionierte sehr solide, kostete im Vergleich zu einer etwas offensiveren Taktik allerdings ein paar km/h.

Florian und Nils konnten dagegen insbesondere auf dem letzten Schenkel zurück nach Aalen von kleinen Fehlern der Konkurrenz profitieren und dabei noch wichtige Minuten gutmachen. Am Ende standen für unser Team die Plätze 4, 11 und 22 zu Buche – ein insgesamt sehr starkes Ergebnis in der Clubklasse.

Damit geht ein weiterer erfolgreicher Wettbewerbstag zu Ende. Für morgen wird deutlich blaueres Wetter erwartet.

Vierter Wertungstag

Auch der vierte Wertungstag bot wieder spannende Wetterbedingungen. Bereits vor dem Abflug konnten die Piloten thermische Wellen bis zur maximal zulässigen Flughöhe FL95 nutzen. Diese Wellen trugen die Teilnehmer sogar noch weit auf dem ersten Schenkel – eins sehr seltene Konstellation – bevor sie im Norden in zunehmend blaue und deutlich schwächere Bedingungen übergingen. Erst auf dem Rückweg Richtung Aalen entwickelte sich die Thermik dann wieder besser.

In der Clubklasse führte die Aufgabe über 320 Kilometer. Felix fiel auf dem ersten Schenkel etwas früher aus der Welle als geplant. Seine Rückmeldungen an Florian und Nils erwiesen sich jedoch als wertvolle Hilfe, sodass die beiden ihre Taktik entsprechend anpassen konnten. Im weiteren Verlauf verloren unsere Piloten zwar etwas den Anschluss an die Spitze, schafften es aber, den Abstand konstant zu halten. Mit dem Wiedereinstieg in die Wolkenthermik auf dem Rückweg nach Süden konnten sie wieder Boden gutmachen und den Tag mit einem soliden Ergebnis abschließen. Damit bleiben Nils und Florian weiterhin in aussichtsreicher Position in der Gesamtwertung.

In der Standardklasse wartete eine 343 Kilometer lange Aufgabe. Unsere Piloten erwischten einen hervorragenden ersten Schenkel und konnten sämtliche vor ihnen abgeflogenen Konkurrenten einholen. Im anschließenden blauen Abschnitt fehlte jedoch das nötige Quäntchen Glück: Während die direkt hinter ihnen fliegenden Piloten den entscheidenden Aufwind trafen, mussten unsere Jungs etwas länger suchen. Dadurch hatten einige der später gestarteten Teilnehmer an dieser Stelle einen Vorteil. Allerdings war dieses Timing äußerst kritisch. Piloten, die nur wenige Minuten später an derselben Stelle ankamen, fanden bereits keine brauchbaren Aufwinde mehr und verloren dadurch erheblich Zeit. So lagen Erfolg und Misserfolg gestern wieder einmal nur wenige Minuten auseinander.

Für morgen sind erneut überwiegend blaue Bedingungen vorhergesagt. Lediglich über der Schwäbischen Alb werden sich voraussichtlich einige Wolken bilden. Bleibt zu hoffen, dass die Aufgaben diese Prognose gut berücksichtigen und die Piloten die Bedingungen optimal nutzen können.

Dritter Wertungstag

Der Blogeintrag erscheint heute ausnahmsweise erst am Morgen – nach dem gestrigen Internationalen Abend wurde es auf dem Flugplatz noch einmal spät.

Fliegerisch war der Tag von einer labilen Wetterlage geprägt. Bereits am Vormittag war klar, dass sich auf der Schwäbischen Alb Schauer entwickeln würden, die anschließend nach Nordosten ziehen sollten. Genau so kam es auch. Für beide Klassen waren Racing Tasks ausgeschrieben, sodass die Piloten im Gegensatz zu einer AAT kaum flexibel auf die Wetterentwicklung reagieren konnten. Das machte die Aufgaben besonders anspruchsvoll.

Die Clubklasse hatte eine 264 Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Sie führte zunächst nach Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb, anschließend über Schillingsfürst im Norden und Sollnhofen auf der Fränkischen Alb zurück nach Aalen. Nach einem guten Beginn standen an der ersten Wende bereits zwei Schauer, die sich noch problemlos umfliegen ließen. Auf dem Sprung von der Alb verschlechterten sich die Bedingungen jedoch deutlich, als von Stuttgart her ein Gewitter heranzog. Felix, der bis dahin hervorragend unterwegs gewesen war, musste dort – wie viele andere Piloten im Bereich der zweiten Wende – leider außenlanden. Nur die sehr früh abgeflogenen Australier erreichten die Wende noch direkt und konnten anschließend in äußerst schwachem Steigen aus geringer Höhe wieder Anschluss finden. Florian und Nils entschieden sich für eine defensivere Taktik, blieben bewusst hoch und warteten hinter dem Schauer auf ihre Chance. Auch nach der letzten Wende blieb es anspruchsvoll, da ein weiterer Schauer direkt auf dem letzten Schenkel lag und gleichzeitig ein zweites Gewitter über den Flugplatz zog. Am Ende reichte es jedoch für beide noch sicher nach Hause, sodass sie ihre guten Platzierungen in der Gesamtwertung behaupten konnten.

Für die Standardklasse wurde es sogar noch schwieriger. Die 276 Kilometer lange Aufgabe führte zunächst nach Nordwesten über eine zusätzliche Begrenzungswende bei Weipertshofen nach Berolzheim, anschließend nach Uffenheim und schließlich über Treuchtlingen auf der Fränkischen Alb zurück. Das Gewitter im Norden stellte bereits auf dem ersten Schenkel das entscheidende Hindernis dar. Unsere Piloten schafften es jedoch noch rechtzeitig vor der Wetterverschlechterung in den Norden und Nordosten. Auf dem Weg nach Süden versperrte ihnen dasselbe Gewitter erneut den Weg, sodass sie sich gerade noch zwischen der Gewitterzelle und dem Nürnberger Luftraum hindurcharbeiten konnten. Im Endanflug warteten dann dieselben Schwierigkeiten wie bereits auf die Clubklasse. Nuno, der nur wenige Meter tiefer als die anderen unterwegs war, musste einen zusätzlichen Umweg fliegen, um sicher nach Hause zu kommen. Alle später abgeflogenen Piloten waren deutlich langsamer oder mussten außenlanden. Lediglich die sehr früh gestarteten Teilnehmer konnten noch schneller ins Ziel kommen – allerdings mit dem Risiko, bei einer etwas früher einsetzenden Wetterentwicklung erhebliche Punktverluste zu erleiden.

Nach diesem fliegerisch fordernden Tag stand am Abend der Internationale Abend auf dem Programm. Traditionell bringt jede Nation landestypische Spezialitäten mit und lädt die anderen Teams zum Probieren ein. In entspannter Atmosphäre kamen Piloten, Helfer und Organisatoren aus allen Nationen miteinander ins Gespräch. Der Internationale Abend ist jedes Jahr einer der schönsten Programmpunkte der Weltmeisterschaft und unterstreicht, dass bei aller sportlichen Konkurrenz vor allem die internationale Gemeinschaft im Mittelpunkt steht.

Zweiter Wertungstag

Auch der zweite Wertungstag fand bei hochsommerlichen Temperaturen statt. Während sich über der Schwäbischen Alb im Tagesverlauf wieder einzelne Schauer entwickelten, war das Wetter nördlich der Alb deutlich schwächer und von weniger Wolken geprägt. Entsprechend anspruchsvoll war die Aufgabenstellung in beiden Klassen.


Für die Clubklasse war eine zweistündige AAT ausgeschrieben. Die Route führte zunächst in Richtung Blaubeuren, anschließend über Dinkelsbühl auf die Fränkische Alb und von dort zurück nach Aalen. Die Standardklasse absolvierte eine AAT über 1:45 Stunden, die zunächst nordwestlich von der Alb in das thermisch schwächere Gebiet führte, bevor der zweite Sektor im Osten wieder im besseren Gebiet lag.


In der Clubklasse ging der Plan voll auf. Unsere Piloten konnten den vorgesehenen Abflug konsequent umsetzen, den ersten Sektor im guten Wetter vollständig ausfliegen, im Norden nur kurz wenden und anschließend auch den letzten Sektor optimal nutzen. Diese Taktik zahlte sich aus: Alle drei Piloten erreichten vordere Tagesplatzierungen und konnten sich teilweise auch in der Gesamtwertung deutlich verbessern.


Schwieriger verlief der Tag in der Standardklasse. Die entscheidende Frage war, ob sich der erste Sektor im Nordwesten überhaupt brauchbar entwickeln würde. Letztlich blieb die Thermik dort den ganzen Tag hinter den Erwartungen zurück, sodass auch ein später Abflug keinen entscheidenden Vorteil brachte. Auf dem zweiten Schenkel verpassten unsere Piloten zudem den entscheidenden guten Bart und mussten sich zunächst wieder nach oben arbeiten. Danach lief der Flug bis zum Ziel jedoch wieder rund und die Pillen konnten problemlos die Aufgabe vollenden. Auch wenn die Platzierungen im hinteren Drittel auf den ersten Blick enttäuschend wirken, fielen die Punktabstände aufgrund der kurzen Aufgabe heute sehr gering aus.


Am Abend zog schließlich noch ein kräftiges Gewitter über den Flugplatz. Einige der anderen Teams mussten ihre Flugzeuge noch kurzfristig vor dem Unwetter abrüsten, bevor der Regen und die Böen den Platz erreichten.
Nun kehrt langsam etwas Ruhe ein. Für morgen sind erneut Überentwicklungen vorhergesagt – immerhin sollen die Temperaturen am Boden etwas angenehmer werden.

Erster Wertungstag

Der erste Wertungstag der Junioren-Weltmeisterschaft stellte die Piloten gleich vor einige Herausforderungen. Das Wetter war geprägt von hohen Temperaturen, anfangs reiner Blauthermik und später einsetzender Wolkenthermik mit Basishöhen bis zum maximal zulässigen FL95. Gleichzeitig entwickelten sich auf der Schwäbischen Alb immer wieder Schauer und Gewitter, sodass die Aufgaben mit Bedacht angegangen werden mussten.

In beiden Klassen wurden Assigned Area Tasks (AAT) ausgeschrieben – mit einer Mindsestzeit von zwei Stunden in der Clubklasse und eineinhalb Stunden in der Standardklasse. Besonders knifflig wurde es gegen Ende des Tages: Während sich das Feld bereits auf dem Heimweg befand, entstand ausgerechnet im Endanflugbereich ein Schauer. Zusammen mit den ausgedehnten Cirren der umliegenden Gewitter brach die Thermik auf den letzten rund 50 Kilometern nahezu vollständig zusammen und machte den Heimflug für viele Piloten noch einmal deutlich anspruchsvoller.

Unsere Standardklasse entschied sich für eine risikoarme Taktik und konnte mit einem geschlossenen, soliden Ergebnis im vorderen Mittelfeld überzeugen. Auch in der Clubklasse flogen Nils und Florian ihre Aufgaben souverän zu Ende und erreichten jeweils einen Platz in den Top Ten.

Für Felix wurde der Tag dagegen zu einer echten Geduldsprobe. Nach dem zweiten Sektor verlor er den Anschluss und fand sich tief bei Dinkelsbühl wieder. Mit viel Ruhe und Ausdauer arbeitete er sich Schritt für Schritt wieder nach oben und schaffte es schließlich, seine Aufgabe um 18:15 Uhr erfolgreich zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt kamen ansonsten nur noch Piloten zurück, die von Außenlandungen zurück geschleppt worden waren.

Insgesamt war es ein solider Start in die Weltmeisterschaft und das Team hält sich damit für den langen Wettbewerb alle Möglichkeiten offen.

Eröffnungstag

Mit der heutigen Eröffnungsfeier ist die Junioren-Weltmeisterschaft nun auch offiziell gestartet. Bereits am Morgen machten sich alle Teams mit Bussen auf den Weg zur Härtsfeld-Museumsbahn. Von dort ging es mit dem historischen Zug nach Neresheim, wo die Teilnehmer vom Bürgermeister herzlich empfangen wurden. Für einen besonderen Blickfang sorgte der Neresheimer Twin, der die Begrüßung aus der Luft begleitete.

Anschließend führte eine Wanderung hinauf zum Kloster Neresheim. Nach einer kurzen Besichtigung der beeindruckenden Klosteranlage konnten die Teilnehmer ein kleines Orgelkonzert genießen, bevor es zum gemeinsamen Mittagessen ging.

Am Nachmittag ging es weiter nach Aalen. Dort versammelten sich alle Nationen zum traditionellen Einlauf durch die Innenstadt bis zum Rathaus. Auf dem Rathausplatz wurde die Junioren-Weltmeisterschaft schließlich feierlich durch Jurypräsident Eric Mozer eröffnet.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen blieb im Anschluss noch Zeit, die Aalener Innenstadt zu erkunden oder sich mit einem Eis eine kleine Abkühlung zu gönnen. Am frühen Abend kehrten schließlich alle Teilnehmer zum Flugplatz zurück – nach einem gelungenen Eröffnungstag, der den internationalen Charakter der Weltmeisterschaft eindrucksvoll unterstrich.

Nun richtet sich der Blick auf den sportlichen Teil der Veranstaltung: Mit dem ersten Wertungstag beginnt morgen der Wettbewerb.